Thomas Reis will Schalke mit neuen Regeln zum Klassenerhalt coachen

Yannik Möller
Thomas Reis
Thomas Reis / Christof Koepsel/GettyImages
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Bei Schalke 04 steht Thomas Reis in der Verantwortung, den schwierigen Klassenerhalt zu erreichen. Das geht der Trainer nicht nur mit bloßem Training an, sondern auch mit neuen Regeln, neuen Anreizen und einer verbesserten Atmosphäre.


Es wird für Schalke schwierig genug, sich in der Bundesliga zu halten. Die aktuelle Ausgangslage, mit welcher der Aufsteiger in den Liga-Alltag zurückkehren wird, hat es in sich. So sind es nicht nur schon fünf Punkte Abstand zum derzeit rettenden Ufer. Direkt zum Restart geht es innerhalb weniger Tage gegen Eintracht Frankfurt und gegen RB Leipzig.

Schnell wird klar: Bloß mit gutem Training wird es für Königsblau nicht reichen. Das weiß auch Reis. Der 49-Jährige, der diese große Herausforderung bewältigen soll, muss zugleich in der Mannschaft für ein gewisses Klima sorgen. Es soll ambitioniert und ehrgeizig zugehen, Zuckerbrot und Peitsche, auch mit neuen Regeln - aber auch mit einer guten Stimmung.

Aus Strafen- wird Spendenkatalog - Reis forciert notwendige Spannungen

Eine kleine, aber feine Änderung, die Reis laut der Sportbild vorgenommen hat: Der Strafenkatalog heißt nun Spendenkatalog und wird von ihm persönlich protokolliert. Den Katalog, den es speziell für das Trainerteam gibt, soll er mit großer Zustimmung fortgeführt haben.

Doch warum wird aus einer Strafe eine Spende? Weil es sich aus der Sicht des Trainers um Entschuldigungen bei der Mannschaft handelt. Kommt beispielsweise jemand zu spät, muss er zahlen, weil er dem Team gegenüber einen Nachteil eingebracht hat. Das gesammelte Geld wird dann entweder für gemeinsame Aktivitäten benutzt oder auch für wohltätige Zwecke gespendet. Ein Grund mehr für die Umbenennung.

Das ist jedoch nicht die einzige Änderung, die unter Reis zum Vorschein kommt. Unter ihm darf es nicht nur rauer auf dem Platz zugehen, es soll auch deutlicher gesprochen werden.

Ein Beispiel, an dem die Sportbild die Forderung erklärte: Läuft sich ein Stürmer im Training für eine Hereingabe frei, die dann vom Mitspieler aber gar nicht oder schlecht gespielt wird, soll und kann sich der Angreifer gut und gerne lauthals darüber aufregen. Das zeigt nicht nur den Ehrgeiz, sondern fördert ihn auch.

"Mein Appell an die Mannschaft ist: Lasst euch nicht alles gefallen! Sowohl im Training, als auch im Spiel. Das darf man dann auch mal lautstark äußern", so die Erklärung des Trainers. Er forciert eine klare Ansprache untereinander, die hart aber herzlich sein soll.

Interne Streitigkeiten oder Querelen soll es dadurch aber nicht geben. Dafür will Reis mit seinem Trainerteam sorgen, wobei derzeit kein allzu großes Eingreifen notwendig zu sein scheint.

Stimmung ist (noch) gut: Positive Beobachtungen im Schalker Trainingslager

Dem Bericht zufolge hat er im Trainingslager die Beobachtung gemacht, dass die Stimmung intern - trotz der düsteren Lage - gewiss nicht schlecht ist. Trainingsspiele, die auch für Spaß sorgen sollen, wie etwa ein "Alt gegen Jung", werden trotz der anschließenden Spendenzahlung des Verliererteams positiv und mit der gewissen Prise Lockerheit aufgenommen.

Auch beim gemeinsamen Essen, wo es dieses Mal keine festgelegte Sitzordnung gab, gab es die positive Erkenntnis: Die Tische waren immer wieder neu zusammengesetzt und die Spieler blieben über ihre Mahlzeit hinaus zusammen, redeten und verbrachten die Zeit weiterhin zusammen. Eine Grüppchenbildung ist demnach keineswegs zu erkennen. So gut wie jeder scheint mit jedem auszukommen.

Eine gute Stimmung ist noch kein Garant für gute Leistungen und Ergebnisse. Es kann aber ein wichtiger Zusatz sein, wenn ein positiver Zusammenhalt die vermeintlich fehlende Qualität zumindest ein wenig ersetzen kann.

Dazu passend das Mantra von Reis: Wir gegen den Rest. Schalke ist der Jäger, die anderen sind die Gejagten. Umso wichtiger, dass auch alle mitziehen. Wer das nicht kann, wie etwa Ibrahima Cissé und Sidi Sané beim Lauftraining in Belek, bekommt auch entsprechende Kommentare mit auf den Weg gegeben.


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