Bayern München

So lief der Süle-Abschied aus der Allianz Arena - Kritik von Nagelsmann

Yannik Möller
Niklas Süle wurde verabschiedet
Niklas Süle wurde verabschiedet / Matthias Hangst/GettyImages
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Im Rahmen des letzten Heimspiels wurde Niklas Süle bereits vom FC Bayern verabschiedet. Anschließend durfte er zwar die Meisterschaft bejubeln, musste aber auch BVB-Schmähgesänge seitens der Fans und Kritik von Julian Nagelsmann einstecken.


Nach fünf Jahren verlässt Niklas Süle den FC Bayern zur neuen Saison. Dann geht es ablösefrei in Richtung BVB. Doch zuerst wurde er am letzten Heimspiel in der Allianz Arena verabschiedet. Ein Ablauf, der rundherum einen faden Beigeschmack hatte.

Zunächst wurde frühzeitig klar, dass er nicht in der Startelf stehen würde. Seinen Abschied musste er also einen Großteil der Zeit auf der Bank verbringen. Erst eine halbe Stunde vor Abpfiff entschied sich Julian Nagelsmann dazu, den scheidenden Innenverteidiger für Tanguy Nianzou ins Spiel zu bringen.

Dazu äußerte sich der Trainer auch bei DAZN - und nahm dabei trotz des eigentlich feierlichen Abschieds kein Blatt vor den Mund. "Niklas hatte in der vergangenen Woche seine Chance gegen Mainz. Die hat er nicht genutzt, er hat dort schlecht gespielt", so seine deutliche Erklärung.

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Alexander Hassenstein/GettyImages

Nagelsmann führte aus: "Es ist bereits länger klar, dass Niklas uns verlassen wird. Daher lasse ich Spieler ran, die in der kommenden Saison noch hier sind. Ich habe Niklas aber immer verteidigt und spielen lassen. Bei anderen Trainern würde er wahrscheinlich schon seit Wochen da oben irgendwo auf der Tribüne sitzen."

Rumms. Deutliche Kritik als Abschiedsgeschenk im letzten Heimspiel von dem Coach, den der 26-Jährige durch die gemeinsame Vergangenheit bei der TSG Hoffenheim bereits seit Längerem kennt. Auf die Watschn hätte er wohl gut und gerne verzichten können.

VfB-Remis dämpft die Stimmung - Süle bekommt BVB-Schmähgesänge zu hören

Auch die weitere Verabschiedung nach dem Spiel läuft längst nicht so stimmungsvoll ab, wie vermutlich vorgestellt - und das trotz Übergabe der Meisterschale.

Bemerkenswert: Der Stadionsprecher sah sich dazu gezwungen, die anwesenden Fans bereits eine Viertelstunde nach dem Abpfiff an die Meisterfeier zu erinnern. Sie mögen das Stadion doch bitte noch nicht verlassen, so seine Aufforderung. Sowohl bei einigen Fans, als auch bei manchen Spielern blieb die Übergabe der Schale ein inzwischen gewohnter Tagesordnungspunkt, der mehr oder weniger mäßig bejubelt wurde.

Erst als Süle zusammen mit Thomas Müller vor die Südkurve zogen, wurde es nochmals lauter.

Niklas Suele, Herbert Hainer
Süle verlässt den FCB in Richtung Dortmund / Alexander Hassenstein/GettyImages

Für den Abwehrspieler gab es ein weiteres Geschmäckle: Zuerst wurde hämisch ein "Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia"-Fanlied angestimmt, während die zehnte Meisterschaft hintereinander gefeiert wurde.

Anschließend, als Süle sich auf dem Zaun zur Kurve von den lautesten und engagiertesten Anhängern verabschieden wollte, wurde noch ein "BVB, H****söhne" angestimmt. Nicht böse auf ihn bezogen, allerdings hätte es durchaus auch eine andere Lied-Wahl getan. Als der werdende Dortmunder das Megafon in die Hand gedrückt bekam, ließ er sich mit einem "Mia san mia!" verabschieden.

Als er seinen letzten Weg durch die Mixed Zone ging, ließ er die anwesende Presse schmunzelnd wissen (via Sport1): "Ich habe nichts mehr zu sagen." Nach diesem doch etwas kuriosen Abschied liegt sein Fokus nun auf Schwarz-Gelb - auch wenn ein letztes Spiel mit den Münchenern noch zu absolvieren ist.


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