FC Schalke 04

Schalke ballert sich in Darmstadt Richtung Aufstieg - die Noten zum S04-Auftritt

Yannik Möller
Schalke feiert weiter
Schalke feiert weiter / Jörg Halisch/GettyImages
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Schalke 04 bleibt am Ende des 30. Spieltages nicht nur Tabellenführer, sondern baut den Vorsprung auch noch aus. Am frühen Sonntagnachmittag erreichen die Gelsenkirchener einen 5:2-Auswärtserfolg bei Verfolger Darmstadt. S04 kann sich ein teils hektisches, oftmals umkämpftes Spiel zu seinen Gunsten sichern.

Dabei sah ein Darmstadt-Sieg zunächst alles andere als unwahrscheinlich auf. Die Gastgeber traten zu Beginn energischer auf und hatten die besseren Torchancen. In der elften Minute war es Philip Tietz, der die Lilien in Führung brachte. Lediglich drei Minuten brauchte Königsblau, um durch Simon Terodde auszugleichen. Marius Bülter bereitete mit einem verlängerten Kopfball vor.

Nach einer halben Stunde war es erneut Terodde, der zur Führung traf. Eine Flanke von Rodrigo Zalazar, der schon den Pre-Assist zum Ausgleichstreffer gab, konnte der Stürmer gekonnt einköpfen.

Phillip Tietz, Malick Thiaw, Ko Itakura
Das Topduell hatte eine hektische Anfangsphase / Jörg Halisch/GettyImages

Bis zur Halbzeitpause folgten aber noch zwei weitere Treffer: Erst glich Darmstadt aus, als Tietz erneut traf. Keine zehn Minuten später wiederum traf Bülter, sodass die Knappen mit einer 3:2-Führung in die Pause gingen. Nicht klar verdient, aber aufgrund der guten Effizienz durch gute Chancen auch nicht unverdient.

Die zweite Hälfte begann ebenso wild, wie die erste verlaufen war. Drei Minuten brauchte Bülter um erneut zu treffen. Ein enorm wichtiges Tor, ging damit ein Team erstmals mit zwei Treffern in Führung. Etwa eine halbe Stunde vor dem Abpfiff konnte Terodde seinen Sturmpartner nochmals freispielen, der aus spitzem Winkel seinen dritten Treffer erzielen und damit für die Entscheidung sorgen konnte.

Mike Büskens baut als Interimscoach die Siegesserie auf fünf Siege aus. 15 von 15 möglichen Punkten in der wichtigen Schlussphase der Saison.

Einen Wermutstropfen gab es beim 5:2-Sieg trotzdem: Danny Latza, der zuletzt erstmals richtig in Richtung Stammspieler unterwegs war, musste verletzt ausgewechselt und sogar vom Platz getragen werden. Bereits während des Spiels gab S04 bekannt, dass es sich beim Kapitän um einen "Verdacht auf eine Sprunggelenksverletzung" handelt. Er dürfte für die restlichen vier Spiele ausfallen.


Bülter und Terodde ragen heraus: Schalke in der Einzelkritik

1. Tor und Abwehr

Patric Pfeiffer, Martin Fraisl
SV Darmstadt 98 v FC Schalke 04 - Second Bundesliga / Jörg Halisch/GettyImages

Martin Fraisl: Zeigte sich in mehreren Aktionen recht unsicher. Kam einmal viel zu früh und einmal zu spät aus dem Kasten. Bei den Gegentoren ohne wirkliche Chance, ansonsten unauffällig. 6/10


Henning Matriciani: Der in diesem Spiel schlechteste Schalker, wenngleich er - etwas überraschend - die 90 Minuten durchspielen durfte. Defensiv häufig unterlegen, die meisten Zweikämpfe gingen verloren. Trotz Anweisung, auch offensiv zu agieren, ohne Durchschlagskraft. 4/10


Malick Thiaw: Blieb - wie gewohnt - zumeist Sieger seiner Duelle. Allerdings auch mit dem ein oder anderen Wackler. Dazu sah er vor allem beim ersten Gegentreffer unglücklich aus, wo er den Ball per Kopf verteidigen können muss. 7/10


Marcin Kaminski: Wie Thiaw nicht ganz unschuldig am ersten Gegentreffer. In den Zweikämpfen unsicherer als gewohnt. Im Spielaufbau mit dem ein oder anderen guten längeren Ball, darüber hinaus aber kaum Einfluss. 6/10


Kerim Calhanoglu: Zeigte zwar einen beherzten Einsatz, allerdings blieb es zumeist bei guten Ideen und Versuchen. Einen Schlüsselpass gespielt, aber weitestgehend unauffällig - positiv wie negativ. 6/10


2. Mittelfeld

Rodrigo Zalazar, Braydon Manu
Rodrigo Zalazar / Jörg Halisch/GettyImages

Ko Itakura: Vor allem in Halbzeit eins spürbar weniger präsent als in den vorigen Wochen auf der Sechs. Kaum in Zweikämpfe verwickelt und wenig Input aus dem Spiel mit Ball heraus. In Halbzeit zwei gesteigert, aber noch unter dem sonst ziemlich guten Niveau. 7/10


Danny Latza: Im Rahmen einer hektischen Anfangsphase solide agiert, keine Fehler geleistet. Nach etwa 20 Minuten jedoch schon verletzt vom Platz, daher ohne Wertung.


Dominick Drexler: Konnte an die zuvor vier guten Partien nicht wirklich anknüpfen. Zwar im Mittelfeld noch mit am präsentesten, schlussendlich aber ohne großen Erfolg. Musste dazu viel bei Matriciani unterstützen. 6/10


Rodrigo Zalazar: Die meisten Zweikämpfe (mit 77,8 Prozent) gewonnen. Dadurch den ein oder anderen Vorstoß initiieren können, die aber zu häufig ohne Ertrag blieben. Dazu vier Schlüsselpässe und eine wichtige Vorlage. 8/10


3. Sturm & Einwechselspieler

Marius Bülter
Bülter erlebte einen Sahnetag / Jörg Halisch/GettyImages

Marius Bülter: Mit drei Treffern und einer Vorlage einen richtigen Sahnetag erwischt. In den ersten 45 Minuten noch mit deutlich weniger Einfluss, in der zweiten Halbzeit dann aber sehr effizient und klug aufgespielt. 10/10


Simon Terodde: Auch Teroddes Leistung sollte angesichts des Bülter-Dreierpacks nicht untergehen. Zwei Tore nach bester Terodde-Manier erzielt, dazu ebenfalls eine Vorlage. 9/10


Victor Palsson: Für Latza eingewechselt. Hat recht unauffällig gespielt, zeigte sich aber sehr zweikampfstark. In der Luft alle acht Duelle gewonnen, am Boden drei von fünf. Damit als wichtiger Abräumer vor der Abwehr agiert. 7/10


Andreas Vindheim: Für den gelb-verwarnten Calhanoglu eingewechselt. In seinen etwa 30 Minuten allerdings unbekannterweise als Rechts- und zum Schluss als Innenverteidiger agiert. Dadurch ohne gewohnte Stärken in einer Schlussphase, in der S04 es ruhig angehen lassen konnte. 6/10

Florian Flick: Für Zalazar eingewechselt. Lediglich mit einer Viertelstunde an Einsatz und somit ohne Chance, Einfluss zu nehmen - daher ohne Wertung.

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