FC Schalke 04

Schröder über stressigen Sportdirektor-Job: Siege geben "so viel zurück"

Yannik Möller
Rouven Schröder
Rouven Schröder / Stuart Franklin/GettyImages
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Rouven Schröder hat bei Schalke 04 die wohl mit stressigsten letzten zwölf Monate im deutschen Profifußball miterlebt. Als Sportdirektor könne man ohnehin nie wirklich abschalten, erklärte er nun.


Blickt man auf die Sportdirektoren im deutschen Profifußball, so ist es wohl nicht allzu hoch gehängt zu behaupten, dass Rouven Schröder einer derjenigen war, für die die aktuelle Saison mitsamt ihrer Vorbereitung mit am stressigsten war.

Er kam zu Schalke und musste diesen riesigen Verein sofort in die richtigen Bahnen lenken. Rückblickend hat er für diese Spielzeit einen sehr guten Job geleistet: Eine Mannschaft zusammenzustellen, die den neuen noch unbekannten finanziellen Rahmenbedingungen entspricht, die zugleich aber die Qualität hat, um im ersten Jahr als Aufstiegskandidat zu zählen. Das war alles andere als einfach.

Weil er zugleich aber auch die noch immer hohen Erwartungen managen musste, etwa rund um den oftmals kritisierten Ex-Trainer Dimitrios Grammozis, konnte er sich bislang zu keinem Zeitpunkt etwas zurücklehnen.

Auch ganz aktuell nicht, in Wochen voller Siege. Schließlich gilt es, den Kader für die neue Saison zu planen. Und das gar zweigleisig, weil längst nicht klar ist, in welcher Liga und entsprechend mit welchen Budget S04 ab dem Sommer auftritt.

Rouven Schroeder
Schröder leitet die sportlichen Geschicke bei S04 / Christof Koepsel/GettyImages

Schröder: Abschalten als Sportdirektor nicht möglich

Wenn du in dem Business unterwegs bist, da reinmaschierst und den Anspruch hast, erfolgreich zu sein, dann ist es unheimlich schwer, abzuschalten", erklärte er nun im 'kicker meets DAZN'-Podcast (Zitate via kicker).

Das Abschalten und die Entfernung zum tagtäglichen Geschäft - für ihn eigentlich gar nicht zu bewältigen. "Wenn du dreimal im Strandkorb sitzt, sagen die Leute: 'Guck mal, der Schröder macht Pause'", bezog er diese Einschätzung auch auf die Außendarstellung.

"Aber du hast ja immer Kopfkino", ging der 46-Jährige näher auf seine Arbeit ein. "Ständig ist dieser Prozess da: Der muss eigentlich noch gehen und der eigentlich noch kommen. Das kriege ich budgetär nicht hin. Der dreht gerade durch, weil er nächstes Jahr nicht spielen wird. Der hat noch vier Jahre Vertrag. Den will ich noch verlängern. Der will mehr Kohle."

Wer in dieser Position sagen könne, er schalte mal ein, zwei Wochen ab, "der muss mir das mal erklären", führte Schröder weiter aus. Rund um die Uhr sei man auf den Job fokussiert: "Wenn man diesen Job richtig macht, ist der Kopf nie aus. Da kannst du sitzen, wo du willst. Selbst wenn du im Wasser kraulst, hast du immer die Gedanken: Wie kannst du es verbessern? Es ist unheimlich schwer, loszulassen."

Eberl-Aus hat Schröder "zutiefst berührt" - Kraft aus Siegen und dem Jubel mit Fans

Was einerseits lobenswert ist, sich so dermaßen für seinen Verein aufzureiben, ist andererseits aber auch gefährlich. Sowohl mental, als auch körperlich. Zu viel Stress ohne Pause ist gesundheitsgefährdend. Wichtig ist also, für sich selbst eine gute Balance zu finden.

Wegen dieses Aspekts, und weil die Sportdirektoren im deutschen Fußball viel mehr im öffentlichen Fokus stehen als in anderen Ländern, habe ihn auch das Aus mitsamt der Erklärung von Max Eberl "zutiefst berührt". Schröder wird nachvollziehen können, wie die Hintergründe für diese Entscheidung ausgehen haben.

Rouven Schroeder
Schröder im Gespräch mit Thomas Ouwejan / Stuart Franklin/GettyImages

Rein von der Arbeit an sich und fernab des Stressfaktors wolle er aber kein allzu schlechtes Bild vom Sportdirektor-Job zeichnen. "Keiner muss sich beschweren, wir werden sehr gut bezahlt", betonte er.

Außerdem gibt es im Optimalfall am Wochenende noch einen regelmäßigen Ertrag. "So ein Sieg am Wochenende gibt dir so viel zurück. [...] Es gibt nichts Geileres. Mit den Fans dort zu stehen, das gibt dir so viel."

Der gebürtige Arnsberger hat zuletzt also sehr viel Kraft gespendet bekommen. Immerhin konnte Königsblau fünf Mal in Folge gewinnen und so erst die Tabellenspitze erobern und sie zuletzt auch verteidigen. Der Aufstieg, sollte er schlussendlich gelingen, wäre wohl die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.


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