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EM 2020

Dank Morata und Pfosten: Netzreaktionen zur ersten Nullnummer der EM

Guido Müller
Weiß er selber: das Ding in der 38. Minute muss Morata einfach machen - ohne wenn und aber!
Weiß er selber: das Ding in der 38. Minute muss Morata einfach machen - ohne wenn und aber! / Thanassis Stavrakis - Pool/Getty Images
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Bei seinem Auftaktspiel in der Vorrundengruppe E hatte es Spanien in Sevilla mit den unbequemen Schweden zu tun. Am Ende stand für einen der Mitfavoriten der EURO2020 ein unbefriedigendes torloses Unentschieden. Das erste seiner Art bei dieser Europameisterschaft.


Und man ist geneigt zu sagen: zu recht. Wenn man Chancen wie jene durch Álvaro Morata in der 38. Minute sieht, als der Mittelstürmer nach einem fürchterlichen Fehltritt von Danielsson aus 16 Metern frei vor Keeper Olsson zum Schuss kam - und den Ball nicht mal zwischen die Pfosten brachte.

Die Szene stand sinnbildlich für die klare Dominanz der Spanier, die sich nicht nur durch eine Ballbesitzquote von mehr als achtzig Prozent ausdrückte. Bereits vor Moratas Monsterchance hatten Dani Olmo (16.) und Koke (29.) gute Möglichkeiten, Spanien in Führung zu bringen.

Den Kopfball des Leipzigers konnte jedoch Olsson zur Ecke entschärfen, während der Atlético- Kapitän bei seiner Chance vielleicht sogar ein wenig überrascht war, überhaupt an den Ball zu kommen. Sein Schuss ging weit über das schwedische Gehäuse.

Ansonsten hatten die Skandinavier die optisch natürlich überlegenen, aber etwas ideenlosen Hausherren relativ gut im Griff. Und hätten bei ihrem ersten ernsthaften Ausflug in des Gegners Hälfte das Spiel beinahe auf den Kopf gestellt.

Isak konnte sich in der 41. gut durchsetzen, sein Schuss wäre jedoch am Tor vorbeigegangen. Von Manuel Llorente prallte das Leder jedoch an den Pfosten und von dort zu Keeper Unai Simón. Durchatmen bei der Mehrheit der 10.559 Fans, die dem Spiel in Sevilla beiwohnten.

Wer nach diesem flotten Ausklang der ersten Halbzeit eine bessere zweite Hälfte erwartet hatte, sah sich leider schon nach wenigen Minuten eines Besseren belehrt. Ein Schuss von Morata in der 50., bei dem vielleicht auch etwas mehr ging - das war dann auch schon das Einzige, was die furia roja über lange Zeit anzubieten hatte..

Es bedurfte erneut des Weckrufes vom Gegner, um etwas besser in die Spur zu kommen.

In der 61. Minute konnte sich Isak (in der zweiten ernsthaften Annäherung der Nordeuropäer gen spanisches Gehäuse) im Strafraum gleich gegen drei (!) Spanier (Llorente, Laporte und Pedri) durchsetzen - doch seine scharfe Hereingabe konnte Berg, der vielleicht auch ein wenig überrascht war, nicht verwerten.

Spanien reagierte und brachte Sarabia und Thiago für Rodri und den glücklosen Morata. Und konnte in der 73. endlich mal wieder so etwas wie eine Torchance (durch Olmo) verbuchen.

In der Schlussphase, mittlerweile waren auch der umtriebige Mikel Oyarzabal und Gerard Moreno für Olmo und Ferrán Torres gekommen, hatten die Spanier durch eben diesen Moreno den sogenannten lucky punch auf dem Schlappen.

Bzw. auf dem Kopf des Villarreal-Stürmers. Doch die sehr gute Flanke von Sarabia konnte der 29-Jährige EM-Debütant nicht genau genug platzieren - Olsson wehrte aus kurzer Distanz erneut ab.

Wenig später war Schluss - und die EM, trotz fehlender Tore, um eine Überraschung reicher. Für die Spanier sicherlich ein kleiner Dämpfer, für die Skandinavier ein eher überraschender Punktgewinn.

Die sicher nicht zu den stärksten der EM zählende Gruppe E könnte sich als extrem ausgeglichen herausstellen. Am nächsten Freitag (15.00 Uhr) treffen die Schweden auf Tabellenführer Slowakei, während es die Spanier mit den unterlegenen Polen (1:2) am nächsten Samstag (21. 00 Uhr) zu tun kriegen werden.

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