1. FC Union Berlin

Nach Antisemitismus-Eklat in der Conference League: UEFA verhängt Strafe gegen Union Berlin

Simon Zimmermann
Fans von Maccabi Haifa im Berliner Olympiastadion
Fans von Maccabi Haifa im Berliner Olympiastadion / Martin Rose/GettyImages
facebooktwitterreddit

Die UEFA hat auf den Antisemitismus-Eklat im Conference-League-Heimspiel von Union Berlin gegen Maccabi Haifa reagiert. Die Eisernen müssen im kommenden Heimspiel auf Teile der eigenen Fans verzichten.


In Europa muss Union seine Heimspiele bekanntlich im Berliner Olympiastadion austragen. Wenn die Eisernen am 11. November Feyenoord Rotterdam empfangen, müssen die Sektoren 13 und 14 leer bleiben. Die UEFA verhängte nach den Vorfällen gegen Haifa diese Strafe.

In den Sektoren, wo normalerweise die Union-Fans sind, muss zudem ein Banner platziert werden, auf dem das UEFA-Logo zu sehen ist und die Botschaft '#NoToRasism' prangert.

Augenzeuge berichtet von Vorfällen gegen Haifa

Was war beim 3:0-Sieg über Haifa auf den Rängen vorgefallen? Ein Augenzeuge berichtete der Bild: "Es waren Einzelne, die begannen uns zu bepöbeln. Wir standen in Block 13,14 schräg über dem Gästeblock. Da standen etwa 100 Maccabi-Fans und mehrere Hunderte Union-Fans. Die Karten waren ja im freien Verkauf. Die Maccabi-Fans hatten gegen Anpfiff ein Choreo, daraufhin begannen erste Pöbeleien. Als das 1:0 für Union fiel, kippte die Stimmung. Dann versuchte jemand, eine Israel-Fahne anzuzünden. Es fiel der Begriff 'Scheiß-Jude'. Es war eine Handvoll Leute, die uns bepöbelten. Es gingen aber auch Unioner dazwischen. Das war ein Trostpflaster. Dann gaben sich Zivilpolizisten zu erkennen. Sie nahmen Daten auf, wollten diesen später auch festnehmen, wohl aus taktischen Gründen nicht sofort. Schließlich sind wir mit rund 20 Leuten rüber in den Gästeblock."

Die Eisernen hatten sich bereits am 6. Oktober zu den Vorfällen geäußert. Es sei gelungen, einen der Angreifer zu identifizieren. Gemäß der Vereinssatzung sei ein Verfahren zum Vereinsausschluss eingeleitet worden. Zudem wurde ein unbefristetes Hausverbot ausgesprochen.

"Wir danken den Unionern, die sich am Abend des Spiels mit den Angegriffenen solidarisiert haben und unseren Fanclubs für die deutliche Positionierung. Es ist gut, dass wir bereits einen Täter identifizieren konnten. Für Diskriminierung gibt es beim 1. FC Union Berlin keinerlei Toleranz. Wir haben daher alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen eingeleitet, um diese Person aus unseren Reihen zu entfernen. Alle uns vorliegenden Informationen haben wir darüber hinaus an das ermittelnde Landeskriminalamt übermittelt", teilte Union-Präsident Dirk Zingler damals mit.

Unions Ausgangslage in der Conference League

Nach der Hinrunde der Gruppenphase liegen die Eisernen mit einem Sieg und zwei Niederlagen auf dem letzten Platz. Feyenoord führt die Gruppe E mit sieben Zähler an, dahinter folgen Haifa (vier Punkte), Slavia Prag (3) und Union Berlin (3).

facebooktwitterreddit