FC Schalke 04

Elfer-Wut soll Schalke zusammenschweißen - interner Rückhalt für Grammozis

Yannik Möller
Der Frust war auch bei Dimitrios Grammozis sichtbar
Der Frust war auch bei Dimitrios Grammozis sichtbar / Stuart Franklin/GettyImages
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Auf Schalke hat sich der Frust über den Witz-Elfmeter in Bremen noch nicht ganz aufgelöst, doch die nächste Aufgabe steht vor der Tür. Dieser Frust soll, so der Plan von Dimitrios Grammozis, das Team nun nochmal zusammenschweißen. Er selbst spürt weiter die Rückendeckung aus der Mannschaft.


Hätte man den Verantwortlichen von Schalke 04 vor dem Spiel gegen Werder Bremen ein 1:1-Unentschieden versprochen, sie hätten nach den letzten Wochen wohl zugeschlagen. Im Nachhinein sorgt das Ergebnis aber für Frust. Weniger aufgrund der erneut spielerisch sehr durchwachsenen Leistung, dafür umso mehr wegen des Witz-Elfmeters in der Nachspielzeit.

In den letzten Tagen hatten sich die Schiedsrichter-Bosse geäußert und erklärt, das Eingreifen des Videoassistenten und die folgende Entscheidung sei falsch gewesen. Davon kann sich S04 aber auch nichts mehr kaufen.

Der Grammozis-Plan für den Sieg: Elfer-Frust soll gegen Sandhausen entladen werden

Sportdirektor Rouven Schröder war nach dem Abpfiff ebenso aufgebracht wie Dimitrios Grammozis bereits auf dem Feld. Laut Sport Bild wollte er anschließend mit Tobias Stieler in der Schiedsrichter-Kabine diskutieren. Der Unparteiische lehnte diesen Austausch jedoch ab. Vermutlich schon mit dem Wissen im Hinterkopf, dass er nach dem Elfer-Pfiff wenige Minuten zuvor eine klare Fehlentscheidung eingestehen müsste.

So fuhr Königsblau mit einer ordentlichen Portion Wut zurück nach Gelsenkirchen. Wut bei den Verantwortlichen wie bei der Mannschaft. Vor der Rückfahrt habe Grammozis bereits eine für die laufende Woche wichtige Ansage gehalten: das Team dürfe und solle wütend sein - im Hinblick auf das Heimspiel gegen Sandhausen (Samstag, 13:30 Uhr) soll dies aber in positive Energie umgewandelt werden.

Roger Assalé
Die Elfer-Szene die für ordentlich S04-Ärger sorgte / Stuart Franklin/GettyImages

Kurzum: am kommenden Wochenende soll sich Schalke den noch immer anhängenden Frust von der Seele schießen. Deutlich einfacher gesagt, als getan. Immerhin beweisen die Knappen seit Wochen, dass sie große Probleme damit haben, große Torchancen zu kreieren.

Am Dienstag etwa wurde ein Trainingsspiel im 11-vs-11-Format gespielt. Offensive Passwege sollen dabei einen Fokus eingenommen haben, auch in den häufigen Unterbrechungen des Trainers. "Seht die Optionen!", soll er dabei gerufen haben (via Andreas Ernst). Das Spiel endete mit einem einzigen Tor, direkt danach wurde es beendet.

So nimmt das Sandhausen-Spiel bereits zwei wichtige Rollen ein: zum einen soll der Bremen-Frust durch eine erfolgreiche Partie vergessen gemacht werden. Zum anderen bietet es die zurzeit seltene Gelegenheit auf vergleichsweise einfache drei Punkte und ein Erfolgserlebnis. Schließlich werden die anschließenden Spieltage alles andere als ein Zuckerschlecken.

Bleibt ein Sieg erneut aus, hätte S04 in den letzten fünf Spielen dreimal verloren und zweimal die Punkte geteilt. Die Kritik an Grammozis würde nochmal wachsen, die Nervosität aufgrund der kommenden Gegner ebenso.

Intern jedoch scheint er die volle Rückendeckung zu genießen. Die Sport Bild spricht davon, dass selbst Spieler, die unter ihm kaum zum Zug kommen, "kein schlechtes Wort über ihn" verlieren. Seine engagierte Art alle mitzureißen soll in der Mannschaft gut ankommen. Dass er den Team-Rückhalt hat, ist angesichts eines derzeit rein theoretischen Trainerwechsels ein sehr gewichtiges Argument für Grammozis.

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