Schalke plant weiter mit Sané - Vorteil oder Nachteil?

Salif Sané soll Schalke auch in der zweiten Liga erhalten bleiben
Salif Sané soll Schalke auch in der zweiten Liga erhalten bleiben / Matthias Hangst/Getty Images
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Der Kaderumbruch auf Schalke ist inzwischen zwar fortgeschritten, aber längst nicht abgeschlossen. Wenig Arbeit bleibt wohl in der Abwehr übrig: Offenbar wird intern weiterhin mit Salif Sané geplant, was die Innenverteidigung so gut wie komplett macht. Die Frage ist jedoch, ob diese Planung auch vollends von Vorteil sein wird?


Dass der Abstieg von Schalke 04 so vorzeitig zu erkennen und am Ende auch besiegelt war, ist ein in sportlicher Hinsicht sehr trauriges Zeichen gewesen. Allerdings hat diese Entwicklung auch dabei geholfen, dass die Kaderplanung für die kommende Saison vergleichsweise früh anlaufen konnte. Das Resultat: Der Umbruch im Team ist im vollen Gange, einige wichtige Entscheidungen wurden bereits vollzogen.

Ein weiterer, aber ziemlich überraschender Schritt soll folgen: So berichtet die Bild, dass das Trainerteam auch in der 2. Bundesliga mit Salif Sané für die Abwehr planen soll. Bislang war man aufgrund der gut dotierten Verträge davon ausgegangen, dass er zusammen mit Matija Nastasic verkauft werden soll. Während dieser Plan beim Serben weiterhin zu stehen scheint, soll der Senegalese bleiben.

Salif Sane
Salif Sané könnte trotz Kaderumbruch auf Schalke bleiben / Alexander Hassenstein/Getty Images

Der vermeintliche Gedanke hinter dieser Idee: Der 30-Jährige soll der Innenverteidigung Stabilität verleihen. Da Dimitrios Grammozis wahrscheinlich mit seiner Dreierkette fortfahren möchte, könnte Sané mit zwei weiteren Partnern aufspielen. Beispielsweise mit Malick Thiaw und Neuzugang Marcin Kaminski, die wohl die ersten Kandidaten dafür wären.

Die Frage nach der notwendigen Qualität ist dabei ebenso schnell wie einfach zu beantworten. Natürlich hat er sie. Schon in Liga eins gehörte Sané zu den besten Zweikämpfern der Liga, solange er eingespielt war. Dazu bringt er durch seine Größe eine gute Kopfballstärke mit, die S04 im letzten Jahr häufig fehlte. Seine Qualitäten im Spielaufbau sollten für die untere Liga ebenfalls mehr als ausreichend sein.

Sané eine qualitative Stütze für Schalke in Liga zwei - Unklarheiten sorgen jedoch für Risiko-Faktor

Der Haken: Die guten Leistungen kann er eben nur abrufen, wenn er eingespielt ist. Das war er in den letzten ein, zwei Jahren aufgrund häufiger und auch längerer Verletzungspausen nicht wirklich. Es ist ein Risiko, das bleibt. Insbesondere das Knie scheint es dem 38-fachen Nationalspieler schwer zu machen.

Fällt er erneut aus, kann er sein Können erst wieder vernünftig und vor allem konstant abrufen, wenn er mehrere Wochen wieder im Mannschaftstraining ist und mehrere Partien absolviert hat. Ansonsten kann auch der eigentlich so souveräne Zweikämpfer unsicher wirken - und das braucht Schalke in der nächsten Saison überhaupt nicht.

Jessic Ngankam, Salif Sane
Als Abwehrchef soll Sané agieren können, so der Plan des Trainerteams / Pool/Getty Images

Ein weiteres Fragezeichen kommt angesichts seines Vertrags auf. Zum einen ist da die Laufzeit, die nur bis zum Sommer 2022 datiert ist. Heißt: Geht Königsblau mit Sané und diesem Arbeitspapier in die Spielzeit, ist ein abschließender, ablösefreier Abgang fast sicher. Die eine oder andere Million würde es dann nicht geben. Geld, auf das der Absteiger eigentlich dringend angewiesen ist.

Zum anderen ist da noch das Gehalt. Im Sommer 2018, direkt nach der Vizemeisterschaft, kam er zu Schalke. Zu einer Zeit, in der Christian Heidel noch Sportvorstand war. Daher ist durch so manche Gewohnheit davon auszugehen, dass der Abwehrspieler nicht schlecht verdienen dürfte. So muss sich auch dabei gefragt werden, ob die potenzielle Qualität es wert ist, die etwaigen Einsparungen links liegen zu lassen.

Eine mögliche Lösung: Schalke bietet Sané einen neuen Vertrag an. Dieser könnte, müsste aber nicht um ein Jahr verlängert werden. Er bekäme die Zusicherung, als absoluter Stammspieler und Abwehrchef in die Saison zu gehen. Dafür gibt es etwas weniger Gehalt, eventuell aufgebessert durch Boni. So oder so ähnlich könnte ein Kompromiss aussehen, wenn der ablösefreie Abgang 2022 vermieden werden sollte.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis scheint von den Stärken Sanés überzeugt zu sein / Pool/Getty Images

Schlussendlich steht diese Idee des Trainerteams um Grammozis als eine Art Risiko da. Ein finanzielles, aber vor allem ein sportliches. Fakt ist, und das gilt es nochmals zu betonen: Qualitativ kann Salif Sané Schalke in Liga zwei helfen, er wäre eine gute sowie erfahrene Verstärkung. Das "wenn" und "aber" rundherum sorgen jedoch für das ein oder andere Fragezeichen.