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VfL Wolfsburg

DFB-Sportgericht fällt Urteil nach Wechselfehler: VfL Wolfsburg raus aus dem DFB-Pokal

Simon Zimmermann
Der VfL hat im Pokal einmal zu viel gewechselt
Der VfL hat im Pokal einmal zu viel gewechselt / Christof Koepsel/Getty Images
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Am Montag hat das DFB-Sportgericht den Wechselfehler des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal verhandelt und den Bundesligisten am Ende aus dem Wettbewerb ausgeschlossen. Die Wölfe hatten beim 3:1-Sieg gegen den Regionalligisten Preußen Münster in der Verlängerung zum sechsten Mal getauscht. Anders als etwa auf internationaler Bühne ist ein sechster Wechsel in den 30 Extra-Minuten im DFB-Pokal aber nicht erlaubt.

Wolfsburg hat "leichtfertig" und "vermeidbar" gehandelt

In der Urteilsbegründung heißt es: "Für die Ein- und Auswechslungen sind die Vereine selbst verantwortlich. Zu ihren Grundpflichten gehört, sich über die Auswechselmöglichkeiten zu informieren und entsprechend zu handeln. Gegen diese Pflicht hat der VfL Wolfsburg verstoßen und damit leichtfertig und vermeidbar den zentralen Fehler beim unzulässigen sechsten Einwechselvorgang begangen."

Münster hatte im Anschluss an die Partie Protest beim Verband eingelegt. Dort musste man nun verhandeln, ob der Wechsel-Fehler die Schuld der Wölfe war oder auch der Schiedsrichter den unzulässigen Wechsel hätte verhindern müssen. Im Raum stand entweder die Wiederholung des Spiels oder das Ausscheiden des VfL am Grünen Tisch.

Vierter Offizieller hat den Fehler zu spät bemerkt

Mehrere Stunden dauerte die Entscheidungsfindung. Gegen 16.30 Uhr zogen sich die Beteiligten zu einem "informellen Gespräch" zurück, um 18.15 Uhr fiel das Urteil. Knackpunkt bei der Urteilsfindung war die Aussage des vierten Offiziellen. Während die Wolfsburger von Tobias Fritsch nach mehrfacher Rückfrage das Go für einen sechsten Wechsel erhalten haben wollen, beteuerte dieser, lediglich auf die verfügbaren Wechsel-Slots hingewiesen zu haben.

Fritsch räumte ein, den Wechselfehler erst zur Halbzeit der Verlängerung realisiert zu haben. Der Ex-Schiedsrichter und Sachverständige Lutz Wagner stellte dabei nochmals klar, dass der vierte Offizielle Wechselfehler erkennen muss.

Das entbindet den VfL Wolfsburg laut DFB aber nicht von der Schuld. "Auf ein entlastendes Verschulden des Schiedsrichterteams kann sich der Verein nicht berufen", sagte Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des Sportgerichts. "Es kann offenbleiben, ob der Vierte Offizielle beim Wechselvorgang die Verantwortlichen des Klubs falsch beraten oder unzutreffende Auskünfte erteilt hatte. Selbst wenn man eine solche falsche Information unterstellt, ist der zentrale Ausgangsfehler dem Verein anzulasten, so dass eine etwaige Mitverantwortlichkeit der Schiedsrichter vollständig zurücktritt."

Wolfsburg wird Rechtsmittel prüfen

Die Niedersachsen können nun binnen 24 Stunden in Berufung gehen. "Wir sind enttäuscht und hätten uns einen anderen Ausgang der Verhandlung gewünscht. Mit dem Ergebnis sind wir nicht einverstanden und werden jetzt Rechtsmittel prüfen“, wird Wolfsburgs Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher auf der Homepage des Vereins zitiert.

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