UWCL-Viertelfinale: Barcelona und PSG tun sich gegen Underdogs schwer

Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gewann Titelverteidiger Barcelona gegen den norwegischen Underdog Brann knapper als erwartet mit 2:1. Paris Saint-Germain siegte gegen Häcken aus Schweden ebenfalls mit 2:1.
Riesige Freude: Brann Bergen konnte gegen Titelverteidiger Barcelona zur Pause den Ausgleich bejubeln
Riesige Freude: Brann Bergen konnte gegen Titelverteidiger Barcelona zur Pause den Ausgleich bejubeln / PAUL S. AMUNDSEN/GettyImages
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Beide Favoriten haben sich im in den Mittwochs-Spielen der UWCL schwerer getan als erwartet: Paris und Barcelona gewannen beide nur mit 2:1 gegen die Underdogs Häcken und Brann. Dabei ähnelten sich auch die Spielverläufe: In beiden Spielen ging der Favorit in der ersten Halbzeit in Führung, bevor die Gastgeberinnen je kurz vor dem Pausenpfiff ausglichen. In den zweiten 45 Minuten gelang PSG und Barcelona aber der erneute Führungstreffer, worauf die Außenseiter keine Antwort mehr hatten.

Abstauber und Paraden in Schweden

BK Häcken - Paris Saint-Germain 1:2

23.: 0:1 - Eva Gaetino (PSG)
42.: 1:1 - Rosa Kafaji (Häcken)
74.: 1:2 - Tabitha Chawinga (Paris)

Bei BK Häcken hat sich PSG erwartungsgemäß durchgesetzt. Leicht machten die Schwedinnen es dem Favoriten aber nicht. In der Gruppenphase hatte Häcken bereits Real Madrid und Paris FC geschlagen, auch gegen den französischen Vizemeister zeigten sie, dass sie in das Viertelfinale gehören.

Paris reiste mit guter Laune an, nachdem sie zuletzt den Einzug in das französische Pokalfinale gefeiert hatten und in der Liga einen entspannten Sieg verzeichnen konnten. Häcken dagegen befindet sich aktuell in der Saisonpause: Die schwedische Liga spielt aufgrund des langen Winters zu anderen Zeiten.

Herausragende Spielerin für PSG war erneut die Stürmerin Tabitha Chawinga, die zu Saisonbeginn aus Mailand gekommen war. Die 27-Jährige steht inzwischen bei 26 Spielen in allen Wettbewerben für Paris. Auf Seite von Häcken stach erneut das schwedische Toptalent Rosa Kafaji heraus, die mit ihren 20 Jahren bereits eine Schlüsselrolle bei den Schwedinnen spielt.

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Rosa Kafaji (rechts) jubelt über den zwischenzeitlichen Ausgleich / ADAM IHSE/GettyImages

Paris wollte Häcken von Anfang an unter Druck setzen, in der Anfangsphase blieb es aber bei vielen Zweikämpfen im Mittelfeld ohne klare Chance auf beiden Seiten. Die erste große Gelegenheit gab es erst in der 20. Minute: Jennifer Falk parierte für Häcken stark gegen eine Volleyabnahme von Paris' Sakina Karchaoui. Drei Minuten später klingelte es dann aber im schwedischen Kasten - 1:0 für PSG. Einen Kopfball von Chawinga konnte Falk erneut parieren, bei dem anschließenden Abstauber von Eva Gaetino, die ihr Champions-League-Debüt feierte, war sie aber machtlos.

Häcken steckte nicht auf, verteidigte leidenschaftlich, auch wenn es in der Offensive lange Stückwerk blieb. Dann bejubelten die Schwedinnen vor heimischem Publikum kurz vor der Pause doch noch dem Ausgleich: Anna Anvegard kam in einem Laufduell zu Fall, der Schiedsrichter zeigte direkt auf den Punkt. Kafaji schoss zunächst zu unplatziert, schaltete dann aber am schnellsten und konnte den Abpraller zum 1:1 verwerten. Falk rettete nochmal gegen De Almeida (45.+5), dann ging es in die Pause.

Bald zappelte darauf wieder das Netz - Chawinga traf nach Steckpass von Mittelfeldspielerin Grace Geyoro, stand aber im Abseits (54.). Danach ging es ähnlich wie im ersten Durchgang mit einem kämpferischen, teils zähen Spiel weiter - Chawinga erwies sich schließlich als X-Faktor für PSG, als sie in der 74. Minute nach Flanke von Amelie Vangsgaard zur erneuten Führung traf.

