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Tuchel nach CL-Aus "enttäuscht und stolz" - heftige Kritik am Schiedsrichter

Jan Kupitz
Tuchel und Marciniak
Tuchel und Marciniak / FRANCK FIFE/GettyImages
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Der FC Chelsea ist nach einem großen Kampf aus der Champions League ausgeschieden. Thomas Tuchel war mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden - mit dem des Schiedsrichters allerdings weniger.


Obwohl die Lage nach dem Hinspiel fast aussichtslos schien, war der FC Chelsea am Dienstagabend kurz davor, erneut in die Runde der letzten Vier der Champions League einzuziehen. Nach dem 3:0-Treffer durch Timo Werner trennte die Blues lediglich eine Viertelstunde vom Halbfinale - doch dann zerstörten Rodrygo und Karim Benzema (in der Verlängerung) die Träume der Londoner.

Tuchel: "Glück war nicht auf unserer Seite"

Thomas Tuchel, der nach dem Hinspiel noch sichtbar geknickt und frustriert gewesen war, erklärte nach dem Spiel in Madrid, dass er "sehr enttäuscht und gleichzeitig sehr stolz" sei. "Wir haben ein fantastisches Spiel gemacht, wir haben verdient gewonnen und wir hatten große Chancen, noch mehr Tore zu erzielen", führte der Chelsea-Coach (via Guardian) aus.

"Leider haben wir in den entscheidenden Momenten und gegen Real Madrid zwei Fehler gemacht. Wir hätten es verdient gehabt, weiterzukommen. Aber es hat nicht sollen sein. Man braucht das Glück, und das war nicht auf unserer Seite."

Ein Dorn im Auge war Tuchel hierbei die Leistung des polnischen Schiedsrichters Szymon Marciniak, der nach Eingriff des VAR einen Treffer von Marcos Alonso aberkannte, weil die Hand eventuell im Spiel gewesen war. Eine heikle Entscheidung, bei der Tuchel vor allem monierte, dass Marciniak sich die Szene nicht einmal selbst am Bildschirm anschaute, sondern nur auf seinen Assistenten vom VAR hörte.

Warum ging Marciniak nicht zum Bildschirm?

"Ich habe ihm gesagt, dass ich sehr enttäuscht bin, dass er nicht kommt und sich [die Aufnahmen des Handspiels] selbst ansieht. Man sollte der Chef bleiben und die Entscheidung nicht jemandem überlassen, der in einem Stuhl sitzt, isoliert von der Atmosphäre. Er sollte das Sagen haben und es selbst überprüfen und es besser erklären", sprach der Deutsche Klartext!

"Ich fand auch, dass wir hätten am Ende mehr Minuten [Nachspielzeit] verdient gehabt hätten. Vielleicht ist es zu viel verlangt, in solchen Spielen gegen diesen Gegner. Wir hatten es in der Hand, aber wir hatten nicht das nötige Glück."

Mit dem fehlenden Glück meinte Tuchel nicht nur Spielszenen, sondern eben auch die Schiedsrichterentscheidungen. Der 48-Jährige war der Meinung, dass Chelsea in beiden Spielen gegen Real Madrid benachteiligt wurde. "Das ist nicht nur heute so, das war schon im Hinspiel so. Vielleicht bekomme ich Probleme [wenn ich rede]. Wenn man gegen Real Madrid spielt, kann man vielleicht damit rechnen, dass nicht jeder den Mut hat", erklärte er vielsagend.

Auch die Tatsache, dass Marciniak nach Schlusspfiff bei den Shakehands mit Carlo Ancelotti zusammenstand und herzlich lachte, wurde von Tuchel kritisiert. "Ich war enttäuscht, dass der Schiedsrichter sich mit meinem Kollegen Ancelotti amüsiert hat. Ich weiß, dass Carlo ein Gentleman und ein netter Kerl ist. Als ich ging, sah ich ihn [Marciniak] lächeln und laut lachen mit dem gegnerischen Trainer - ich denke, das ist ein sehr, sehr falscher Zeitpunkt, dies am Ende eines 120-minütigen Kampfes zu tun, wenn man alles gibt."


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