Plant Reis eine überraschende Torwart-Rochade auf Schalke?

Yannik Möller
Thomas Reis
Thomas Reis / Christof Koepsel/GettyImages
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Bislang ist Alexander Schwolow als Nummer eins von Schalke 04 durch die Saison gegangen, trotz so mancher Wackler. Auch Thomas Reis hatte ihm vor der Winterpause vertraut. Nun spricht der Trainer plötzlich und öffentlichen von Gedankenspielen zu einem möglichen Torwart-Wechsel.


Auf Schalke gibt es seit Jahren keine Kontinuität und Ruhe im Tor. Immer wieder gibt es Wechselspielchen und Rotationen, die mal von angekündigten Wechseln und mal von Schwächephasen der jeweiligen Keeper geprägt sind. Seit einer gefühlten Ewigkeit hat es nun keine Nummer eins mehr gegeben, die über mehr als eine Saison hinweg zwischen den Pfosten stand.

Das wird sich auch in dieser und zur nächsten Spielzeit nicht ändern. Schließlich ist die aktuelle Nummer eins, Alexander Schwolow, nur ausgeliehen. Einen Verbleib über den nächsten Sommer hinaus wird es nicht geben.

Bis jetzt stand er auch immer zwischen den Pfosten. Obwohl er so manche Unsicherheit in seinem Spiel hatte, insbesondere in der Luft, vertraute auch Thomas Reis bei seinem Amtsantritt auf den Leihkeeper. Somit stand Schwolow auch in den letzten Partien vor der aktuellen Winterpause im Kasten.

Damit ist aber nicht gleich abgesichert, dass sich dieses Standing während eben jener Pause und im Hinblick auf den Start des zweiten Saisonteils nicht ändern wird.

Bundesliga"Schalke 04 v FC Bayern Munchen"
Alexander Schwolow / ANP/GettyImages

Reis mit Lob für Heekeren - und Verweis auf den Restart der Bundesliga

Anscheinend eröffnet Reis sogar wieder den Konkurrenzkampf - und zwar ganz im Sonne von Justin Heekeren. Der 22-Jährige wurde im vergangenen Sommer verpflichtet, nachdem er sich bei Rot-Weiß Oberhausen für größere Aufgaben empfohlen hatte. Bisher kam er nur für die U23 von Königsblau zum Einsatz. Nach dem anfänglichen Wackeln hat er sich über die letzten Partien zu einem sicheren Schlussmann gewandelt.

Nun scheint der Cheftrainer seinen Fokus überraschenderweise auf ihn legen zu wollen. "Ich will ihn in der Vorbereitung auf einem höheren Niveau sehen", betonte Reis gegenüber der WAZ.

Er habe sich mehrere U23-Partien angesehen. Dabei attestierte er ihm eine gute Leistung. Insbesondere mit dem Ball am Fuß sei Heekeren "sehr gut". Weiter führte er aus: "Er kann vielleicht mal in große Fußstapfen treten – ob es im ersten Spiel 2023 gegen Frankfurt ist oder später, werden wir sehen."

Ungewöhnlich, dass Reis von sich aus und ohne genauere Nachfrage erwähnt, dass es möglich sei, dass er bereits in den ersten Spielen des neuen Kalenderjahres in der Bundesliga auflaufen könnte. Zu erwarten wäre eher gewesen, dass er auf seine Entwicklung und die wertvolle Spielpraxis in der zweiten Mannschaft verweist.

Wer den Trainer kennt, der weiß allerdings, dass er derartige Aussagen nicht unbedacht und einfach so trifft. Während Ralf Fährmann kaum mehr ein Thema zu sein scheint, möchte Reis Heekeren offenbar in Richtung Profi-Einsätze schieben.

Selbstverständlich wird er keine allzu großen Experimente forcieren, dafür ist die Ausgangslage viel zu prekär. Doch scheint der Cheftrainer sehr viel vom Torwart-Youngster zu halten. Womöglich kann sich Heekeren in der anlaufenden Vorbereitung eine gute Ausgangslage erarbeiten und Schwolow wirklich unter Druck setzen.


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