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FC Schalke 04

Grammozis hadert - Schröder glücklich: Erneute Uneinigkeit zum S04-Kader

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis scheint mit der Kaderbreite zu hadern
Dimitrios Grammozis scheint mit der Kaderbreite zu hadern / Thomas Eisenhuth/Getty Images
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Dimitrios Grammozis sieht auf Schalke keine wirklich gute Kaderbreite, da seien andere Vereine deutlich besser aufgestellt. Rouven Schröder hingegen spricht von einer bewussten Entscheidung und betont, man fühle sich mit dem Kader sehr wohl. Es ist nicht die erste Uneinigkeit bezüglich des Teams.


Wenn Schalke 04 am Sonntag aus der Länderspielpause kommt, geht es ans Eingemachte. Hier und da wurde vor dieser Unterbrechung der 2. Bundesliga betont, dass manche Spieler noch nicht richtig angekommen sind und einige Abläufe noch eintrainiert werden müssen. Das sollte in diesen zwei Wochen angegangen werden. Somit wird gegen den SC Paderborn eine weitere Steigerung erwartet.

Dimitrios Grammozis hingegen scheint die selbst verursachten Erwartungen, was eine Verbesserung im Spiel betrifft, jedoch herunterspielen zu wollen. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Mannschaft. Besser gesagt: auf der für seinen Geschmack fehlenden Kaderbreite.

"Wir haben, wenn man sich den Kader ansieht [...], nicht den Mega-Kader. Wenn man sich da andere Mannschaften ansieht, haben die schon eine größere Tiefe. Aber wir wussten, dass es dieses Jahr nicht einfach wird", erklärte er gegenüber den Ruhrnachrichten. Damit stellt er seine Spielerauswahl gegenüber der Konkurrenz als schwächer da.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis sieht einen Kader-Nachteil für Schalke / Selim Sudheimer/Getty Images

So muss auch im Training eine "gute Mischung" gefunden werden. Man müsse versuchen "die Jungs zu fordern, aber auch nicht zu überfordern". "Denn", so Grammozis weiter, "wenn jemand ausfällt, dann wird es für uns auch problematisch."

Sein letzter Satz zu diesem Thema zeigt noch einmal die Denkweise: "Wir versuchen das Beste daraus zu machen." Der 43-Jährige spricht somit indirekt von einem Problem. In seinen Augen ist insbesondere die Breite des Kaders ein Nachteil, wenn nicht gar eine klare Schwäche. Und diese gilt es zu überstehen.

Schröder erneut mit konträrer Kader-Einschätzung: 'Zusammengewürfelte Truppe 2.0'?

Eine ganz andere Ansicht dazu scheint Rouven Schröder zu haben. Der Sportdirektor musste den gewaltigen Kaderumbruch in diesem Sommer bewältigen. Bei Sky reagierte er schon mit einem Stirnrunzeln, als er gefragt wurde, ob ihm der Kader zu dünn sei. Er betonte stattdessen das "große Vertrauen in diesen Kader".

Weiter: "Wir haben auch sehr variable Spieler, wir haben auch gesehen, dass wir verschiedene Spieler auf unterschiedlichen Positionen einsetzen können. Für uns ist es auch so, dass wir den Pokal und die Meisterschaft haben - das sind zwei Wettbewerbe. Und trotzdem fühlen wir uns mit dem Kader wohl, auch mit der Größe."

Rouven Schroeder
Rouven Schröder zeigt sich zufrieden mit der Kaderbreite / Christof Koepsel/Getty Images

Auf diesen Aspekt bezogen zwei sehr unterschiedliche Aussagen von Trainer und Sportdirektor. Zwei Personalien, die im Sinne des Teams eigentlich Hand in Hand arbeiten müssen. Grammozis betont die Probleme, Herausforderungen und Schwächen. Schröder betont explizit, dass "wir großes Vertrauen haben". Auch eine gesunde Konkurrenz habe man, "auch mit der Anzahl an Spielern".

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass sich die beiden in ihren Aussagen zur Mannschaft stark unterscheiden. Nach dem blamablen Regensburg-Spiel sprach der Trainer von einer "zusammengewürfelten Truppe". Das ist nicht nur faktisch falsch, weil die Qualität sehr ordentlich und auch von ihm mit geplant worden ist. Auch das Betonen dessen wirkte sehr kurios.

Kurz darauf war es Schröder, der klarstellte, dieser Auftritt habe "nichts mit einer 'zusammengewürfelten Truppe' zu tun".

Vor ein paar Wochen genauso wie heute: in den sozialen Netzwerken fragen sich einige S04-Fans, was es mit diesen konträren Aussagen auf sich hat. So wird unter anderem vermutet, Grammozis wolle die Erwartungen bremsen und - schlimmstenfalls - bereits die nächsten Ausreden parat haben. Paderborn steht zwar zurzeit auf dem zweiten Tabellenplatz, sollte aber auch keine unlösbare Aufgabe für die Knappen sein.

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