FC Schalke 04

Zu wenig Ballbesitz? Grammozis wehrt sich gegen Kritik

Jan Kupitz
Dimitrios Grammozis hält nicht viel von Ballbesitz
Dimitrios Grammozis hält nicht viel von Ballbesitz / BSR Agency/Getty Images
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Dimitrios Grammozis reagiert auf die Kritik, dass der FC Schalke unter seiner Leitung zu wenig Ballbesitz habe. Dominanz könne man auch anders erreichen, erklärte der S04-Coach.


Trotz einer furiosen Anfangsphase inklusive frühem Führungstor verlor der FC Schalke sein Spiel zum Zweitliga-Auftakt gegen den HSV mit 1:3. Auch wenn die Knappen durchaus einige Chancen hatten, um zumindest einen Punkt in der heimischen Veltina Arena zu behalten, so war der Sieg der Rothosen über das gesamte Spiel gesehen hochverdient. Die Elf von Tim Walter dominierte das Geschehen über weite Strecken und schnürte den Absteiger insbesondere in der zweiten Hälfte regelrecht am eigenen Sechzehner ein.

Vielen S04-Fans und Experten stieß nach Abpfiff der Partie die zaghafte Herangehensweise der Knappen sauer auf. Die Anfangsphase hat gezeigt, dass Königsblau mit einem mutigen und aktiven Stil deutlich mehr hätte bewegen können - dass am Ende ein Ballbesitz von nur 27% für die Gastgeber heraussprang, werteten bei einem Heimspiel nicht wenige als Armutszeugnis. Kann S04 mit so einer Herangehensweise um den Aufstieg mitspielen?

Geht es nach Dimitrios Grammozis: ja! Der Deutsch-Grieche wehrte sich vor dem zweiten Spieltag, den die Knappen bei Holstein Kiel bestreiten müssen, gegen die Kritik an seinem defensiv ausgerichteten System.

Timo Becker
Enttäuschte Gesichter nach der Niederlage gegen den HSV / Lars Baron/Getty Images

"Hätten wir unsere Torchancen gegen den HSV reingemacht und gewonnen, würde heute keiner über den Ballbesitz meckern", war sich der S04-Coach am Freitag sicher. "Letztlich ist es immer das Ergebnis, das viele Sachen anstößt - oder eben nicht."

Grammozis führte aus, dass es für ihn "auch eine Art Dominanz" sei, "wenn man eine gute defensive Struktur hat und keine oder wenige Torchancen des Gegners zulässt". Der ganze Ballbesitz bringe am Ende schließlich wenig, wenn man keine Torchancen kreiere. "Dann kann man sich zwar hinstellen und sagen: 'Okay, ich hatte 70% Ballbesitz.' Aber wenn man keine Tore erzielt, dann bringt das relativ wenig", vertrat der 43-Jährige seine Meinung.

Grammozis: "Man kann auch gegen den Ball dominant sein"

Sein Erfolgsrezept: "Man braucht das Spiel mit dem Ball. Dann muss man eine gute Mischung finden zwischen Positionsspiel, Ballhalten und dann auch wieder torgefährlich zu sein. Und das waren wir [gegen Hamburg]. In der Defensive muss man dann sagen: Solange der Gegner den Ball hat, aber keine Torchancen kreiert, ist man ja auch dominant."

Grammozis stellte klar, dass er die Auffassung 'viel Ballbesitz bedeutet Dominanz' nicht teile: "Denn ich bin der Meinung, dass eine Mannschaft auch gegen den Ball dominant sein kann."

Dennoch war sich der ehemalige Profi auch bewusst, dass "wir unser Spiel mit dem Ball verbessern [müssen], damit wir noch mehr Ruhe reinbekommen". Dann, so der S04-Coach, "haben wir ein ganz gutes Paket".

Klar ist aber auch: Erleiden die Königsblauen am Sonntag gegen Kiel die zweiten Niederlage im zweiten Spiel, wird die Kritik an Grammozis' Spielstil noch lauter werden.

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