FC Schalke 04

Schalke bezahlt Tedesco noch immer - allein im Juli 1 Mio. Euro Abfindung

Yannik Möller
Domenico Tedesco bekommt noch immer Geld von S04
Domenico Tedesco bekommt noch immer Geld von S04 / VI-Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

Die Trennung zwischen Schalke und Domenico Tedesco ist inzwischen über zwei Jahre und einen ganz neuen Trainerjob her - und trotzdem zahlen die Knappen noch immer die Abfindung für ihn. Alleine in diesem Juli wurde, durch verschiedene Vertragsklauseln, noch eine Million Euro fällig.


Domenico Tedesco ist mit Schalke 04 noch immer verbunden. Der 35-Jährige hatte eine sehr emotionale Zeit in Gelsenkirchen. Zunächst ließ er die Zweifler verstummen, schwang sich durch seine bodenständige und ehrliche Art zum Fanliebling auf und holte die Vizemeisterschaft. Anschließend der Absturz, der in seiner Freistellung endete.

Diese Zeit und Erfahrung verbindet ihn noch immer mit Königsblau. Doch das scheint nicht die einzige Verbindung zum S04 zu sein, da sein Konto offenbar noch immer als eine solche gesehen werden kann. So berichtet die Sport Bild von noch immer ausstehenden Abfindungszahlungen gegenüber dem Ex-Coach.

Schalke zahlt bis zu 2,5 Millionen Euro an Abfindung an Tedesco

In dem vorliegenden, sechsseitigen Dokument heißt es demnach: "Schalke zahlt eine garantierte Abfindung in Höhe von 1,5 Millionen Euro brutto, zahlbar in drei gleichen Raten zu je 500.000 Euro brutto zum 05. Januar 2020, zum 05. Juli 2020 und zum 05. Juli 2021."

Also zahlte der Absteiger noch in der vorigen Woche eine halbe Million Euro an Tedesco. Und das unabhängig davon, dass er zwischendurch bereits anderthalb erfolgreiche Jahre im Dienste Spartak Moskaus verbrachte. Immerhin ist dies die garantierte Abfindung.

Domenico Tedesco
Bei Spartak Moskau leistete Domenico Tedesco eine sehr gute Arbeit / Oleg Nikishin/Getty Images

Doch damit ist noch nicht Schluss. Durch eine den aktuellen Umständen entsprechend verrückte Klausel gibt es noch einmal 500.000 Euro obendrauf, auch noch in diesem Juli. So steht geschrieben: "Falls der Trainer am 01. Juli 2021 in keinem Arbeitsverhältnis zu einem (anderen) Fußballverein als Trainer steht, zahlt Schalke [...] eine weitere Abfindung in Höhe von 500.000 Euro brutto, zahlbar bis spätestens 15. Juli 2021."

Die Arbeit in Moskau zählt dahingehend nicht, weil das Arbeitsverhältnis zum Saisonende auslief. Dementsprechend war der Deutsch-Italiener zum 01. Juli nicht als Trainer angestellt, wodurch ihm die weitere Zahlung zusteht.

Eine weitere Klausel bezieht sich auf den 01. Mai des nächsten Jahres. Sollte er dann immer noch nicht als Coach tätig sein, werden nochmal 500.000 Euro fällig. Ist dies der Fall, wären es insgesamt rund 2,5 Millionen Euro, die Schalke als Abfindung an Tedesco zahlen musste. Und das, obwohl die Trennung im März 2019 erfolgte.

Schalke 04
Noch heute denken viele S04-Fans gerne an die emotionale Zeit mit Tedesco zurück / LEON KUEGELER/Getty Images

Wer also eine kleine Ahnung davon bekommen möchte, weshalb Königsblau heutzutage kein Transferbudget übrig hat, muss sich nur derartige Zahlungen ansehen. Hier und da werden immer wieder Kosten fällig, die man aus den Vorjahren mit sich schleppt. Der Verein bezahlt also im wahrsten Sinne des Wortes noch immer die Zeche für Fehler der letzten Jahre. Das macht sich früher oder später natürlich bemerkbar.

Dennoch sollte festgehalten werden, dass Schalke durch diese Vertragsauflösung auch Geld eingespart hat. Hätte man das Arbeitspapier so fortlaufen lassen, wären durch den langfristigen Vertrag fünf Millionen Euro mehr fällig gewesen. Dennoch entstehen nachgelagerte Kosten, die den Handlungsrahmen für die nun verantwortlichen Personen deutlich einschränken.

facebooktwitterreddit