Frauen-Bundesliga

Spitzenspiel Wolfsburg gegen Bayern: Die Spielerinnen im Vergleich

Daniel Holfelder
Lea Schüller und Dominique Janssen werden sich morgen ein packendes Duell liefern
Lea Schüller und Dominique Janssen werden sich morgen ein packendes Duell liefern / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Morgen um 14 Uhr (live bei Magenta Sport, BR und NDR) kommt es in der Frauen-Bundesliga zum Spitzenspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern. Die Wölfinnen stehen vier Runden vor Schluss auf Rang eins, die Bayern sind mit einem Zähler Rückstand Zweiter.

Wir nehmen die beiden Teams unter die Lupe. Auf welcher Position ist der VfL überlegen, wo haben die Münchnerinnen die Nase vorn?


1. Tor: Almuth Schult (VfL) vs. Janina Leitzig (FCB)

An Nationalkeeperin Schult kommt in der Bundesliga niemand heran. Die 31-Jährige hat sich nach der Geburt ihrer Zwillinge zurück ins Wolfsburger Tor gekämpft und überzeugt seither auf ganzer Linie.

Janina Leitzig ist bei den Bayern eigentlich nur Nummer zwei und vertritt die seit Monaten verletzte Laura Benkarth. Dabei weiß die 22-Jährige durchaus zu gefallen. Zwei Patzer gegen PSG machen gleichwohl deutlich, dass Leitzig noch hart an sich arbeiten muss.

Fazit: Vorteil VfL! Wolfsburg - Bayern 1:0

2. RV: Joelle Wedemeyer (VfL) vs. Giulia Gwinn (FCB)

Wedemeyer ist eine solide Rechtsverteidigerin, die sich defensiv kein X für ein U vormachen lässt. In der Offensive agiert die 25-Jährige allerdings eher zurückhaltend.

Anders sieht es bei der Münchnerin Gwinn aus. Die 22-Jährige bringt eine beeindruckende Athletik mit und schaltet sich vorne immer wieder mit ein. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit könnte die Nationalspielerin morgen auch hinten links beginnen.

Fazit: Vorteil München! Wolfsburg - Bayern 1:1

3. IV: Kathrin Hendrich (VfL) vs. Saki Kumagai (FCB)

Die Wölfin Hendrich befindet sich seit Wochen in hervorragender Form. Hendrich ist kompromisslos im Zweikampf, zeichnet sich durch eine vernünftige Geschwindigkeit aus und behält auch in Sachen Stellungsspiel stets die Orientierung.

Kumagai war zuletzt immer wieder für Unkonzentriertheiten gut und ist im direkten Duell nicht ganz so stark wie ihr Wolfsburger Pendant. Dafür bewies die Japanerin mit drei Toren in den letzten beiden Spielen, dass in ihr eine kleine Torjägerin steckt. Diese Kaltschnäuzigkeit bei Standards könnte morgen ein entscheidender Vorteil werden.

Fazit: Vorteil VfL! Wolfsburg - Bayern 2:1

4. IV: Dominique Janssen (VfL) vs. Glodis Viggosdottir (FCB)

Die Wolfsburger Kapitänin ist ein Fels in der Brandung. Aufgrund ihrer Spielintelligenz erstickt sie die gegnerischen Angriffe schon dann im Keim, wenn der Gegner noch gar nicht angegriffen hat - Stellungsspiel und Antizipation sind hier das Stichwort. Die Niederländerin könnte sich aber im Aufbauspiel etwas mehr zutrauen.

Viggosdottir hingegen ist so etwas wie der weibliche Mats Hummels - und zwar der in seiner Glanzzeit. Während der Dortmunder für seine genialen langen Außenristpässe bekannt war, sind das Markenzeichen der Isländerin messerscharfe Diagonalbälle. Darüber hinaus ist die 26-Jährige auch in puncto Verteidigung nicht ganz so schlecht.

Fazit: Unentschieden! Wolfsburg - Bayern 3:2

5. LV: Felicitas Rauch (VfL) vs. Carolin Simon (FCB)

Rauch ist der Prototyp der modernen Außenverteidigerin. Technisch stark und immer darauf bedacht, auch offensiv Impulse zu setzen. Zudem mit einem genialen linken Fuß ausgestattet, der die Nationalspielerin zu einer echten Standardexpertin macht.

Standards sind auch für Simon eine Paradedisziplin. Die 29-Jährige ist vielleicht nicht ganz so schnell, macht das aber durch Cleverness und eine gewisse Frechheit wieder wett. Fußballerisch ist Simon ihrer Wolfsburger Kontrahentin überlegen. Aus diesem Grund hatte Jens Scheuer auch kein Problem damit, die gebürtige Kasselerin gegen PSG im Mittelfeld aufzubieten.

Fazit: Unentschieden! Wolfsburg - Bayern 4:3

6. DM: Lena Oberdorf (VfL) vs. Sarah Zadrazil (FCB)

Oberdorfs Präsenz und Physis sucht in der Bundesliga ihresgleichen. Die 20-Jährige ist wirklich verdammt zweikampfstark und erobert Bälle en masse. Einzig offensiv besteht bei der Nationalspielerin noch Verbesserungspotenzial.

