So plant Schalke für den möglichen Wiederabstieg

Yannik Möller
FC Schalke 04
FC Schalke 04 / Frederic Scheidemann/GettyImages
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Nach außen wird bei Schalke 04 natürlich noch betont, wie groß der Glaube an den Klassenerhalt ist - trotz der schwierigen Ausgangslage. Intern muss aber längst für ein nicht nur mögliches, sondern inzwischen sehr realistisches Jahr in der 2. Bundesliga geplant werden. Klar ist: Es müsste erneut ein strikter Sparkurs gefahren werden.


Es ist wieder eine Saison, in der Schalke zweigleisig planen muss. Während der Klassenerhalt auf der einen Seite noch möglich ist, sodass die finanziellen und sportlichen Weichenstellungen auf die Bundesliga zugeschnitten werden könnten, droht auf der anderen Seite der direkte Wiederabstieg.

Dieser ist durch den verkorksten ersten Saisonteil inzwischen nicht mehr nur möglich, wie es bei einem Aufsteiger schlichtweg der Fall ist. Mittlerweile, mit lediglich neun Punkten nach 15 Spielen, ist der erneute Abstieg sogar das realistischere Szenario.

In finanzieller Hinsicht wäre der zweite Abstieg innerhalb von drei Spielzeiten ein großer Rückschritt. Deutlich weniger Sponsoring-Einnahmen, weniger TV-Geld und rundum geringere Profite. Kurzum: Königsblau müsste wieder zum strikten Sparkurs greifen, damit der Klub überlebt und die notwendige Lizenz erhält.

Etat, Gehalt und weitere Sparmaßnahmen: Abstieg würde S04 wieder zurückwerfen

Die Bild berichtet nun von den Eckpunkten, auf die sich S04 in einem ersten Finanz-Plan schon festgelegt hat.

Das Wichtigste zuerst: Der Etat der Mannschaft, der sich maßgeblich aus den finanziellen Möglichkeiten zusammensetzt, würde sich halbieren. Aktuell beträgt der Etat etwa 36 Millionen Euro, sodass in Liga zwei nur noch bis zu knapp 18 Millionen Euro möglich wären. Teure und somit gute Spieler müssten gehen, andere auf viel Gehalt verzichten.

Apropos Gehalt: Die Zweitliga-Verträge, welche die meisten, aber nicht alle Spieler unterschrieben haben, sehen eine Kürzung von ca. 50 Prozent vor. Eine Regelung, die auch für die anvisierten Winter-Neuzugänge gelten wird.

Diese Einbußen sind zwar vertraglich verhandelt und somit unterschrieben und gültig, doch dürften sie beim ein oder anderen Spieler das Verlangen, den Verein dann doch zu verlassen, spürbar vergrößern. Von anderen wiederum würde sich Schalke wohl auch trotz der Gehaltskürzung trennen wollen. In diesem Szenario wird es zwangsweise zu einer erneut großen Umstrukturierung des Kaders kommen.

Auch bei den rund 450 Mitarbeiten des Vereins gelten Gehalts-Einsparungen. Vor wenigen Monaten wurde bereits von der Einigung mit dem Betriebsrat berichtet. Je nach Gehaltsstufe gibt es in der 2. Liga von fünf bis zu 15 Prozent weniger Geld.

All das sind Strukturen und Rahmenbedingungen, die auch strikt einzuhalten sind. Es wird aller Voraussicht nach keine Ausnahmen geben können. Der Bild zufolge sind diese Kalkulationen bereits auf Kante geschnitten, um die DFL-Vorlagen erfüllen und den Verein in sicheren Fahrwassern halten zu können. Der erneute Abstieg würde somit wieder eine Herkulesaufgabe bedeuten.


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