FC Schalke 04

Terodde schon jetzt auf Schalke angekommen: "Macht richtig Bock gerade"

Yannik Möller
Simon Terodde hat sich bereits auf Schalke eingelebt
Simon Terodde hat sich bereits auf Schalke eingelebt / Selim Sudheimer/Getty Images
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In den ersten beiden Pflichtspielen konnte Simon Terodde direkt dreifach für seinen neuen Verein treffen. Schalke profitiert doppelt von der beeindruckenden Effektivität des Stürmers, ist die eigene Offensive doch noch verbesserungswürdig. Er selbst fühlt sich bereits sehr wohl.


Gegen den Hamburger SV traf Simon Terodde im ersten Spiel bereits nach sieben Minuten. Es war sein erster Torschuss in einem Pflichtspiel für Schalke 04. Am zweiten Spieltag netzte er gegen Kiel noch früher (2. Minute) und sogar doppelt (21. Minute). Schon jetzt ist er ein großer Gewinn für die Knappen.

Vor der Saison gab es die Befürchtung, zum ersten Mal könnte Terodde in der 2. Bundesliga nicht ganz so erfolgreich sein. Immerhin wechselte er zu S04. Also einem Verein, der über die letzten Jahre konsequent ein ansehnliches Spiel in Ballbesitz mit gefährlichen Torchancen vermieden hat. Selbst bei einem großen Fokus der Arbeit darauf war klar, dass es dauern und ein kleines Wunder brauchen würde, um dieses Erscheinungsbild zu ändern.

Simon Terodde
Schon gegen den HSV durfte Simon Terodde jubeln / Lars Baron/Getty Images

Während die eine Annahme stimmt, scheint sich die andere schnell in Luft aufzulösen. Nach den ersten beiden Spielen kann man getrost festhalten: Schalke hat noch immer Probleme damit, aus dem Spiel heraus und bei eigenem Ballbesitz gefährlich zu werden. Und dennoch trifft der 33-Jährige schon wie er will.

Terodde scheint auch auf Schalke zu funktionieren

Das ist alles andere als selbstverständlich. Auch wenn man sich die Zweitliga-Statistiken des Torjägers anschaut und die beeindruckenden Zahlen wahrnimmt, heißt das noch lange nicht, dass das bei jedem Verein und in jeder Mannschaft so fortgeführt wird. Trotzdem führt er nach dem zweiten Spieltag, gemeinsam mit Rouwen Hennings und Philipp Hofmann, die Torschützenliste an.

Während sich Königsblau zurecht über die Terodde-Treffer freut, muss man aber auch die Umstände im Blick behalten. Sein erstes Tor kam durch eine Umschaltaktion gegen den HSV, der sehr weit aufgerückt war, zustande. Die beiden gegen die KSV durch zwei exzellent geschlagene Standards seitens Thomas Ouwejan. Im Übrigen erzielte Marius Bülter sein Tor zum 0:3-Endstand auch durch eine hohe Balleroberung.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis kann sich auf seinen Torjäger verlassen / Selim Sudheimer/Getty Images

Das Team von Dimitrios Grammozis hat es also bisher nicht geschafft, Terodde durch das eigene Spiel in Szene zu setzen. Das ist einerseits noch nicht allzu schlimm gewesen, andererseits kann das noch etwas gefährlich werden, sollten beispielsweise die Standards an Torgefahr abnehmen.

Ihm selbst dürfte das soweit noch egal sein, ebenso dem Trainerteam und den Fans. Schließlich beweist er seine Qualität auch so, er trifft auch ohne diese großen Chancen. Das ist auch im doppelten Sinne gut für Schalke, werden so die Probleme in Ballbesitz etwas kaschiert.

Die Gelsenkirchener können sich also auf zwei Aspekte verlassen. Zum einen: Terodde trifft auch, obwohl er nicht allzu viele Zuspiele bekommt und noch nicht wirklich freigespielt wurde. Dafür reichen bisher auch Standards und Ballgewinne. Zum anderen: würde man ihm zusätzlich noch gute Chancen ermöglichen, wäre S04 - was die eigenen Tore anbetrifft - wohl nur schwer zu stoppen.

Und zum zweiten Punkt muss die Mannschaft früher oder später kommen. Denn gegen die Aues, Sandhauens oder Ingolstadts dieser Liga wird man keinen Fokus auf Umschaltaktionen legen können. Die gegnerischen Teams, die sich selbst ohne Ballbesitz fallen lassen werden, sind gegenüber Schalke in der großen Überzahl. Will man sich gegen sie nicht nur auf den Faktor Standards verlassen müssen, braucht es alsbald kreative Lösungen aus dem Spiel heraus.

Dennoch: Terodde fühlt sich wohl und die Fans sind von ihm und seiner Kaltschnäuzigkeit begeistert. Er selbst betonte nach der Partie auch den Wohlfühlfaktor und erklärte (via Sky): "Wir sind hier als Team aufgetreten, wie auch gegen Hamburg. Macht richtig Bock gerade, auch wenn man sieht wie wir die Tore feiern." Für das mittelfristige Ziel sei "so ein glatter Auswärtssieg enorm hilfreich", ergänzte er.

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