Streit mit FC Bayern: DFB wirft Münchnern Wortbruch vor

Martina Voss-Tecklenburg und Joti Chatzialexiou
Martina Voss-Tecklenburg und Joti Chatzialexiou / Alex Grimm/GettyImages
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Dicke Luft zwischen der Frauen-Nationalmannschaft und dem FC Bayern: Verband und Klub haben offenbar unterschiedliche Vorstellungen von der WM-Vorbereitung und konnten sich nicht auf einen Abstellungstermin für die fünf bayerischen Nationalspielerinnen einigen.

Bei der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders erklärte der DFB, dass die Bayern-Spielerinnen anders als der Rest der Nationalelf später mit der WM-Vorbereitung beginnen werden. Die Münchnerinnen - betroffen sind Caro Simon, Lina Magull, Sydney Lohmann, Klara Bühl und Lea Schüller - werden erst am 23. Juni ins erste Pre-Camp nach Herzogenaurach reisen. Eigentlich beginnt das Trainingslager am 20. Juni.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, gaben offen zu, dass es einen Dissens mit dem FC Bayern gibt.

"Entgegen getroffener Absprachen zu Beginn des Jahres hat sich leider ein Verein dazu entschieden, seine Spielerinnen nicht, wie vereinbart, zum 20. Juni abzustellen", wird Chatzialexiou in der offiziellen DFB-Pressemitteilung zitiert. "Wir waren noch bis zum gestrigen Abend in Gesprächen, um eine Lösung im Sinne der Mannschaft und aller Spielerinnen zu finden – ohne ein für uns zufriedenstellendes Ergebnis. Darüber sind wir enttäuscht, da es sich erheblich auf die Vorbereitung auswirkt."

Auf der Pressekonferenz im Rahmen der Kader-Bekanntgabe legte der 47-Jährige nach und warf den Münchnern "Wortbruch" vor.

Auch Martina Voss-Tecklenburg machte aus ihrer Enttäuschung über die Entscheidung der Bayern keinen Hehl. Die Bundestrainerin nahm gleichzeitig die betroffenen Spielerinnen in Schutz, die zwischen den Stühlen sitzen würden. Es habe interne Gespräche mit dem Quintett gegeben, deren Inhalt will Voss-Tecklenburg aber vertraulich behandeln.

Die Münchnerinnen sicherten sich am vergangenen Sonntag (28. Mai) im letzten Bundesliga-Spiel gegen Turbine Potsdam die Deutsche Meisterschaft. Offenbar ist der Klub der Ansicht, dass die gut dreiwöchige Pause bis zum Start des ersten Trainingscamps am 20. Juni zu kurz ist. Ein offizielles Statement des FC Bayern zu den Vorwürfen des DFB gibt es bislang noch nicht.

Bemerkenswert: Die Spielerinnen des VfL Wolfsburg, die am Samstag (3. Juni) noch das Finale der UEFA Women's Champions League (UWCL) bestreiten, werden pünktlich am 20. Juni zum DFB stoßen.

Die WM-Vorbereitung der Frauen-Nationalmannschaft im Überblick

Vorbereitungsphase

Termin

Ort

Erstes Trainingslager

20. - 28. Juni

Herzogenaurach, adidas World of Sports

Erstes Testspiel gegen Vietnam

24. Juni

Offenbach

Zweites Trainingslager

1. - 8. Juli

Herzogenaurach, adidas World of Sports

Zweites Testspiel gegen Sambia

7. Juli

Fürth

Nach dem zweiten Trainingslager wird Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg den endgültigen Kader (23 Spielerinnen) für die WM in Australien und Neuseeland bekannt geben.

Das Turnier beginnt am 20. Juli. Die deutsche Mannschaft startet am 24. Juli mit dem ersten Gruppenspiel gegen Marokko. Außerdem trifft die DFB-Elf in der Gruppe H auf Kolumbien (30. Juli) und Südkorea (3. August).