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VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Wechselfehler: Preußen Münster legt offiziell Protest ein

Jan Kupitz
Der VfL Wolfsburg hat sich verwechselt
Der VfL Wolfsburg hat sich verwechselt / Christof Koepsel/Getty Images
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Preußen Münster hat offiziell Protest gegen die Spielwertung der DFB-Pokalpartie eingelegt. Diese Entscheidung sei "aus Verantwortung gegenüber den Fans, Mitgliedern und Förderern des Traditionsvereins einstimmig" beschlossen worden.


Der Regionalligist hatte den VfL Wolfsburg am Sonntag am Rande einer Niederlage. Nachdem Preußen in der ersten Pokalrunde eine Viertelstunde vor Schluss in Führung gegangen war, hatte Josip Brekalo erst kurz vor Abpfiff den Ausgleich - und damit die Verlängerung - besorgt. Dort gewannen die Wölfe zwar mit 3:1, leisteten sich beim Stand von 1:1 allerdings einen Spielerwechsel zu viel.

Knapp 24 Stunden nach dem Abpfiff entschied Preußen Münster, offiziell Einspruch gegen die Spielwertung einzulegen. "Wir haben einem hoch favorisierten Champions-League-Teilnehmer in einem packenden und leidenschaftlich geführten Pokalspiel die Stirn geboten und den VfL Wolfsburg mit der Unterstützung unserer Fans in die Verlängerung gezwungen. Mit dem unzulässigen Wechsel hat unser Gast das Spiel dann aber zu unseren Ungunsten entscheidend beeinflusst", monierte Sportdirektor Peter Niemeyer. "Nun stehen wir in der Verantwortung denen gegenüber, die diesen Klub, der wie viele andere auch vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, unterstützen und ihm die Treue halten."

Mark van Bommel
Mark van Bommel wechselte einmal zu oft / Christof Koepsel/Getty Images

Nun wird es spannend zu sehen sein, wie der DFB letztlich entscheidet. Die Wölfe werden sich ihrerseits wohl damit verteidigen, dass sie den sechsten Wechsel mit dem Vierten Offiziellen abgesprochen hatten - ob das allerdings reicht, um den Regelverstoß abzuschmettern, darf doch sehr hinterfragt werden.

Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke hatte am Montag davon gesprochen, dass der Wechselfehler seines Teams "extrem ärgerlich, aber leider nicht mehr rückgängig zu machen" sei. Man wolle die Situation intern analysieren, um derartige Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Schmadtke will niemanden an den Pranger stellen

"Den VfL Wolfsburg hat in der Vergangenheit immer Zusammenhalt und Kollegialität ausgezeichnet und stark gemacht, das wird auch dieses Mal nicht anders sein. Es gilt jetzt, sich den bevorstehenden sportlichen Herausforderungen zu stellen und diese in großer Geschlossenheit und ohne jegliche Vorbehalte anzugehen. Wir alle sind natürlich enttäuscht, aber dennoch überzeugt, unsere sportliche Entwicklung weiter voranzutreiben, ohne personelle Konsequenzen aus dieser ärgerlichen Situation zu ziehen", betonte Schmadtke, dass der Fauxpas niemanden den Job kosten wird.

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