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Wachablösung im HSV-Tor war schon seit dem Januar geplant!

Geht als Nummer eins des HSV in den Saison-Endspurt: Julian Pollersbeck
Geht als Nummer eins des HSV in den Saison-Endspurt: Julian Pollersbeck | TF-Images/Getty Images

Für viele überraschend stand am vergangenen Sonntag Julian Pollersbeck als Nummer eins im Tor des Hamburger SV. Tatsächlich trug sich Trainer Dieter Hecking aber schon seit Jahresanfang mit dem Gedanken, einen Wechsel im Gehäuse der Hanseaten vorzunehmen.

Lediglich eine unsanfte Landung machte sowohl dem Trainer als auch dem Spieler einen Strich durch die Rechnung. Nach einem Sprung während einer Trainingseinheit im Januar kam Pollersbeck unglücklich auf - und verletzte sich am Knöchel. Doch damit nicht genug: anschließend setzte ein grippaler Infekt den Schlussmann außer Gefecht, zudem erwies sich die Knöchelverletzung als hartnäckiger, als zunächst befürchtet.

Intern wird Heuer Fernandes das 2:3-Gegentor in Stuttgart angekreidet

Und so musste Hecking weiter auf Daniel Heuer Fernandes setzen. Und ohne dass man diesem eine konkrete Schuld bei Gegentoren vorwerfen konnte, war es aber eben meistens auch so, dass man nie das Gefühl hatte, Heuer Fernandes könne der Mannschaft mal einen Sieg retten. Die sogenannten "Unhaltbaren" - bei dem Deutsch-Portugiesen zumindest in der Rückrunde nicht mehr zu sehen. Das Fass zum Überlaufen soll einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge das Spiel in Stuttgart gewesen sein.

Daniel Heuer Fernandes
Heuer Fernandes hat seinen Nr. 1-Posten im HSV-Tor verloren | TF-Images/Getty Images

Und zwar nicht die Szene, die zum Elfmeter von González führte (wobei auch dort einige Stimmen laut geworden waren, dass er diese Situation besser hätte bereinigen können). Vielmehr wurde dem Keeper sein Verhalten beim 3:2-Siegtreffer der Schwaben zum Vorwurf gemacht. Bei der Reingabe von González, von dem Innenverteidiger Timo Letschert zuvor nur die Hacken gesehen hatte, hätte sich der Torwart, so die interne Meinung der Verantwortlichen nach einem Video-Studium des Spiel, cleverer verhalten und den Ball abfangen müssen. Tat er aber nicht - und der HSV musste eine überaus bittere Last-Minute-Pleite runterschlucken.

HSV geht mit Pollersbeck in den Endspurt um den Aufstieg

Und so stand dann gegen Wehen Wiesbaden mal wieder Julian Pollersbeck im Tor der Hamburger. Mehr als ein Jahr nach seinem letzten Punktspiel von Beginn an. Und Poller nutzte die Gunst der Stunde. Zweimal rettete er im direkten eins gegen eins gegen Wiesbadener Angreifer, machte auch bei den meisten hohen Bällen einen souveräneren Eindruck als sein Vorgänger. Der Machtwechsel im Tor des Hamburger SV ist damit endgültig vollzogen.

Sie könnte also am Ende noch zu einem Happy End reichen, diese Geschichte um Julian Pollersbeck beim HSV. Im letzten Sommer als einer der Mitverantwortlichen für den Nicht-Aufstieg ausgemacht, danach eigentlich schon so gut wie abserviert, könnte der U21-Europameister von 2017 nun das Unternehmen erfolgreich beenden, dass im letzten Jahr so krachend gescheitert ist: mit dem HSV in die Bundesliga zurückkehren.