Bis auf Rosa Kafaji, deren Versuch in der 85. Minute von Paris' Torhüterin, der Ex-Wolfsburgerin Kiedrzynek, entschärft wurde, blieb Häcken letztlich zu harmlos, um nochmal zurückzukommen. Im Rückspiel in der nächsten Woche muss Häcken auswärts antreten und braucht eine bärenstarke Leistung, um doch noch die Sensation zu schaffen. Paris fuhr einen verdienten Arbeitssieg ein, konnte sich aber nicht mit einer Glanzleistung für höhere Aufgaben empfehlen.

Tabitha Chawinga
Tabitha Chawinga machte den Unterschied für PSG / Jean Catuffe/GettyImages

Norwegisches Mauern, spanischer Chancenwucher

Brann Bergen - FC Barcelona

9. 0:1- Caroline Graham Hansen (Barcelona)
39. 1:1 - Redisch Kvamme (Brann)
72. 1:2 - Salma Paralluelo (Barcelona

Alle Chancen hier aufzulisten, würde lange dauern: Allein in der ersten Hälfte hatte Barcelona gegen den norwegischen Underdog Brann Bergen 24 Schüsse. Und doch stand es zur Führung 1:1 - einzig Caroline Graham Hansen, ebenso wie Ingrid Engen eine Landsfrau ihrer Gegnerinnen, traf für die haushoch überlegenen Titelverteidigerinnen.

Die 29-Jährige ist in der Form ihres Lebens, steht bei unglaublichen 49 Scorerpunkten in allen Wettbewerben für Barcelona. In der neunten Minute fand ein abgefälschter Schuss von ihr, nach einer Ecke, den Weg ins Tor. Die Brann-Fans, die im heimischen Stadion wieder gute Stimmung machten, hatten bereits ein Debakel zu befürchten: Barça drückte auch nach dem Führungstor weiter. Graham Hansen blieb Dreh- und Angelpunkt der Offensive der Katalaninnen, vergab in der 21. Minute eine weitere hochkarätige Chance.

Caroline Graham-Hansen
Immer dabei: Caroline Graham Hansen / Ion Alcoba Beitia/GettyImages

Vor allem ab der dreißigsten Minute erspielte sich Barcelona ein Chancenfestival: Mariona Caldentey (33., 35.) und Aitana Bonmatí (34.) ließen gute Möglichkeiten ließen. Das lag aber auch an der stark aufgelegten Brann-Torhüterin Aurora Mikalsen, die sich mehrmals auszeichnen konnte.

Völlig aus dem Nichts konnte Brann dann den Ausgleich erzielen: Nach einem der raren Konter flankte Kielland von links, für ihre Hereingabe fühlte sich niemand in der spanischen Hintermannschaft verantwortlich - und so war Branns Kapitänin Redisch Kvamme am zweiten Pfosten zur Stelle und rutschte in den Schuss und ins Glück (39.) Kurz vor Pausenpfiff setzte Barcelonas Paredes noch einen Kopfball an die Latte.

Auch in der zweiten Hälfte war es ein Spiel auf ein Tor. Barcelona hatte aber weniger klare Chancen als zuvor, Brann konnte besser für Entlastung sorgen. In der 61. Minute schaltete sich der VAR wegen eines möglichen Foulelfmeters für Barcelona ein, gab den Strafstoß aber nicht. Graham Hansen zielte mit einem Schuss am langen Eck vorbei (64.)

Dann brach Barcelona schließlich doch durch: Ballon-d'Or-Gewinnerin Aitana Bonmatí leitete den Angriff stark ein und legte dann auf Youngsterin Salma Paralluelo ab, die mit leicht abgefälschtem Schuss zur 2:1-Führung traf (72.)

Salma Paralluelo
Salma Parallel schoss das 2:1 für Barcelona / Ion Alcoba Beitia/GettyImages

Mit der Führung in der Tasche schaltete Barcelona dann einen Gang zurück. Die Elf von Coach Jonatan Giraldez, der zum Saisonende in die USA wechselt, blieb überlegen, aber ging nicht mehr mit vollem Einsatz auf das dritte Tor. Mikelsen lenkte noch einen Distanzschuss von Bonmatí über die Latte (90.+2) Brann, das ehemalige Team von Bayern-Coach Alexander Straus, leistete wackeren Widerstand - wie bei Häcken im vorigen Spiel ging aber wenig bis nichts nach vorne.

Die Resultate aus den Dienstags-Spielen

Bei den ersten beiden Spielen im Viertelfinale schossen die deutschen Nationalspielerinnen Sjoeke Nüsken (Chelsea) und Sara Däbritz (Lyon) ihre Teams zum Sieg.

  • Ajax Amsterdam - FC Chelsea 0:3
  • Benfica Lissabon - Olympique Lyon 1:2