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FC Schalke 04

Schalke-Unruhe wegen Grammozis' Torwartwechsel

Yannik Möller
Dimitrios Grammozis hat wohl intern für miese Stimmung gesorgt
Dimitrios Grammozis hat wohl intern für miese Stimmung gesorgt / BSR Agency/Getty Images
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Dimitrios Grammozis hat Ralf Fährmann zum letzten Spiel auf die Bank verbannt und Martin Fraisl als neuen Keeper installiert. Ein erneuter Torwartwechsel, der auch wegen seiner Art und Weise für Stunk sorgen soll. Schließlich hat Fährmann in der Mannschaft ordentlichen Rückhalt.


Eines haben die Stammtorwart-Position und der Cheftrainer-Posten bei Schalke 04 gemeinsam: wer auch immer sie besetzt, der hält sich nicht lange. Über die letzten Jahre haben die Knappen häufiger den Torwart ausgetauscht, als ihre Trainer. Kaum zu glauben, dennoch wahr.

Angefangen beim Tausch von Ralf Fährmann und Alexander Nübel in der Winterpause der Saison 2018/19, durchgeführt von Domenico Tedesco. Bis hin zum erneuten Bankplatz für Fährmann, der zuletzt von Dimitrios Grammozis ausgemustert und durch Martin Fraisl ersetzt wurde. Ein mal wieder überraschender Wechsel, hielt der Trainer am 33-Jährigen doch bereits seit seinem Amtsantritt als Nummer eins fest.

Grammozis setzte Fährmann auf die Bank - schlechte Stimmung in der Kabine als Resultat?

Wie zu erwarten war, bleibt auch dieser Torwartwechsel nicht ohne Folgen. Unabhängig davon, ob die Entscheidung sportlich zu vertreten oder zu kritisieren war - sie kam zu einem sehr ungewöhnlichen Zeitpunkt und ohne Vorwarnung.

Innerhalb der Mannschaft soll die Degradierung ebenfalls für Stunk sorgen. Das berichtet die Sport Bild. Dabei sorge nicht nur der Tausch als solcher für Unmut, sondern auch die Art und Weise wie der Coach diesen erklärte. Es heißt, er habe sie nur sehr knapp kommentiert und die genauen Gründe erst gar nicht genannt.

Ralf Fahrmann
Ralf Fährmann muss sich vorerst mit dem Bankplatz begnügen / BSR Agency/Getty Images

Die Mannschaft hätte dementsprechend keine Transparenz von Grammozis erfahren, obwohl es sich um einen nicht zu unterschätzenden Machtwechsel handelt. Da Fährmann im Team "hoch angesehen" sein soll, wiegt die fehlende Verständnis für diese Entscheidung doppelt schwer. Der langjährige Schalker weiß um viel Rückhalt in der Kabine.

Ihm selbst war sein Frust bereits beim Spiel gegen Hansa Rostock anzusehen. Vor, während und auch nach dem Spiel zeigte er sich mit versteinerter Mine. Beim Gruß-Bild an den mit einem Kreuzbandriss verletzten Michael Langer, mit dem er sich eigentlich sehr gut verstehen soll, mühte er sich sichtlich zu einem kleinen Lächeln.

Alles andere als vorteilhaft, sollte sich bei S04 nun Unruhe entwickeln. Die Mannschaft, die sich bislang als neue Einheit präsentierte, könnte an dieser Thematik in zwei unterschiedliche Lager zerfallen - zumindest vorübergehend, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

S04-Kabine könnte sich gegen Grammozis richten

Besonders gefährlich wäre diese Stimmung selbstverständlich für Grammozis selbst. Durch den durchwachsenen Saisonstart, die nach wie vor fehlende spielerische Entwicklung und die anhaltende Kritik einiger Fans ist er bereits geschwächt. Ob Sportdirektor Rouven Schröder das auch so sieht, ist jedoch eine andere Frage.

Sollte er aber die Unterstützung der Mannschaft verlieren, herrscht große Gefahr. Erreicht ein Trainer sein Team nicht mehr, oder das gegenseitige Vertrauen in dieser Beziehung geht verloren, ist kaum noch etwas zu retten. Gelingt es nicht, dieses Thema wieder einzufangen, könnte es im schlimmsten Fall auf ein zerrüttetes Verhältnis hinauslaufen.

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis muss seine Entscheidung gut moderieren / Selim Sudheimer/Getty Images

Grammozis wollte mit der Fährmann-Degradierung eine große Karte ausspielen. Für defensive Sicherheit und ein weitaus sichereres Aufbauspiel sorgen, zugleich zeigen, dass er auch vor unpopulären Maßnahmen nicht zurückschreckt.

Dieser Schritt könnte sich nun als Bumerang entpuppen. Die Frage wird also sein, ob der Coach diesen auch wieder fangen kann.

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