VfB Stuttgart demontiert Schalke | Spielbericht und Reaktionen

Christopher Kleis
Der VfB Stuttgart fügt Schalke die nächste Niederlage zu.
Der VfB Stuttgart fügt Schalke die nächste Niederlage zu. / Alex Grimm/Getty Images
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Der VfB Stuttgart besiegt den FC Schalke 04 nach einer spektakulären Partie. Vor allem die Standard-Schwäche der Knappen in der ersten Halbzeit ebnet den Gastgebern den Weg. Mit dem Sieg rückt der VfB auf den neunten Rang vor. Schalke bleibt das Schlusslicht der Tabelle.

Tore: 1:0 Endo (10.), 2:0 Endo (26.), 3:0 Kalajdzic (35.), 3:1 Kolasinac (40.), 4:1 Klement (88.), 5:1 Didavi (90.+2.)

Harit lässt Großchance liegen - Endo trifft zur Führung

Das Spiel begann anders als vielleicht erwartet. Schalke bemühte sich um spielerische Dominanz und kam schon in der fünften Minute zur großen Torchance durch Harit. Der Marrokaner bekam eine mustergültige Flanke von der rechten Seite. An der linken Fünferecke konnte er den Ball unbedrängt annehmen und abschließen. Aber Kobel stand ihm im Weg und verhinderte die Führung für die Knappen.

Die nicht genutzte Gelegenheit kam Schalke teuer zu stehen. Denn in der zehnten Spielminute ging der VfB nach einer Ecke von Sosa in Führung. Die komplette Schalker Hintermannschaft verlor Endo im Strafraum aus den Augen. Völlig alleingelassen durfte der Japaner aus sechs Metern abschließen. Mal wieder ein Standard-Gegentor für die Königsblauen.

Der VfB war nun die spielbestimmende Mannschaft. Offensiv gelang Schalke nur noch wenig bis gar nichts mehr. Den Stuttgartern dafür umso mehr. Fast Spiegelgleich zur Führung fiel in der 26. Minute der zweite Treffer für die Gastgeber. Diesmal kam die Ecke von links. Der Ball segelte durch den Strafraum und wurde von Anton mit der Hacke weitergeleitet. Am zweiten Pfosten wartete der abermals alleingelassene Endo, der den Ball aus kurzer Distanz nur über die Linie schieben musste. Wieder einmal ein eklatantes Fehlverhalten der Schalker Defensive.

Wer nun dachte, Schalke würde aus seinen Fehlern lernen, der irrte gewaltig. Zunächst versuchte es Kempf mit einem satten Linksschuss aus rund 20 Metern. Den Ball konnte Langer noch zur Ecke abwehren. Bei Ecken war doch bisher immer etwas passiert und so sollte es auch nach 35 Minuten weitergehen. Diesmal kam die Eck wieder von rechts. Schalke konnte den Ball nur ungenügend zur Seite weg klären. Die erneute Flanke von links wurde nicht verhindert und im Strafraum stieg Kalajdzic am höchsten. Sein Kopfball senkte sich per Bogenlampe ins Tor. So langsam wurde es viel zu einfach für die Hausherren.

Es brauchte drei Gegentore, aber plötzlich zeigte Schalke ein Lebenszeichen. Weil die Stuttgarter Defensive nicht konsequent klärte, kam Stambouli an den Ball. Der Schalker legte im Strafraum der Gastgeber quer und Kolasinacs Flachschuss aus halblinker Position landete irgendwie im Netz. Die Stuttgarter mussten sich fragen, wie es dazu kommen konnte. Man war die bessere Mannschaft und plötzlich spürten die Knappen wieder Aufwind. Zum Glück für den VfB war kurz danach Halbzeit.

Stuttgart möchte Vorsprung wiederherstellen - Schalke mit Problemen in der Defensive

Natürlich wollte Schalke nach der Halbzeit offensiver agieren. Einen Treffer hatte man schon erzielt, jetzt sollte der nächste folgen. Aber die besseren Gelegenheiten hatte der VfB. mangala scheiterte bei seinem Weitschuss an Langer. Der Ex-Stuttgarter war bis hierhin der beste Gelsenkirchener. Auch Wamangituka scheiterte ein paar Minuten später am Schalker Schlussmann.

Der Start der zweiten Halbzeit war dennoch klar verbunden mit einer deutlichen Schalker Leistungssteigerung. Vor allem vorne machte Schalke jetzt mehr. Serdar hatte die Einschussmöglichkeit aus spitzem Winkel, aber Kobel konnte gerade noch die Hände hochreißen. Der Weg für die kommenden Minuten war geebnet.

Die Knappen gingen stürmisch vor und wurden für ihre Mühen belohnt. In der 71. Minute gab es Elfmeter für Schalke. Harit war zuvor von Endo und Kempf im Strafraum zu Fall gebracht worden. Der eingewechselte Bentaleb ging voran. Aber den schwach getretenen Flachschuss konnte Kobel halten. Es war die riesige Gelegenheit für den Anschluss und der Nächste in der Reihe heftiger Rückschläge.

Solange es ging, hofften die Knappen hier auf die Überraschung. Aber dazu kam es nicht. In der 88. Minute reichte Klement stattdessen eine schnelle Drehung und ein genauer Abschluss aus 17 Metern, um Langer zu überwinden. Es war der Endpunkt in diesem Spiel, in dem der FC Schalke 04 nochmal alles gab, aber am Ende chancenlos war. Didavi krönte den auftritt der Schwaben in der 92. Spielminute. Ohne Gegenwehr schlenzte er den Ball aus knapp 20 Metern ins Tor.

Am Ende gewinnt der VfB Stuttgart auch in der Höhe verdient gegen den FC Schalke 04. Schon in der ersten Halbzeit hätten die Gastgeber die Partie entscheiden können, aber das Tor von Kolasinac gab den Gästen nochmal Selbstvertrauen. Die Schalker Angriffe verliefen sich am Ende entweder im Nirgendwo oder endeten an einem starken Kobel. Den verschossenen Elfmeter muss sich Bentaleb ankreiden lassen. Es wäre die Gelegenheit gewesen, um nochmal den Anschluss herzustellen. Es ist die nächste krachende Niederlage auf dem Weg in die zweite Liga.

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