Zadrazils große Stärken liegen ebenfalls in der Balleroberung und im Zweikampf. Die Österreicherin fiel aber zuletzt wegen eines positiven Coronatests aus. Selbst wenn die Ex-Potsdamerin spielen kann, fehlt ihr eine Woche Trainingsarbeit.

Fazit: Vorteil VfL! Wolfsburg - Bayern 5:3

7. ZM: Lena Lattwein (VfL) - Lina Magull (FCB)

Lattwein ist die offensivere der beiden Lenas beim VfL. Die 21-Jährige stößt aus dem Mittelfeld immer wieder nach vorne, ist technisch versiert und auch wegen ihrer Größe von 1,76 nur schwer zu stoppen. Der Ex-Hoffenheimerin fehlen allerdings noch etwas die strategischen Fähigkeiten. Zudem droht Lattwein wegen einer Muskelverletzung aus dem Arsenal-Spiel auszufallen.

Magull ist nicht nur Kapitänin der Bayern, sondern auch das Herz im Münchner Mittelfeld. Die 27-Jährige fungiert als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff, ist immer anspielbar und sich auch defensiv für nichts zu schade. Die Nationalspielerin strahlt aber zu wenig Torgefahr aus.

Fazit: Vorteil München! Wolfsburg - Bayern 5:4

8. RM: Svenja Huth (VfL) vs. Klara Bühl (FCB)

Wer meint, dass Huth mit ihren 31 Lenzen zum alten Eisen gehört, täuscht sich gewaltig. Die zweimalige deutsche Meisterin bereitet mit ihrer Dribbelstärke und Wendigkeit jeder Verteidigung Kopfschmerzen und sammelt aufgrund ihrer Laufstärke auch defensiv immer wieder Fleißpunkte. Huths Manko ist die fehlende Torgefahr. In dieser Spielzeit stehen gerade einmal zwei mickrige Treffer zu Buche.

Klara Bühl wiederum verkörpert auf ihrer Position echte Weltklasse. Die 21-Jährige ist wahnsinnig schnell, robust, torgefährlich, dribbelstark - im Grunde ließe sich diese Liste endlos fortsetzen. Wenn die Bayern in Wolfsburg gewinnen wollen, geht das nur mit einer blendend aufgelegten Klara Bühl.

Fazit: Vorteil München! Wolfsburg - Bayern 5:5

9. LM: Sveindis Jonsdottir (VfL) vs. Viviane Asseyi (FCB)

Jonsdottir hat sich in den letzten Partien zu einem echten Trumpf im Saisonendspurt gemausert. Die junge Isländerin ist extrem schnell und durchsetzungsstark, weiß zudem ganz genau, wo das gegnerische Tor steht. Wenn die 20-Jährige an die Leistung gegen Arsenal anknüpfen kann, müssen sich die Bayern warm anziehen.

Asseyi ist im Eins-gegen-eins deutlich schwächer als Jonsdottir, spielt dafür etwas weniger riskant und im Defensivzweikampf robuster. Von der Französin kann man keine spektakulären Dribblings erwarten - wenn Asseyi aber im Strafraum an die Kugel kommt, weiß sie meistens auch etwas damit anzufangen.

Fazit: Vorteil VfL! Wolfsburg - Bayern 6:5

10. OM: Jill Roord (VfL) vs. Linda Dallmann (FCB)

Zwei völlig unterschiedliche Spielertypen. Roord ist eher eine zweite Spitze, die auf den Abschluss lauert und ihre Stärken vor allem im Strafraum hat. Neun Saisontore sprechen eine klare Sprache. Pikant: Von 2017 bis 2019 trug die Niederländerin das bayerische Trikot.

Dallmann hingegen ist eine eher klassische Zehnerin. Dribbelstark und technisch auf allerhöchstem Niveau, spielt die 27-Jährige ihre Gegnerinnen auch gerne mal auf dem Bierdeckel aus. Allerdings fehlte auch die Nationalspielerin zuletzt wegen Corona. Ihr Einsatz morgen ist fraglich.

Fazit: Unentschieden! Wolfsburg - Bayern 7:6

11. ST: Tabea Waßmuth (VfL) vs. Lea Schüller (FCB)

Auch im Sturmzentrum setzen beide Teams auf unterschiedliche Spielertypen. Waßmuth ist unheimlich schnell und wird von Tommy Stroot häufig auch auf dem rechten Flügel eingesetzt. Dennoch mangelt es der 25-Jährigen keineswegs an Torgefahr. 17 Treffer in Bundesliga und Champions League können sich nun wirklich sehen lassen.

Während beim VfL auch Roord oder Jonsdottir ganz vorne drin beginnen könnten, ist die Besetzung der Neunerposition in München fix. Lea Schüller ist die klassische Strafraumraumstürmerin, die man häufig erst dann sieht, wenn der Ball im Netz zappelt. Mit 13 Treffern führt die Ex-Essenerin die Torjägerliste an - für die Bayern wird es morgen darauf ankommen, ihre Goalgetterin möglichst oft in Szene zu setzen.

Fazit: Unentschieden! Wolfsburg - Bayern 8:7

Endstand: 8:7 für die Wölfinnen!

Der VfL und die Bayern werden sich morgen ein packendes Duell liefern. In puncto individuelle Qualität hat das Team von Tommy Stroot aber hauchdünn die Nase vorn.


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