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McKennie: Kapitäns-Amt nur Spekulation - Überlegungen ohnehin überflüssig

Yannik Möller
Jul 21, 2020, 9:48 AM GMT+2
Weston McKennie ist das zurzeit größte Thema auf Schalke
Weston McKennie ist das zurzeit größte Thema auf Schalke / TF-Images/Getty Images
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In den letzten Wochen ist Weston McKennie das größte Thema auf Schalke: Der 21-Jährige will angeblich wechseln, hat aber gleichzeitig einen erst im letzten Jahr bis 2024 verlängerten Vertrag. Zuletzt meldete der kicker, er könnte aber auch ein Kapitäns-Kandidat sein - die WAZ stellt sich nun dagegen. Insgesamt wäre allein diese Überlegung schon überflüssig.

Noch scheint es völlig offen und ungewiss zu sein, ob Weston McKennie auch in der kommenden Saison das Trikot von Schalke 04 tragen wird. Der Mittelfeldspieler soll mit einem Wechsel liebäugeln, hin zu einem Team, das regelmäßig international vertreten ist - am liebsten würde er wohl in die Premier League gehen. Interessenten soll es geben und das nicht nur aus England. Andererseits könnte er langfristig beim S04 bleiben.

Erst im letzten Jahr hat McKennie seinen Vertrag verlängert, langfristig bis 2024. "Die Entscheidung ist mir sehr leichtgefallen, da ich konstant eine unglaublich große Unterstützung der Fans genießen durfte", erklärte er damals. Ein Jahr später ist sein potenzieller Abschied ein großes Thema, da er dem finanziell stark angeschlagenen Schalke eine gute Ablösesumme einbringen könnte.

WAZ widerspricht kicker: McKennie als Kapitän nur wenig stichhaltige Spekulation

Zuletzt berichtete auch der kicker erneut von der Personalie. Sollte er nicht gehen und stattdessen bleiben, so dürfte er sich "interner Wertschätzung sicher sein", hieß es. Zudem soll er "eine wichtige Rolle" in den Überlegungen einnehmen, wer nach Alexander Nübel und Aushilfs-Captain Omar Mascarell der neue Kapitän wird. Eine Meldung, die verständlicherweise für Unverständnis bei einigen Fans sorgte.

Weston McKennie: Wechsel oder doch Verbleib?
Weston McKennie: Wechsel oder doch Verbleib? / DeFodi Images/Getty Images

Nun stellt sich allerdings die WAZ dagegen. Die Zeitung spricht von wenig stichhaltigen Spekulationen vom kicker, wenn es um die Kapitäns-Frage und McKennie geht. Vielmehr sollen die Vereinsverantwortlichen keinen Grund sehen, Mascarell nicht weiterhin diese Rolle zu übertragen.

Dies wäre auch der völlig logische Gedankengang. Der Spanier hat sich - bis zu seiner schweren Verletzung - durch starke Leistungen, Ehrgeiz und als Anker in den Vordergrund gespielt. Als Sechser im defensiven Mittelfeld lenkte und sortierte er das Spiel - zusammen mit seiner augenscheinlich überlegten und bedachten Art dürfte er eine gute Option sein.

Omar Mascarell könnte die Kapitäns-Binde beim S04 behalten
Omar Mascarell könnte die Kapitäns-Binde beim S04 behalten / Soccrates Images/Getty Images

Überlegungen, Weston McKennie die Kapitänsbinde zu übertragen, sind schlicht unnötig. Zum einen, weil Mascarell und andere Spieler wie Suat Serdar oder auch Benjamin Stambouli (sollte er einen neuen Vertrag bekommen) sich mindestens ebenso anbieten. Zum anderen, weil es endlich wieder Stabilität in dieser Position bedarf. Einem Spieler, der zeitnah den Verein aus eigenen Stücken verlassen möchte, wird dieses Amt normalerweise nicht gegeben.

Diesen Fehler hat Schalke in der jüngeren Vergangenheit bereits gemacht. Im letzten Sommer wurde Nübel bekanntlich Kapitän. Natürlich beteuerte David Wagner, dass dies nichts mit der damals noch offenen Vertragssituation des Keepers zu tun hatte, sondern ausnahmslos mit seinen menschlichen Fähigkeiten. Das mag sein, einen faden Beigeschmack hatte diese Entscheidung schlussendlich trotzdem. Ein etwaiger Versuch, ihm einen Verbleib schmackhafter zu machen, der gescheitert ist.

Auch bei Leon Goretzka hat der Verein versucht, ihn durch eine Führungsrolle zum Bleiben überreden zu können. Die damals verantwortlichen Personen wollten ihn zum Gesicht der Mannschaft und des Klubs machen, während die Gespräche um einen neuen Vertrag bereits liefen. Seine Ernennung zum Vize hat auch kein Resultat liefern können - nur, dass bereits ein Jahr später ein Nachfolger gesucht werden musste.

Auch Leon Goretzka sollte durch Verantwortung zum Bleiben bewegt werden
Auch Leon Goretzka sollte durch Verantwortung zum Bleiben bewegt werden / TF-Images/Getty Images

Frage erübrigt sich: McKennie nach Wechselwunsch kein Kandidat als Kapitän

Ob es diese ernsthaften Überlegungen nun gibt, McKennie zumindest ins Rennen um das Kapitäns-Amt zu schicken, oder nicht: Diese Frage sollte sich eigentlich selbst beantworten, spätestens mit dem Wechselwunsch des US-Amerikaners - unabhängig davon, ob er womöglich doch bleibt. Und zwar nicht aus Rachegelüsten, weil er den Klub verlassen möchte, sondern weil es schlichtweg keinen Sinn mehr ergeben würde.

Der 21-Jährige übernimmt zwar gerne Verantwortung auf dem Platz und bereits im letzten Sommer hätte er sich eigenen Aussagen nach nicht gegen eine Ernennung gewehrt - allerdings ist es zusätzlich auch fraglich, ob er überhaupt einen Stammplatz hätte. Sind Serdar, Mascarell, Amine Harit und Co. fit, während Youngsters wie Nassim Boujellab oder Can Bozdogan langsam aber sicher nachrücken, könnte McKennie sogar auf die Bank weichen. Schon aus diesem Grund wäre diese Rolle aus Sicht des Vereins nichts für ihn.

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