FC Schalke 04

Stevens & Tönnies über Schalke-Absturz: "War richtig, dass viele abgeschossen wurden"

Yannik Möller
Huub Stevens als S04-Ikone
Huub Stevens als S04-Ikone / Soccrates Images/GettyImages
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Ein großer Verein wie Schalke bringt auch immer bekannte Persönlichkeiten hervor, die sich über die Entwicklung des Klubs äußern. Im Falle des S04 steht natürlich der Absturz der letzten ein, zwei Jahre im Fokus. Huub Stevens und Clemens Tönnies äußerten sich nun mit klaren Worten dazu.


Der Abstieg in die 2. Bundesliga hat rund um Schalke 04 viele Menschen bewegt. Allen voran natürlich die zahlreichen Fans, die dem Verein über Jahre und durch mehr dick als dünn die Treue gehalten haben. Doch zu einem solch großen Tanker des deutschen Fußballs gehören selbstredend auch die Persönlichkeiten, die den Klub über lange Zeit geprägt haben.

Huub Stevens und Clemens Tönnies sind zweifelsfrei derartige Persönlichkeiten. Das kann niemand anzweifeln - unabhängig davon, wie man das jeweilige Wirken einschätzt und beurteilt. Beide haben bei S04 ihre Spuren hinterlassen, beide waren bis kurz vor dem Abstieg noch in leitenden Funktionen bei den Knappen aktiv.

Huub Stevens
Im Dezember 2020 kehrte Huub Stevens wieder einmal zurück / Christof Koepsel/GettyImages

Im Rahmen einer Buchvorstellung von Ingo Anderbrügge, die dieser Tage im Fußballmuseum in Dortmund stattfand, äußerten sich die beiden zur jüngeren Vergangenheit des Vereins. "Pokal ist auch wichtig. Wir sind alle enttäuscht", wusste Stevens unmittelbar zu betonen (via WAZ). Das Aus gegen 1860 München war auch für die interne Stimmung ein gefährlicher Schritt zurück.

Stevens mit positivem Fazit über viele abgegebene Spieler: "Das war unglaublich"

Im Fokus standen aber selbstverständlich die letzten ein, zwei Jahre. Vom Klub, der regelmäßig in Europa mitspielte bis hin zu einer Mannschaft, die in der Bundesliga nicht mehr gewinnen konnte. "Das war unglaublich", erinnerte sich der Jahrhundert-Trainer auch im Bezug auf die fehlende Einheit in der Mannschaft.

Sein Urteil fällt entsprechend deutlich aus: "Es war richtig, dass viele abgeschossen wurden. Die waren auf Schalke, um sich die Tasche zu füllen. Wir brauchen wieder Spieler, die Charakter haben." Er selbst hatte sich für etwa zwei Wochen und zwei Spiele ein Bild vom Team machen können, als er - mal wieder - als Interimstrainer die Zeit zwischen Manuel Baum und Christian Groß moderierte. Währenddessen saß er bis zum Sommer auch noch im Aufsichtsrat.

Tönnies war hingegen schon länger raus bei Königsblau. Zumindest offiziell - denn wer sich etwas mit Schalke und Tönnies beschäftigt, besser gesagt mit der Beziehung dieser beiden, der weiß: der 65-Jährige hatte in seinen knapp 16 Jahren bei S04 eine Art eigenes System aufgebaut. Nur weil er ohne offizielle Funktion ist, heißt das nicht, dass er auch wirklich und unmittelbar raus ist.

Clemens Tönnies
Clemens Tönnies war jahrelang die S04-Führungsfigur / Soccrates Images/GettyImages

Das bestätigte er auch, wenngleich indirekt: "Mir tut der Abstieg weh. Ich habe versucht, noch was zu verhindern. Aber ich war raus, und ich bleibe draußen. Es ist vorbei. Natürlich vermisst man Schalke, wenn man so intensiv drin war." Zwischendurch war noch von vermeintlichen Plänen zur (finanziellen) Unterstützung zu hören.

An die Verantwortlichen legt er einen gewichtigen Maßstab an, den er selbst als S04-Anhänger auch emotional auflädt: "Die, die Schalke jetzt machen, müssen es gut machen. Da achten wir drauf. Wenn der Erfolg kommt, haben sie alles richtig gemacht."

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