Schalke leidet unter hohen Personalkosten: Weitere Einsparungen unausweichlich

Beim FC Schalke fallen sehr hohe Personalkosten an. Diese Kosten sorgen für die Notwendigkeit weiterer Einsparungen und Umstrukturierungen - wie etwa bei Mathias Schober.
FC Schalke 04
FC Schalke 04 / VI-Images/GettyImages
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Erst kürzlich veröffentlichte der FC Schalke den sogenannten Konzerngeschäftsbericht für das Jahr 2023. Der Finanzbericht listet sämtliche Details auf dem finanziellen Innenleben des gebeutelten Zweitligisten auf.

Ein Faktor fällt dabei aber besonders auf: Königsblau gibt rund 73 Millionen Euro für den Personalaufwand aus. Würde man rein auf Basis dieser Summe vermuten müssen, wie gut Schalke sportlich zurzeit da steht, man würde wohl auf einen gesunden Platz im Tabellenmittelfeld der Bundesliga tippen.

Immerhin sind diese über 70 Millionen Euro, die zwar auch, aber eben nicht nur die Gehälter der Mannschaft umfassen, eine sehr große Summe für einen Zweitligisten.

Bundesligisten mit weitaus weniger Personalkosten: Abstiegs-Szenario wäre für Schalke tödlich

Mit zwei Vergleichen wird das nochmal deutlicher. Als Tabellenzehnter steht Werder Bremen zurzeit tatsächlich im Bundesliga-Mittelfeld. Der Klub von der Weser hat in seinem aktuellsten Finanzbericht (für den Sommer 2022 bis Sommer 2023) einen Personalaufwand von rund 51 Millionen Euro angegeben. Das sind satte 20 Millionen Euro weniger als Schalke. Nur, dass der eine Verein gesund in Liga eins platziert ist, während der andere am Rande zu Liga drei steht.

Werder gibt bei LinkedIn an, dass es über 200 (vermutlich festangestellte) Mitarbeiter im Verein gibt. Auf Schalke sind es jedoch insgesamt, also etwa mit Teilzeitkräften, mehr als 500 Angestellte.

Während die reinen Zahlen und Personalkosten doch recht langweilig sind, so erklären sie im Hinblick auf die Gelsenkirchener jedoch auch so manche Personalentscheidung. Aktuell geht es dabei etwa um Mathias Schober, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert werden soll. Einen direkten Ersatz als Direktor des Nachwuchs soll es aber nicht geben, stattdessen einen Leiter der Knappenschmiede. Diese Position ist eine Ebene darunter angesiedelt - und somit kostengünstiger.

Gerald Asamoah
Gerald Asamoah wird Schalke verlassen / Christof Koepsel/GettyImages

Auch Gerald Asamoah muss den Verein verlassen. Seine Position als Leiter des Lizenzbereiches soll gar nicht erst erneut besetzt, sondern vakant gelassen werden.

Der S04 muss an sehr vielen Stellen möglichst große Einsparungen vornehmen, um - selbst im Zweitliga-Szenario - noch auf zumindest halbwegs gesunde Weise im Tagesgeschäft überleben zu können. Die aktuellen Personalkosten könnten im Falle des Abstiegs definitiv nicht gestemmt werden.

Schalke wird nicht um weitere Einsparungen und Umstrukturierungen herumkommen

Das zweite Beispiel soll an dieser Stelle der Hamburger SV sein. Und damit auch ein Zweitligist, der jedoch berechtigte Aufstiegsambitionen vorzuweisen hat.

Für das vergangene Geschäftsjahr beim HSV, wird im Finanzbericht ein Jahresdurchschnitt von 301 Mitarbeitern aufgeführt - davon 25 Lizenzspieler. Dazu heißt es: "Darüber hinaus wurden 254 Mitarbeiter im Durchschnitt als Teilzeit- bzw. Aushilfskräfte beschäftigt." Insgesamt lässt sich die Zahl der Angestellten also durchaus mit Schalke vergleichen.

Der Unterschied jedoch: Die Hamburger weisen Personalkosten von aufgerundet 42 Millionen Euro aus. Das ist für Zweitliga-Verhältnisse noch immer sehr viel und zugleich trotzdem deutlich weniger als bei den Gelsenkirchenern.

Die nahezu exorbitant hohen Personalkosten auf Schalke haben also einen beachtlichen Anteil an der Ungewissheit und Sorge, die den Verein aufgrund des anhaltenden Abstiegskampfes umgeben. Dementsprechend ist zukünftig mit noch weiteren Einsparungen in diesem Bereich zu rechnen, was sich in weiteren namhaften Abgängen abzeichnen könnte - so wie bei Schober und Asamoah dieser Tage.


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