"Schlechter kann es gerade nicht sein" - Stimmen zum DFB-Debakel gegen Österreich

  • Deutsche Nationalelf verliert mit 0:2 in Wien
  • Große Sorge vor Heim-EM
  • Nagelsmann und Spieler schlagen Alarm

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Die deutsche Nationalmannschaft verlor am Dienstagabend auch das zweite November-Testspiel: Bei Nachbar Österreich unterlag die Nagelsmann-Elf mit 0:2. Der Bundestrainer, Kapitän Ilkay Gündogan und Co. äußerten sich nach dem Spiel kritisch.

Julian Nagelsmann

Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Alexander Hassenstein/GettyImages

"Wir dürfen nicht in eine Opferrolle verfallen. Wir müssen akzeptieren, dass wir unfassbar viel Arbeit haben auf allen Positionen. Es wird bis zum Sommer nichts leicht von der Hand gehen. Es geht nur über sehr harte Arbeit und sogenannte deutsche Tugenden. Es geht darum, nicht in Schönheit zu sterben."

"Wir werden bis Sommer nicht zu Verteidigungsmonstern. Wir müssen die Zeit, in der wir verteidigen, minimieren. Die Mannschaft hat eine Gabe, schön zu spielen. Aber wir müssen viel mehr Dynamik entwickeln im eigenen Ballbesitz. Wir sind eine gute Gruppe und beim Überschreiten der Linie sind es Einzelkämpfer. Es sind super viele gute Zeichen, aber den Transfer aufs Feld kriegen wir nicht gut hin."

"Leroy hat sich gerade vor der Mannschaft entschuldigt, was ich generell gut finde. Man muss auch ein bisschen sehen, was Mwene bei der Grätsche macht. Es ist ein Foul, dann reißt [Mwene] das Bein hoch, geht auf Leroy los. Dann brennen Leroy die Sicherungen durch. Das darf Leroy nicht machen. Das weiß er, dafür hat er sich entschuldigt. Aber die Aktion von Mwene ist nicht die allerfeinste. Am Ende muss Leroy so clever sein, dass er es nicht macht und eher die Rote Karte in die andere Richtung provoziert."

Ilkay Gündogan

Ilkay Guendogan
Ilkay Gündogan / Alex Grimm/GettyImages

"Das ist alles hausgemacht. Die Rote Karte von Leroy fasst das alles zusammen: den Frust, die Enttäuschung, auch die Enttäuschung über sich selbst. Am Ende haben wir es den Österreichern viel zu leicht gemacht, Torchancen zu kreieren und Tore zu schießen. Wir waren einfach nicht gut genug."

"Man muss gestehen, dass es nicht nur die Defensive ist und dass es vorne losgeht. Ich habe das nach dem Türkei-Spiel schon gesagt, dass das Verteidigen vorne schon beginnt. So wie wir anlaufen, wie wir pressen, zieht sich das durch die Ketten. Anstatt uns mit positiver Energie anzustecken, mit Emotionen, emotional auch zu verteidigen, machen wir im Moment das Gegenteil. Wir sind immer zu spät. Fifty-fifty-Bälle verlieren wir. So geben wir den Österreichern genau das Spiel, das sie haben wollen. So wirst du nicht erfolgreich."

"Schlechter kann es gerade nicht sein. Alles, was wir auf dem Platz machen, hat seine Gründe. Der Trainer kennt diese Gründe sehr gut. Es ist bitter, dass wir dreieinhalb, vier Monate mit diesen beiden negativen Ergebnissen leben müssen. Jedem Einzelnen muss bewusst sein, was er machen kann, um am Ende des Tages optimale Leistungen zu bringen."

Mats Hummels

Mats Hummels
Mats Hummels / Alexander Hassenstein/GettyImages

"Wir haben emotional und kämpferisch erst mit der Roten Karte angefangen dagegenzuhalten. Defensive ist nicht Abwehr und Offensive Sturm - alles arbeitet zusammen. Wir haben uns als komplette Mannschaft an die eigene Nase zu packen. So reicht es nicht gegen eine Topnation. Es dauert, die Sachen umzusetzen. Ich glaube, dass man noch ganz große Schritte gehen kann. Wir wissen jetzt sehr eindeutig, wo wir noch ein, zwei Schippen drauflegen müssen. Dann kann es auch ein gutes Turnier werden, im Moment nicht."

Leroy Sané

Leroy Sane, Phillipp Mwene, Slavko Vincic
Leroy Sane / Stefan Matzke - sampics/GettyImages

"Ich habe mich beim Phillipp [Mwene] schon entschuldigt und bei der Mannschaft. Ich glaube, das Spiel geht heute auf mich, das nehme ich komplett auf meine Kappe. Da muss ich mich besser beherrschen. Das darf nicht passieren. Da habe ich die Mannschaft im Stich gelassen. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Monaten alle zusammen gesund bleiben, bei den Spielen erfolgreich sind und im März zusammen gut angreifen können."

Ralf Rangnick (Trainer Österreich)

Ralf Rangnick, Julian Nagelsmann
Ralf Rangnick / Alexander Hassenstein/GettyImages

"Das war schon eine richtig gute Leistung. Wir hatten schon vor der Roten Karte die besseren Chancen, die Mannschaft hat danach weitergespielt wie bei einem Elf-gegen-elf."

"Im Moment kriegt die deutsche Mannschaft zu viele Tore, zu Null hat sie schon lange nicht mehr gespielt. Wenn du in jedem Spiel zwei, drei Tore kassierst, ist es schwierig zu gewinnen."


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