UEFA verkündet Regeländerung: EM-Schiris sollen nur noch mit Kapitänen sprechen

Bei der anstehenden Europameisterschaft in Deutschland kommt es zu einem Novum. Nach einer Regeländerung der UEFA sollen Schiedsrichter nur noch mit den Team-Captains sprechen.
Schiedsrichterin Stephanie Frappart im Dialog mit Manuel Neuer
Schiedsrichterin Stephanie Frappart im Dialog mit Manuel Neuer / Alexander Hassenstein/GettyImages
facebooktwitterreddit

Während der deutsche EM-Kader dieser Tage Stück für Stück bekanntgegeben wird, hat nun auch der europäische Fußballverband UEFA eine brisante Neuigkeit für die anstehende Europameisterschaft verkündet. Und zwar kommt es beim Turnier, das in knapp vier Wochen beginnt, zu einem Regel-Novum. So soll die Kommunikation auf dem Platz ausschließlich zwischen Schiedsrichter und Mannschaftskapitän stattfinden. Das verkündete Schiedrichter-Funktionär Roberto Rosetti am Dienstag in einer offiziellen Mitteilung der UEFA.

"Natürlich wird es immer umstrittene Entscheidungen geben. Dennoch möchte sich die UEFA nicht mit dem Status Quo abfinden, weshalb die Schiedsrichter ihre Entscheidungen bei allen Spielen der UEFA EURO 2024 häufiger den Mannschaften gegenüber gegründen sollen", begründet der Italiener. Weiter heißt es im Schreiben der UEFA: "Die Kapitäne haben ihrerseits dafür zu sorgen, dass ihre Mitspieler den Referee weder bedrängen noch direkt ansprechen, damit die Entscheidung möglichst rasch und respektvoll erklärt werden kann."

UEFA will Rudelbildungen bei EM-Spielen verhindern

Das Ziel der Regeländerung ist klar: Rudelbildungen um den Schiedsrichter herum sollen so verhindert werden. Stattdessen kommuniziert der Offizielle seine Entscheidung in einem schnellen Einzelgespräch an den Teamcaptain, der alles Wichtige daraufhin an seine Mitspieler weitergeben kann. Im Idealfall sorgt das dann für weniger Diskussionen auf dem Platz und einen reibungsloseren Spielablauf.

Schiedsrichter können bei Regelverstoß Gelbe Karten verteilen
Schiedsrichter können bei Regelverstoß Gelbe Karten verteilen / Isosport/MB Media/GettyImages

Die UEFA hat alle 24 qualifizierten Mannschaften dazu aufgefordert, für die Einhaltung der neuen Regel zu sorgen und dem Schiedsrichter entsprechende Freiheiten einzuräumen. Sollte es in einem Spiel des Turniers dennoch zu Verstößen kommen, droht den Spielern eine persönliche Verwarnung in Form von Gelben Karten. Damit sollten alle Profis gewarnt sein, denn bei Europameisterschaften greift schon nach zwei Gelben Karten eine Gelbsperre für das nachfolgende Spiel. Erst nach dem Viertelfinale werden bestehende Gelbe Karten wieder gestrichen, um eine mögliche Sperre im Finale auszuschließen.

Sonderfall Manuel Neuer: Was passiert mit Torhüter-Kapitänen?

Sollte bei einem Nationalteam der Torwart die Kapitänsbinde tragen - also wie im Falle Deutschlands mit Manuel Neuer - muss vor jedem Spiel ein Feldspieler zum Ansprechpartner für den Schiedsrichter ernannt werden. Damit soll eine schnelle Kommunikation überall auf dem Platz gewährleistet und weite Wege für Torwart bzw. Schiedsrichter vermieden werden.


Alles Wichtige zur EM 2024 lesen:

manual