Überlebensgroßes Laporta-Banner in Sichtweite des Bernabéu-Stadions!

Guido Müller
Laporta "exportiert" den Präsidentschafts-Wahlkampf bei Barça nach Madrid!
Laporta "exportiert" den Präsidentschafts-Wahlkampf bei Barça nach Madrid! / Robert Marquardt/Getty Images
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Wahlkämpfe um die Präsidentschaft bei den großen spanischen Klubs treiben bisweilen seltsame Blüten. Die letzte kann man seit gestern, gut sichtbar, an einer Hausfassade, nur einen Steinwurf vom Bernabéu-Stadion, bewundern. Nur dass hier der Kandidat auf den Chef-Sessel beim FC Barcelona, und nicht bei Real Madrid, sein Konterfei ausgestellt hat.

Joan Laporta, der den Azulgrana bereits zwischen 2003 und 2010 als Präsident vorsaß, hat sich für seine Kandidatur etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ausgerechnet in der Höhle des Löwen, an der Kreuzung Calle Santiago Bernabéu und Paseo de La Habana, quasi in Sichtweite der königlichen Heimstatt, prangt seit Kurzem ein riesiges Porträt des Präsidentschafts-Anwärters, versehen mit der Zeile: "Ganas de volver a veros", übersetzt: "Lust, Euch wiederzusehen!"

Der Ort ist auch in einem anderen Zusammenhang nicht zufällig gewählt. In dem Gebäude, an dessen Seitenfassade das überdimensionale Banner prangt, hatten in den Neunzigerjahren Ramón Mendoza und Juan Manuel Herrero ein Anwaltsbüro. Mendoza war von 1985 bis 1995 zehn Jahre lang Präsident der blancos, Herrera dessen erster Vize-Präsident.

Die Reaktionen der Anwohner im Speziellen und der Bürger der spanischen Hauptstadt im Allgemeinen ließen logischerweise nicht lange auf sich warten. Manche nahmen es mit einer Brise Humor. Wie jener User in den sozialen Netzwerken, der darüber erleichtert war, dass der Text auf dem Plakat "wenigstens in kastilisch, und nicht katalanisch" verfasst war.

Nach der formalen Einberufung der Wahl in dieser Woche, steht ein Termin für die Abstimmung nun fest: am 24. Januar 2021 wählen die blauroten socios ihren neuen Klub-Chef. Ob das riesige Konterfei eines der Top-Kandidaten dann immer noch in Sichtweite des Bernabéu-Stadions hängt, bleibt abzuwarten.

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