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VfB Stuttgart

Mislintat über den VfB nach Hitzlsperger: "Möchte diesen Weg weitergehen"

Simon Zimmermann
Sven Mislintat will beim VfB weitermachen - unabhängig vom Posten
Sven Mislintat will beim VfB weitermachen - unabhängig vom Posten / THOMAS KIENZLE/Getty Images
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Der angekündigte Rückzug von Thomas Hitzlsperger sorgt in Stuttgart weiter für Wirbel. Ruhig bleiben will dagegen Sven Mislintat. Der VfB-Sportdirektor stellt keine Ansprüche und macht seine VfB-Zukunft nicht von einer möglichen Hitzlsperger-Nachfolge abhängig.


Seit Februar 2019 war Thomas Hitzlsperger beim VfB Stuttgart als Sportvorstand im Amt. Seit Oktober 2019 auch als Vorstandsvorsitzender. Im kommenden Herbst wird der 39-Jährige seinen Posten bei den Schwaben räumen. In der vergangenen Woche kündigte der Ex-Nationalspieler seinen Rücktritt an.

Für Außenstehende mag der Zeitpunkt überraschend gewesen sein. Für VfB-Kenner war Hitzlspergers Rückzug vorherzusehen. Nachdem er den internen Machtkampf mit VfB-Präsident Claus Vogt verloren hatte soll der Rückhalt im Klub und bei den Mitgliedern immer stärker gebröckelt sein. Die zähe Aufklärung der Datenaffäre kam hinzu.

Thomas Hitzlsperger
Thomas Hitzlsperger ist intern umstritten / Hannes Magerstaedt/Getty Images

Gegenüber dem Focus zeichnete ein ehemaliger leitender Angestellter zudem das Bild eines Hitzlspergers, der mit seinem Amt "hoffnungslos überfordert" war. Von einem VfB-Insider (via Focus) wurde er als "Selbstdarsteller, dem alle auf den Leim gegangen sind" bezeichnet.

Mislintat mach VfB-Zukunft nicht von Posten abhängig

So oder so, der VfB braucht einen Nachfolger. Statt der erhofften Kontinuität muss erneut der Sportchef gewechselt werden. Von außen betrachtet war Hitzlsperger für die Schwaben der perfekte Markenbotschafter, in dessen Schatten das "Diamantauge" Sven Mislintat eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft aufbauen konnte, die das Publikum regelmäßig begeistert.

Ohne Hitzlsperger könnte Mislintat nun noch stärker in den Fokus rücken. Eigene Ansprüche will er aber nicht formulieren. "Ich möchte diesen Weg, den wir hier angefangen haben, gerne weitergehen", so der 48-Jährige in einer Presserunde. Es habe sich nichts an seiner "Einstellung zum und Identifikation mit dem Klub" geändert.

"Es ist völlig unwichtig, ob ich hier am Ende Sportvorstand bin oder Sportdirektor. Das ist sowas von egal. Es geht zuvorderst darum, einen Top-Job für diesen Klub zu machen. Das wird - in welcher Position auch immer - mein Bestreben sein", betonte Mislintat.

Der Aufsichtsrat müsse nun entscheiden, wie die Hitzlsperger-Nachfolge geregelt wird. "Gibt es nur einen Vorstandvorsitzenden? Gibt es nur einen Sportvorstand? Gibt es einen Vorstandsvorsitzenden und einen Sportvorstand? Gibt es einen Vorstandsvorsitzenden und Sportvorstand in Personalunion, wie es bisher war? Das gucken wir uns in Ruhe an", erklärte Mislintat. Für ihn sei die zentrale Frage: "Können wir die Philosophie und den Weg, den wir beschritten haben, so weitergehen?"

Anders als sein Noch-Sportvorstand kann sich Mislinat (Vertrag bis 2023) gewiss sein, dass er im Klub die volle Unterstützung genießt. Zu gut wurde der Umbau der Mannschaft unter seiner Regie in den letzten Monaten durchgeführt. Scheint so, als läge die Lösung für den VfB ganz, ganz nahe...

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