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Ballon dOr

Die Stimmen zur Ballon d'Or-Wahl - "Glückwunsch dennoch an Messi"

Yannik Möller
Lionel Messi ging als großer Gewinner nach Hause
Lionel Messi ging als großer Gewinner nach Hause / Aurelien Meunier/GettyImages
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Die Ballon d'Or-Wahl vom Montagabend hat die Fußballgemüter erhitzt. Erneut wurden die Besten der Besten ausgezeichnet, doch der zuletzt Allerbeste - Robert Lewandowski - gewann schlussendlich nicht. Die Stimmen zur Wahl im Überblick.


Noch bevor die Zeremonie überhaupt gestartet war, war es Cristiano Ronaldo, der auf seinem Instagram-Account ein paar Worte zur Ballon d'Or-Wahl loswerden musste. "Pascal Ferre hat gelogen, er hat meinen Namen benutzt, um für sich selbst zu werben und für die Zeitung, für die er arbeitet", schrieb er dort (via Sky).

Damit bezog er sich auf den Chefredakteur von France Football. Dieser hatte im Vorlauf verlauten lassen, es sei Ronaldos größtes Ziel, seine Karriere mit mehr Goldenen Bällen zu beenden als Lionel Messi. Eine falsche Behauptung, die wohl ein wenig Schärfe in den Abend bringen sollte. Dafür gab es den Watschen von CR7.

Messi gewinnt und zollt Lewandowski viel Respekt: "Du hast ihn verdient und solltest ihn auch zuhause haben"

Doch auch die Wahl selbst erhitzte so manches Gemüt. Die allermeisten Zuschauer hatten mit dem Ballon d'Or für Robert Lewandowski gerechnet. Der Stürmer des FC Bayern überragte in den letzten ein, zwei Jahren jeden anderen Spieler. Dennoch ging Messi mit dem prestigeträchtigen Preis nach Hause.

Lothar Matthäus zeigte kein Verständnis (via Sky): "Ehrlich gesagt verstehe ich nach dieser Wahl die Welt nicht mehr. Bei allem Respekt für Messi und die anderen großartigen, nominierten Spieler. Keiner hätte es so verdient gehabt wie Lewandowski."

Robert Lewandowski
Robert Lewandowski musste sich mit einer anderen Trophäe zufriedengeben / Aurelien Meunier/GettyImages

Sogar Messi selbst wandte sich in seiner Dankesrede an den Angreifer. "Es war mir eine große Ehre, mit dir um diesen Preis zu kämpfen. Jeder weiß, dass du letztes Jahr der Gewinner warst. Ich finde, France Football sollte dir den Preis für 2020 noch geben. Du hast ihn verdient und solltest ihn auch zuhause haben", erklärte der 34-Jährige.

Lewandowski ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken. Bei Twitter gratulierte er Messi und Alexia Putellas, der Gewinnerin des Frauenfußballs, sowie allen weiteren Nominierten. "Ich habe den 'Stürmer des Jahres'-Preis gewonnen und kein Spieler könnte einen solchen individuellen Preis ohne das stärkste Team und die loyalsten Fans hinter ihm gewinnen", zollte er weiteren Respekt.

Bayern-Präsident Herbert Hainer äußerte sich ebenfalls in einem Statement: "Der FC Bayern München gratuliert Lionel Messi zum Ballon d'Or. Allerdings sind wir einmal mehr stolz auf Robert Lewandowski, denn er hätte es verdient gehabt, nach Gerd Müller, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge der vierte Spieler in unserer traditionsreichen Geschichte zu werden, der diesen Titel gewinnt."

Hasan Salihamidzic folgte mit ähnlichen Worten. Zudem betonte er, wie glücklich der Klub über Lewandowski ist: "Wir sind stolz, diesen Ausnahmespieler in unseren Reihen zu haben, der völlig zurecht zum Stürmer des Jahres gewählt wurde. Er ist ein Musterprofi und wird niemals nachlassen."

Toni Kroos kritisierte den Messi-Sieg in seinem Podcast "Einfach mal Luppen" ebenfalls. Doch hätte er Lewandowski auch nur auf den zweiten Rang gestellt: "Es steht in keinem Zweifel, dass Messi neben Ronaldo der Spieler dieser Dekade ist und Qualitäten hat, die andere nie haben werden. Aber dieses Mal muss man tatsächlich sagen, dass da andere davor stehen müssten."

Kroos weiter: "Für mich wäre auf der drei Jorginho, so wie es jetzt auch ausgefallen ist. Absolut in Ordnung für mich, weil er einfach alles gewonnen hat. Lewandowski auf zwei. [...] Aber für mich wäre [Karim] Benzema die eins gewesen, wenn man wirklich den besten Einzelspieler des Jahres gesucht hat, weil ich auch aus nächster Nähe mit ansehen kann, was für ein überragender Fußballer er ist." Zu Lewandowski habe er aber "wirklich kaum Unterschiede" gesehen. Zudem hätte er CR7 vor Messi platziert.

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