FC Schalke 04

Offiziell: Schalke verkauft E-Sports-Lizenz für 26,5 Millionen Euro

Yannik Möller
Schalke geht auch schmerzhafte Schritte zur Refinanzierung
Schalke geht auch schmerzhafte Schritte zur Refinanzierung / INA FASSBENDER/Getty Images
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Um drohenden Strafen zu entgehen und das Kerngeschäft Fußball zu stabilisieren, muss Schalke auch ungewöhnliche Wege gehen. Nun ist auch der Verkauf der begehrten LEC-Lizenz offiziell. Der Verein gewinnt dadurch etwa 20 Millionen Euro.


Schon etwas länger wurde gemutmaßt, bei der fehlgeschlagenen digitalen Mitgliederversammlung wurde es Marketingvorstand Alexander Jobst nahezu bestätigt, und nun ist es offiziell: Schalke 04 verkauft seine begehrte E-Sports-Lizenz für die League of Legends Liga "LEC".

Das bestätigte der Klub am Dienstagnachmittag. Käufer und Abnehmer ist die E-Sports-Organisation Team BDS aus der Schweiz, in Kraft tritt dieser Übergang im Frühjahr 2022. Das Wichtigste: S04 bekommt durch den Verkauf zwar nicht die erhofften 30 Millionen Euro, aber immerhin 26,5 Millionen Euro überwiesen.

Damit steht ein Gewinn an der LEC-Lizenz von 18,5 Millionen Euro, da für den Einstieg acht Millionen Euro gezahlt wurden. Damals eine nicht ganz unumstrittene Investition, die sich nun aber - im wahrsten Sinne des Wortes - bezahlt gemacht hat. Wenngleich der Verkauf nun ebenso diskutiert wird, ist ein Wachsen des Marktes und somit des potenziellen Verkaufspreises doch ein sehr realistisches Szenario.

Schalke betont führende Rolle im E-Sports - Lizenz-Verkauf soll zur finanziellen Stabilität beitragen

Jobst betont in der Mitteilung: "Mit unserem Bekenntnis zum elektronischen Sport nimmt der S04 längst eine führende Position ein. Als einer der ersten Fußballvereine weltweit haben wir das einzigartige Potenzial des Esports erkannt und daher im Mai 2016 eine zukunftsweisende strategische Entscheidung getroffen."

Dass es durch den Verkauf nun Unterstützung für das Kerngeschäft, also den Fußball gäbe, habe "eine enorme Bedeutung", so der scheidende Vorstand weiter. Dazu bedankte er sich bei den Hauptverantwortlichen im S04-E-Sports.

Alexander Jobst
Alexander Jobst wird Schalke zum Juli verlassen / INA FASSBENDER/Getty Images

Bestätigt ist es zwar nicht, doch wird immer wieder vermutet, dass der inzwischen unumgänglich erscheinende Verkauf im Sinne der Einsparungen und Gewinne getätigt wurde, die zu den Auflagen seitens der DFL zählen. Schafft Schalke bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht Gewinn X, so kommt es zum Abzug von sechs Punkten in der nächsten Saison.

Eine Auflage, die der Klub aufgrund der finanziellen Schieflage erhalten hatte. Ein solcher Punktabzug wäre im Rennen um den erhofften Wiederaufstieg natürlich äußerst schmerzhaft.

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