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Folgen des Ukraine-Kriegs: Darf Roman Abramowitsch nicht mehr Chelsea-Boss sein?

Simon Zimmermann
In England wächst der Druck auf Roman Abramowitsch
In England wächst der Druck auf Roman Abramowitsch / Marc Atkins/GettyImages
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Seit 2003 ist Roman Abramowitsch Mäzen des FC Chelsea. Unter der Ära des 55-jährigen Russen haben sich die Blues zu einem Topklub im europäischen Fußball entwickelt, der mit dem Titel bei der Klub-WM alle wichtigen Trophäen des Klubfußballs in der Vitrine stehen hat.

Zurückzuführen ist dieser Erfolg zu einem Großteil auf die Investitionen von Roman Abramowitsch. In Großbritannien steht der 55-Jährige dennoch schon seit geraumer Zeit in der Kritik. Mit den Kriegshandlungen von Russland gegen die Ukraine hat sich diese Kritik nun erneut verschärft. Forderungen werden laut, dass Abramowitsch nicht mehr Klubeigentümer des FC Chelsea sein darf.

Abgeordneter fordert Abramowitsch-Rückzug

Wie der Telegraph berichtet, forderte der Labour-Abgeordnete Chris Bryant im Parlament, dass Abramowitsch "nicht länger in der Lage sein" dürfe, "einen Fußballklub in diesem Land zu besitzen". Bryant berief sich dabei auf ein Dokument, dass Abramowitschs Verbindung zu Russlands Präsident Wladimir Putin nahelegt. Dieses Dokument des Innenministeriums aus dem Jahr 2019 sei zu ihm durchgesickert.

Darin heißt es: "Als Teil der Russland-Strategie des HMG [britische Regierung, Anm. d. Red.], die darauf abzielt, illegale Finanzen und bösartige Aktivitäten ins Visier zu nehmen, bleibt Abramowitsch aufgrund seiner Verbindungen zum russischen Staat und seiner öffentlichen Verbindung mit korrupten Aktivitäten und Praktiken für das HMG von Interesse."

Und weiter: "Das HMG konzentriert sich darauf, sicherzustellen, dass Personen, die mit illegaler Finanzierung und bösartigen Aktivitäten in Verbindung stehen, sich nicht im Vereinigten Königreich niederlassen können, und wird die ihm zur Verfügung stehenden Instrumente, einschließlich der Einwanderungsbefugnisse, nutzen, um dies zu verhindern."

Abramowitsch dementiert Verbindungen zu Putin

Abramowitsch hatte zuletzt stets zurückgewiesen, dass er in direkter Beziehung zu Putin stehe. Das britische Parlament behält sich dennoch weitere Maßnahmen, die auch Abramowitsch direkt betreffen, vor.

2018 hatte Abramowitsch einen Visums-Antrag für Großbritannien zurückgezogen. Der 55-Jährige besitzt allerdings auch die portugiesische und israelische Staatsbürgerschaft (via Telegraph). An der Stamford Bridge sah man ihn dennoch lange Zeit nicht. Im vergangenen November hatte er das erste Mal in den letzten drei Jahren ein Heimspiel seiner Blues vor Ort besucht.

Nach den neusten Entwicklungen dürfte die britische Regierung nun genauestens Prüfen, ob Abramowitsch weiterhin Chelsea-Boss sein darf. Nicht auszuschließen, dass sich der 55-jährige Russe von den Blues gänzlich zurückziehen muss.


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