"Schwierige Phase": Gladbach will Neuhaus an seinen eigenen Worten messen

  • Neuhaus wurde nach seiner Vertragsverlängerung zum Vize-Kapitän
  • Führungsspieler-Rolle konnte Neuhaus in der Hinserie nicht einnehmen
  • "Er muss jetzt liefern, das ist ganz klar!"
Florian Neuhaus
Florian Neuhaus / Max Ellerbrake - firo sportphoto/GettyImages
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Florian Neuhaus ist mit ebenso großen Ambitionen wie Worten in die Saison gestartet. Angesichts der jüngsten Entwicklungen scheint Borussia Mönchengladbach ihn daran erinnern zu wollen.

Die 1:3-Niederlage beim Rheinderby gegen den 1. FC Köln kann guten Gewissens als Bruch der Hinrunde für Florian Neuhaus angesehen werden. Spielte er bis zu diesem Spiel noch regelmäßig und auch aus der Startelf von Borussia Mönchengladbach heraus auf, so wurde er gegen den Effzeh bereits zur Halbzeit ausgewechselt, kam die folgenden zwei Liga-Partien gar nicht zum Einsatz und seitdem zumeist nur noch zu recht kurzen Einwechslungen. Wenn überhaupt.

Rechnet man seine Einsatzzeiten seit diesem Spiel zusammen, in dem auch jeder seiner Teamkollegen verdientermaßen zur Halbzeit hätte ausgewechselt werden können, so kommt man auf wettbewerbsübergreifend 169 Minuten in zehn Spielen. Selbst wenn man die drei Partien ohne Einsatz herausrechnet, bleiben lediglich 24 Minuten pro Spiel übrig (via transfermarkt).

Bankdrücker statt Führungsspieler: Gladbach erinnert Neuhaus an seine eigenen Ambitionen

Damit steht Neuhaus weit unter den Maßstäben, die er sich selbst im Vorlauf zur Saison gesetzt hatte. "Ich möchte auf jeden Fall mehr Verantwortung übernehmen. Ich will sportlich wieder an meine besten Leistungen anknüpfen und bin guter Dinge, dass das in der nächsten Saison auch wieder passieren wird", hatte er angesichts seiner Vertragsverlängerung betont (via RP). Dazu hatte er mit der Zehn eine ebenso neue wie bedeutsame Rückennummer bekommen. Neuhaus hatte es so geplant und auch seitens Gerardo Seoane war es eigentlich so angedacht: Er sollte eine Stammspieler- und Führungsspieler-Rolle einnehmen. Immerhin wurde er auch zum Vize-Kapitän ernannt.

Somit besteht eine große Diskrepanz zwischen den Ambitionen des 26-Jährigen und der Realität der letzten zwei Monate. Dabei muss erwähnt werden, dass sich Neuhaus eigentlich nicht übernommen hat. Grundsätzlich hat er definitiv die Fähigkeiten und das Können, um bei der Borussia eine wichtige Rolle einzunehmen.

Umso größer sind die Hoffnungen in Gladbach, dass Neuhaus im neuen Jahr wieder angreifen und für Seoane wichtiger werden kann. "Er hat eine schwierige Phase", hatte Roland Virkus vielsagend beschrieben und zugleich ergänzt (via RP): "Aber da muss er durch."

Auf Nachfrage der Bild, auf diese Diskrepanz angesprochen, führte der Sport-Geschäftsführer aus: "Das ärgert mich! Aber Fußball ist Leistungssport, Flo ist jetzt selbst gefordert, da wieder herauszukommen. Er muss jetzt liefern, das ist ganz klar!"

Florian Neuhaus
Neuhaus muss sich großer Mittelfeld-Konkurrenz stellen / Alex Grimm/GettyImages

Zwei Faktoren sind wohl maßgeblich daran beteiligt, dass selbst Einwechslungen zuletzt keine Gewissheit für ihn waren: Zum einen ist er durch das Köln-Spiel ins Hintertreffen geraten. Zum anderen haben andere Teamkollegen im quantitativ und qualitativ gut besetzten Mittelfeld der Fohlenelf diesen Rückschritt des Co-Captains ausnutzen können.

Während Manu Koné so gut wie immer gesetzt ist, wusste auch Rocco Reitz zuletzt zu überzeugen. Es wäre nach dem Leistungsprinzip einfach nicht nachvollziehbar gewesen, einen der beiden Mittelfeldspieler auf die Bank zu setzen, nur um zu hoffen, dass Neuhaus sich wieder einfinden kann. Solche Chancen sind im Profifußball nun einmal sehr selten und dadurch umso wertvoller.

Keine Frage: Eine solche Chance wird Neuhaus wieder bekommen, womöglich schon in den ersten Partien des neuen Jahres. Doch sobald er auf dem Platz steht, werden Seoane und Co. wieder die Worte im Ohr haben, die er zur Vertragsverlängerung geäußert hat. Das ist und bleibt der Maßstab, an dem der zehnfache Nationalspieler - zurecht - gemessen werden muss.


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