FC Schalke 04

Mit Emotionen und Ruhe: So will Schalke den Aufstieg erreichen

Yannik Möller
FC Schalke 04
FC Schalke 04 / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages
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Schalke 04 setzt im Aufstiegsrennen allen voran auf zwei grundlegende Faktoren: Die Emotionalität und Verbundenheit der Spieler und Trainer zum Verein sowie die Ruhe im Umfeld.


Die übrigen sieben Spiele der laufenden Saison sind auf Schalke vor allem durch die Schwierigkeit dieses Endspurts geprägt. So trifft Königsblau in diesen Partien unter anderem noch auf alle vier Klubs, die neben S04 in der Top-Fünf der Liga stehen.

Ein Restprogramm, das also alles andere als einfach ist, das zugleich aber die Chance bietet, sich durch Erfolge in diesen direkten Duellen einen Trumpf zu erspielen. Klar ist nach wie vor: Der Aufstieg und damit die Rückkehr in die Bundesliga soll unbedingt gelingen.

Im Sinne dieses großen Ziels setzt S04 zwar nicht erst jetzt, aber inmitten der Schlussphase der Saison nochmal mehr, auf zwei wichtige Grundpfeiler: Die emotionale Verbundenheit zum Klub seitens der Spieler und des Trainerstabs, und das ruhige Umfeld.

S04 setzt auf emotionale, statt finanzielle Beweggründe

Dass Schalke einen Spieler vergleichsweise schnell emotional packen kann, ist kein Geheimnis. Insbesondere mit der wieder vollen Veltins-Arena und dem Fan-Support können Mannschaft und Anhang zu einer Einheit werden. Das war schon nach dem 2:1-Sieg über Hannover sehr gut zu beobachten.

Zwar spielen Bonuszahlungen auch eine Rolle, aber eine deutlich kleinere als noch in der Vergangenheit. Laut Sport Bild gibt es bei den Gelsenkirchenern ein Boni-Modell, in dem die Spieler mehr oder weniger zusätzliches Geld pro erreichten Punkt bekommen - je nachdem, in welcher Tabellenregion man sich befindet.

Je besser der Tabellenplatz, desto höher fällt der Punkte-Bonus aus. Zwischen Platz eins bis sechs etwa gibt es 3.000 Euro pro Punkt, ergo 9.000 Euro für einen Sieg. Das ist entsprechend der höchste Bonus dieser Art. Zum Vergleich: Noch in der letzten Saison waren Matija Nastasic 30.000 Euro zugesichert - nicht pro Sieg, sondern pro Punkt!

Kou Itakura
S04 setzt auf die Wucht der Emotionalität / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

So ist einerseits abgesichert, dass die Spieler sich auch aus egoistischen Gründen an der Tabellenspitze halten wollen. Andererseits wird durch die vergleichsweise geringen Zahlungen ersichtlich, dass es vor allem auf die Emotionalität ankommen soll. So gibt es kaum einen Spieler, der noch nicht öffentlich betont hatte, mit Schalke unbedingt aufsteigen zu wollen.

Diese Emotionalität lebt Mike Büskens als Interimscoach selbstredend bestens vor. Wer ihn nach dem Schlusspfiff am Samstag gesehen hat, der kriegt sehr schnell ein Verständnis dafür, wie viel ihm der Verein und damit auch das Aufstiegsziel bedeutet.

Schalke forciert Ruhe: Bloß keine Skandale oder Eklats

Der zweite große Aspekt ist die Ruhe im Vereins-Umfeld. Die war, um es freundlich zu formulieren, nicht immer gegeben. Handfeste Skandale hier, wie etwa um Clemens Tönnies, fragwürdige Aussagen oder kommunikative Desaster einzelner Personen dort.

All das wird bisher erfolgreich vermieden. Und das soll sich in den letzten anderthalb Monaten auch nicht mehr ändern.

Die Sport Bild liefert zwei Beispiele: So hätte Schalke sich angesichts des Gazprom-Aus wichtige Millionen als finanzielle Unterstützung von Tönnies sichern können. Der ehemalige Aufsichtsrats-Vorsitzende hätte sogar die vollen neun Millionen Euro angeboten, die Gazprom für ein Zweitliga-Jahr zugesichert hatte.

Bernd Schröder, Vorstandsvorsitzender, lehnte jedoch dankend ab. Die Führungsriege war sich bewusst, dass dieser Schritt für sehr viele öffentliche Debatten und auch Fan-Unruhen sorgen würde. Schließlich ist der Ex-Klub-Chef nicht nur aufgrund seiner Vergangenheit und Arbeit im Verein teils äußerst kritisch angesehen.

Schalke 04 v RB Leipzig - German Bundesliga
Tönnies' Hilfe wurde von Schalke abgelehnt / Soccrates Images/GettyImages

Das zweite Beispiel: S04 hat den Spielern noch vor dem Rückrundenstart eine Social-Media-Schulung gegeben. Darin wurde besprochen, was sie posten können oder sollten, mit welchen Bildern und worauf sie dabei zu achten haben. Es soll bloß keine Eklats oder fragwürdige Aktionen geben, die einzelne Spieler und dadurch auch das Team aus dem Takt bringen könnten.

Dafür stellt der Klub sogar extra einen eigenen Server zur Verfügung, auf dem die Spieler Fotos und Videos für Instagram, Twitter und Co. auswählen können. Alles abgesichert, begutachtet und natürlich in guter Qualität.


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