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Trostlose Nullnummer: Werder enttäuscht im Relegations-Hinspiel gegen Heidenheim

FBL-GER-BUNDESLIGA-RELEGATION-WERDER BREMEN-HEIDENHEIM
Bild mit Symbolkraft: Werder brachte im Relegations-Hinspiel kaum etwas zustande | CARMEN JASPERSEN/Getty Images

Teil I des Relegations-Showdowns um den letzten Platz in der Bundesliga 2020/21 ist Geschichte. Im heimischen Weserstadion wollte der SV Werder gegen den Underdog aus Heidenheim vorlegen. Heraus kam ein unterirdischer Kick, bei teils strömenden Regen. Die Hausherren spielten sich über 90 Minuten keine echte Torchance heraus, die Gäste aus der schwäbischen Alb verteidigten gekonnt. Die Entscheidung ist so auf Montag vertagt!

Tore: Fehlanzeige

Welche Noten haben die Werder-Spieler verdient?

Vor dem Spiel waren Banner der Werder-Fans zu sehen. "Zwei Spiele dürfen nicht über die Leistung einer ganzen Saison entscheiden! Relegation abschaffen", war darauf zu lesen. Zusammen mit einem Sackgassenzeichen ("Sackgasse Relegation - Aufstieg").

Kurios mutet das Banner an, weil es Werder der Relegation zu verdanken hat, überhaupt noch an den Klassenerhalt hoffen zu dürfen. Dennoch solidarisierten sich die SVW-Fans mit den Heidenheimern.

Auf dem Platz spielte das natürlich keine Rolle. Der Bundesligist war in den bislang elf Duellen seit der Wiedereinführung der Relegation 2009 meist der Sieger. Acht Mal setzte sich der vermeintliche Favorit durch, dreimal nur schaffte der Zweitliga-Dritte den Aufstieg.

Die Partie begann wie erwartet, Werder hatte die meiste Zeit über den Ball, Heidenheim versuchte kompakt zu stehen und Werder im Mittelfeldpressing auf die Außen zu lenken. Grün-Weiß tat sich entsprechend schwer, ins letzte Drittel zu kommen - Chancen auf Seiten der Hausherren gab es in den ersten 30 Minuten keine.

Die mutige Umschaltbewegung, die FCH-Coach Frank Schmidt vor dem Spiel forderte, war auf Gäste-Seite aber ebenfalls kaum zu sehen. Und so blieben Auftritte des FCH in der Werder-Hälfte kurz und ungefährlich.

Die beste Gelegenheit vor der Pause bot sich Werder in der 36. Minute. Per Freistoß durfte Rashica von Halblinks aussichtsreich ran. Sein Schuss aus gut 20 Metern ging aber in die Mauer und blieb harmlos. Am Ende ging es tor- und relativ trostlos in die Kabine.

In Durchgang zwei blieb das Bild ähnlich: Werder mit über 70 Prozent Ballbesitz, heraus sprang dabei - nichts!

Nach 65 Minuten reagierte Florian Kohfeldt gleich dreifach: Fin Bartels, Christian Groß und Leonardo Bittencourt kamen in die Partie, Philipp Bargfrede, etwas überraschend Davy Klaassen und Niclas Füllkrug gingen vom Feld.

Das Gewitter fand aber auch nach der Wechselorgie nur über Bremen statt, auf dem Rasen blieb es unansehnliches Stückwerk.

Standards waren bei der spielerischen Armut gern gesehene Situationen. In der 76. bekam Werder erneut aus halblinker Position einen Freistoß an der Strafraumgrenze. Dieses Mal durfte sich Bittencourt probieren. Und der - schoß ebenfalls direkt in die Mauer!

Kurz vor Schluss kam es noch dicker für Werder: Kapitän Niklas Moisander holte Sebastian Griesbeck von den Füßen und sah dafür seine zweite gelbe Karte. Der Abwehrchef fehlt damit im alles entscheidenen Rückspiel.

In der Nachspielzeit dann beinahe noch die Katastrophe aus Werder-Sicht. Nach einer Flanke kam Jonas Föhrenbach zum Kopfball, die Kugel ging aber knapp am Pfosten vorbei.