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Werder Bremen

Frust und Ärger wachsen: Verliert Markus Anfang die Mannschaft?

Simon Zimmermann
Die Kritik an SVW-Coach Markus Anfang wächst
Die Kritik an SVW-Coach Markus Anfang wächst / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Schwacher Saisonstart, Reservisten-Frust und Ärger über die Sturheit des Trainers. Die Stimmung bei Werder Bremen könnte aktuell besser sein.


Drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen, nur Rang zehn nach zehn Spieltagen. Der Haussegen am Osterdeich hängt nach einem enttäuschenden Saisonstart schon ein wenig schief.

Trainer Markus Anfang bat nach der nächsten herben Pleite in Darmstadt um Geduld. Doch wie lange kann es sich Werder leisten zu warten? Schließlich ist die direkte Rückkehr in die Bundesliga anvisiert.

Frust im Team wächst: Ist Anfang zu stur?

Da trifft es sich nicht gerade gut, dass es innerhalb der Mannschaft zu Grummeln begonnen haben soll. Wie die Deichstube berichtet, soll es im Team Frust geben, der sich vor allem gegen den Trainer richtet. Demnach stieß es in der Truppe sauer auf, dass Anfang nach dem 0:3 gegen die Lilien allein die Mannschaft für die Pleite verantwortlich machte.

Auch sein stures Festhalten am 4-3-3-System, bei dem einige Spieler positionsfremd eingesetzt werden, soll für internen Unmut sorgen. Quellen für miese Stimmung gibt es innerhalb des Kaders aber auch ohne die System-Debatte. Mit Niclas Füllkrug und Jiri Pavlenka fristen zwei prominente Spieler ein Reservisten-Dasein. Auch Neuzugang Anthony Jung kommt nur sporadisch zum Zug und soll entsprechend angefressen sein.

"Es gibt keine Spannungen zwischen dem Trainer und der Mannschaft."

Clemens Fritz, via Deichstube

Eigentlich war Jung als Stütze für das Abwehrzentrum eingeplant. Der Transfer soll bereits vor der Anfang-Verpflichtung vor dem Abschluss gestanden haben. In der Innenverteidigung setzt der Werder-Coach aber eher auf Bayern-Leihgabe Lasse Mai, mit dem er schon in Darmstadt zusammenarbeitete. Intern soll das ebenfalls ein Thema sein.

Anthony Jung
Anthony Jung kam bislang ausschließlich als Linksverteidiger zum Einsatz / Cathrin Mueller/GettyImages

Würde ein Wechsel ins 3-5-2 die Probleme lösen?

Könnte ein Formationswechsel zum 3-5-2 Abhilfe schaffen? In Bremen werden die Diskussionen darüber lauter. Schließlich könnte so auch ein großes Kader-Problem behoben werden. Für das von Anfang bevorzugte 4-3-3 fehlen eigentlich die Außenstürmer. Neuzugang Roger Assalé ist bislang keine Verstärkung und spielte vor seinem Wechsel mehr im Zentrum. Youngster Eren Dinkci, derzeit als Außenstürmer gesetzt, ist gelernter Mittelstürmer. Zuletzt bot Anfang Leihgabe Mitchell Weiser auf der Offensiv-Position auf.

Weiser hat das schon häufiger gespielt, war aber eigentlich eher für die rechte Abwehrseite eingeplant. Dort agiert aktuell aber Manuel Mbom, der im zentralen Mittelfeld mehr zuhause ist.

Im 3-5-2 könnte Weiser seine Stärken wohl am besten ausspielen. Im Angriff wäre neben Ducksch Platz für Füllkrug oder Dinkci.

Frust und Systemdebatte: Den Ergebnissen geschuldet

Alles in allem bleiben das aber nur Gedankenspiele. Die umso mehr diskutiert werden, je länger der Erfolg ausbleibt. Auch interner Frust und Kritik am Trainer sind eine recht natürliche Reaktion auf ausbleibende Ergebnisse.

Egal ob Anfang von seinen taktischen Plänen abweichen wird oder nicht: Am Ende helfen nur Siege weiter. Am kommenden Wochenende geht es gegen den SV Sandhausen. Gegen den Abstiegskandidaten sind drei Zähler Pflicht. Ansonsten wird es noch ungemütlicher am Osterdeich - und der Haussegen bleibt schief.

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