Schnappt der FC Bayern Chelsea ein Supertalent weg? - Bericht

Estevao Willian gilt als Riesentalent und soll schon auf dem Weg zum FC Chelsea sein. Nun könnte der FC Bayern dazwischenfunken. Wie realistisch ist das kolportierte Interesse des Rekordmeisters?
Estevao Oliveira
Estevao Oliveira / Eurasia Sport Images/GettyImages
facebooktwitterreddit

Estevao Willian gilt neben Endrick als das aktuell größte Talent im brasilianischen Fußball. Die Spielweise des 17-Jährigen erinnert an Lionel Messi, weshalb er auch "Messinho" genannt wird. Aktuell steht er bei Palmeiras unter Vertrag, in der seit April laufenden Ligasaison bestritt er alle fünf Spiele, zwei davon in der Startelf, dabei erzielte er einen Treffer. Der Sprung zu einem europäischen Topklub ist nur eine Frage der Zeit.

Laut Transfer-Insider Fabrizio Romano ist der FC Chelsea in der Pole-Position um den Flügelspieler. Die Blues sollen mit Estevao eine mündliche Einigung über einen Vertrag erzielt haben, der Verein verhandelt nun mit Palmeiras.

Die Forderungen der Brasilianer sind hoch: Laut Goal Brasilien bietet Chelsea ein Paket über 60 Millionen Euro, bestehend aus einer Sockelablöse über 35 Millionen Euro und 25 Millionen Euro in Bonizahlungen.

Goal Brasilien berichtet zudem, dass die Londoner einen Konkurrenten im Wettbieten haben: den FC Bayern. Der deutsche Rekordmeister soll ebenfalls bereit sein, 60 Millionen Euro für Estevao zu bezahlen. Die Verteilung des Geldes soll ein Vorteil für die Münchener sein. Der FCB würde einen größeren Teil der Summe sofort überweisen. Sie bieten 45 Millionen Euro als Sockelablöse und 15 Millionen Euro an Boni.

Transfer wäre untypisch für Bayern

Bayern-Fans sollten den Bericht jedoch mit Vorsicht genießen. Das Gerücht kommt aus Brasilien, keine der Medien, die regelmäßig an der Säbener Straße vor Ort sind, haben bisher von einem Interesse berichtet.

Ein Transfer zu den berichteten Konditionen wäre sehr untypisch für Bayern. Die Münchener gaben in ihrer Vereinsgeschichte bisher nur dreimal mindestens 60 Millionen Euro für einen Spieler aus. Jedes Mal für einen gestandenen Profi: Harry Kane, Lucas Hernandez und Matthijs de Ligt.

Wenn man die Liste der bayrischen Rekordtransfers durchgeht, findet man erst auf Platz 25 einen Spieler, der zum Zeitpunkt des Transfers ähnlich wenig Profierfahrung wie Estevao hatte: Mathys Tel hatte vor seinem Wechsel 2022 erst sieben Ligaspiele für Stade Rennes bestritten, kostete aber auch nur ein Drittel der gehandelten Messinho-Ablöse. In den letzten Jahren hielt man sich mit Transfers direkt aus Südamerika an der Säbener Straße ebenfalls merklich zurück.

Renato Sanches gilt als riskantestes Investment in ein Toptalent, was der FC Bayern je tätigte. Der Mittelfeldspieler kam 2016 als 18-Jähriger für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon. Zum Zeitpunkt des Transfers hatte er jedoch bereits sechs Champions-League-Spiele bestritten und sein Debüt für die portugiesische Nationalmannschaft gegeben.


manual