Serge Gnabry

Wertschätzung als Problem - Gnabry erklärt Vertragsdilemma

Martin Bytomski
Hat sich zu seinem Vertrag geäußert: Bayern-Profi Serge Gnabry
Hat sich zu seinem Vertrag geäußert: Bayern-Profi Serge Gnabry / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Geht er? Verlängert er? Oder geht er ohne Vertragsverlängerung in seine letzte Saison beim FCB? Diese drei Optionen liegen für Serge Gnabry beim FC Bayern München auf dem Tisch. Jetzt hat er erkennen lassen, woran bislang eine Ausdehnung seines Arbeitspapiers scheiterte.


Klar, die großen Schlagzeilen beherrscht Serge Gnabry aktuell nicht. Zu groß strahlt das Wechseltheater rund um Mannschaftskollege Robert Lewandowski. Und genau hier könnte zumindest ein Teil des Problems liegen, warum er das Angebot zur Verlängerung des im kommenden Sommer auslaufende Vertrag bislang ausgeschlagen hat.

"Zu meiner eigenen Vertragssituation will ich mich hier nicht äußern, deswegen dazu bitte keine weiteren Fragen mehr", gab der Angreifer bei einer Pressekonferenz am Rande der Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die Nations-League-Partien schmallippig zu Protokoll. Doch bei Gnabrys Ausführungen zum Thema Wertschätzung kamen einige Stichworte zur Sprache, die Rückschlüsse auf sein Verschmähen des Angebots zulassen.

Allein um das Geld soll es ihm nicht gehen, berichtet der 26-Jährige: Denn Wertschätzung sei "ein Mix aus verschiedenen Dingen, der von beiden Seiten, Klub und Spieler, an den Tag gelegt werden sollte", meint Gnabry und fügt an: "Es ist im Endeffekt nicht immer nur das, was von den Medien berichtet wird: Dass jeder von uns immer nur ans Geld denkt. Da gibt es im Arbeitsumfeld auch andere Dinge, die eine Rolle spielen."

Parallelen zur Causa Süle

Das deckt sich auch mit den Aussagen von Niklas Süle, der ebenfalls alle Angebote zur Vertragsverlängerung ausschlug und stattdessen zu Borussia Dortmund wechselte. Im Sport-Bild-Interview meinte der Innenverteidiger vielsagend: "Man darf bei der Gesamtbetrachtung auch die schwierigen Momente nicht vergessen: Ich kam im Champions-League-Finale 2020 gegen Paris in der 25. Minute nach einem Kreuzbandriss rein. Hansi Flick schenkte mir als Trainer sein Vertrauen. Dieses Vertrauen spürte ich nicht auf allen Ebenen im Klub. Zu der Zeit habe ich schnell gemerkt: Okay, du hast ein gewisses Standing in der Mannschaft, bei den Klub-Angestellten und den Fans – aus der Klub-Führung habe ich das nicht verspürt."

Serge Gnabrys Worte legen nah, dass auch er dieses Vertrauen nicht spürt und er deshalb mit der Vertragsverlängerung zögert.


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