VfB Stuttgart

Kalajdzic-Nachfolger Serhou Guirassy: Was kann der VfB vom Angreifer erwarten?

Simon Zimmermann
Serhou Guirassy trägt jetzt das VfB-Trikot
Serhou Guirassy trägt jetzt das VfB-Trikot / James Williamson - AMA/GettyImages
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Serhou Guirassy ist zurück in der Bundesliga. Beim 1. FC Köln konnte der Angreifer die Erwartungen nur bedingt erfüllen. In der Ligue 1 erlebte er zuletzt Höhen und Tiefen. Was kann man vom 26-Jährigen in Stuttgart erwarten? Wir haben bei den Kollegen von 90minFR nachgefragt.


Sasa Kalajdzic ist weg. 18 fixe Millionen Euro Ablöse hat der VfB für den Mittelstürmer erhalten. Als Nachfolger präsentierte man am Deadline Day einen alten Bundesliga-Bekannten: Serhou Guirassy wurde von Stade Rennes mit Kaufoption ausgeliehen.

Der 26-jährige Angreifer kam 2016 erstmals auf die Bundesliga-Bühne. Damals verpflichtete der 1. FC Köln den Nationalspieler Guineas aus Lille. Immerhin 3,8 Millionen Euro Ablöse zahlte der Effzeh damals. Nach einer Leihe zu Amiens SC wurde Guirassy schließlich mit Gewinn abgegeben (sechs Millionen Euro Ablöse). Ein weiteres Jahr später ging es für ihn zu Rennes (für 15 Millionen Euro).

Stark in Amiens, solide in Rennes: In der Bundesliga muss sich Guirassy noch beweisen

In Rennes legte Guirassy solide Zahlen auf. 25 Treffer gelangen in 81 Pflichtspielen. Zwei Tore waren es in vier Champions-League-Einsätzen 2020. Zuletzt hatte Guirassy aber meist nur noch die Joker-Rolle beim Ligue-1-Klub inne.

In Deutschland war seine Bilanz beim Effzeh zuvor nicht sonderlich berühmt. Nur neun Tore gelangen dem 26-Jährigen in 45 Pflichtspielen, drei Treffer legte er auf. In Stuttgart herrscht deshalb auch leichte Skepsis, ob Guirassy den Kalajdzic-Abgang auch nur annähernd vergessen machen kann.

Aufschlüsse darüber werden erst die nächsten Wochen liefern. Beim 1:1 gegen Schalke am Samstag wurde Guirassy erst sieben Minuten vor Schluss eingewechselt und half mit, in Unterzahl den Punkt zu retten.

Matarazzo ist von Guirassy überzeugt

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo ist jedenfalls von seinem neuen Angreifer überzeugt: "Wir hatten ihn schon länger weiter oben auf der Liste. Jetzt freue ich mich sehr, dass es geklappt hat, ihn zu verpflichten."

"Er ist ein Spieler, der etwas vorzuweisen hat. Serhou ist im Strafraum gefährlich, hat ein hervorragendes Kopfballspiel, hat Tore gemacht, kann angespielt werden und Bälle festmachen und kombinieren. Er wird die Mannschaft top ergänzen", ist sich Matarazzo sicher (via kicker).

Ob er damit die VfB-Anhänger von Guirassy überzeugt? Wir haben unsere Kollegen von 90minFR gefragt, wie sich der Stürmer in Frankreich entwickelt hat und was man in Stuttgart von ihm erwarten kann.

Einschätzung aus Frankreich: "Wenn man ihm seine Freiheiten gibt..."

"In Rennes war er hauptsächlich Ersatz für Gaëtan Laborde. In den Plänen von Trainer Bruno Genesio spielte er aber keine große Rolle mehr", erklärt uns 90minFR-Redakteur Quentin Gesp.

"Im Spiel gegen den Ball nimmt er sich häufig raus. Das dürfte ein wichtiger Grund sein, warum er kein Stammspieler bei einem Top-Klub in der Ligue 1 war. Offensiv hat er ein gutes Positionsspiel und ist immer in der Lage, Tore zu erzielen", so Gesp.

Und weiter: "In Amiens, direkt nach seinem Wechsel aus Köln, hat er gezeigt, dass er gute Torjäger-Qualitäten besitzt. Für einen Klub aus der unteren Tabellenhälfte kann er durchaus eine gute Wahl sein. Vor allem dann, wenn man ihm seine Freiheiten gibt und die Mannschaft für ihn arbeitet."

"Meiner Meinung nach ist er für zehn bis zwölf Saisontore gut", so Gesps Prognose.

Eine Prognose die zeigt, dass Guirassy wohl kein reiner Eins-zu-Eins-Ersatz für Kalajdzic sein kann. Zumindest, was seine Torausbeute anbelangt. Wird er allerdings schnell ins Team integriert und bekommt das nötige Vertrauen, könnte sich der Transfer durchaus bezahlt machen. Der VfB bekommt jedenfalls einen weiteren beweglichen Angreifer, der die Offensive ohne Kalajdzic etwas schwieriger ausrechenbar machen könnte.


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