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FC Schalke 04

Grammozis plant "dominanten" Schalke-Fußball - Fokus auch auf Fitness

Yannik Möller
S04-Coach Dimitrios Grammozis plant einen dominanten Stil für sein Team
S04-Coach Dimitrios Grammozis plant einen dominanten Stil für sein Team / Frederic Scheidemann/Getty Images
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Um in Liga zwei bestehen und auch den anvisierten Wiederaufstieg möglich machen zu können, braucht Schalke einen erfolgreichen Spielstil. Wie das gelingen soll, hat Dimitrios Grammozis nun erklärt: Es soll dominant und mutig gespielt werden. Gleichzeitig werden die Spieler in der laufenden Vorbereitung richtig geschliffen, um Fitnessprobleme in der Vergangenheit zu lassen.


Malochen, kämpfen, kratzen, beißen. Stichworte, die man rund um Schalke 04 sehr häufig hört. Den meisten Fans kommen sie inzwischen zu den Ohren raus. Nicht nur, weil man sie in einer besorgniserregenden Regelmäßigkeit auch von vergangenen Trainern gehört hat, sondern auch, weil sie die Komplexität des Profifußballs so sehr untergraben. Nur mit Maloche hat man keinen Erfolg.

Und Erfolg ist das, was S04 in der nächsten Saison braucht. Das Ziel ist der direkte Wiederaufstieg, also einen der drei oberen Tabellenplätze. Im Optimalfall führt der Weg auch an der Relegation vorbei. Um diesen Erfolg überhaupt möglich zu machen, braucht es einen guten sowie passenden Spielstil.

"Wir wollen natürlich dominant spielen" - Grammozis über seinen angedachten Schalke-Fußball

Dazu hat sich Dimitrios Grammozis dieser Tage im Gespräch mit transfermarkt geäußert. Auf die Frage, wie Schalkes künftige Spielphilosophie aussehen solle, antwortete der Trainer zunächst mit Erklärungen: "Wir müssen uns auf eine Liga einstellen, in der die Spiele gegen uns für viele Vereine wahrscheinlich ein Höhepunkt sein werden. Der HSV, der diese Rolle zuletzt innehatte, hat gegen diese Klubs nun schon ein paar Mal gespielt. Schalke ist dagegen für viele Neuland oder ein lange nicht gesehener Gast."

Daher werde man "eine andere Rolle einnehmen" müssen. Das soll so funktionieren: "Wir wollen natürlich dominant spielen, gerne selbst den Ball haben und versuchen, viele Torchancen zu kreieren. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk. Und wenn wir den Ball nicht haben, wollen wir ihn so schnell wie möglich zurückholen."

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis hatte beim Trainingsauftakt alles im Blick / Christof Koepsel/Getty Images

Das klingt - den ersten Erklärungen nach - nach einem gesunden Fokus auf ein Ballbesitzspiel mit dem Ziel, möglichst einfach und viele Torchancen zu bekommen. Schon lange hätte es für S04 ein Ziel sein müssen, deutlich besser mit dem Ball zu agieren. Überließ ein Gegner den Knappen den Ball, war es um den Spielfluss oft geschehen. Das soll nun nicht mehr der Fall sein, hört man sich die Idee von Grammozis an.

Der Coach führte weiter aus: "Es bringt zum Beispiel nichts, einen Simon Terodde in der Mannschaft zu haben und dann zu sagen: Wir stellen uns jetzt hinten rein und lauern auf Konter." Ob er lieber effizient oder attraktiv spielen lassen würde? "Ich wünsche mir natürlich beides", so der 42-Jährige, der dabei auch die Bedeutung der Fans betonte: "Wir wollen das bestmögliche Bild abgeben. [...] Wir wollen das Ergebnis so gestalten, dass der Zuschauer sich mit der Art und Weise identifizieren kann. Es soll Spaß machen, Schalke anzuschauen."

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Die S04-Fans sollen - bei der erhofften Rückkehr in die Stadien - wieder Spaß am Schalker Fußball haben / Soccrates Images/Getty Images

Einerseits ist der letzte Satz, Schalke solle "Spaß machen", natürlich eine Phrase. Welcher Trainer möchte, dass Fans und Zuschauer beim Anblick seiner Mannschaft in Trauer verfallen? Und dennoch steckt gerade im S04-Kontext so viel mehr dahinter. Königsblau hat ausgehend vom spielerischen Auftreten schon eine lange Zeit keine Freude mehr versprüht. Mit einem mutigen und aggressiven Plan samt Ballbesitz könnte dies, zumindest angedacht, ein sehr wichtiger Schritt sein.

Fitness-Defizite müssen der Vergangenheit angehören

Doch um überhaupt konkurrenzfähig zu sein, braucht es eine viel bessere Fitness der Spieler. Insbesondere in der vergangenen Saison war zu sehen, wie erschreckend schnell und leicht die Knappen einfach fertig waren. Allgemein, aber auch im Sinne der erhofften Spielphilosophie muss sich das grundlegend ändern.

"Fitness ist auf jeden Fall ein großes Thema und wird in der Vorbereitung im Vordergrund stehen", erklärte auch Grammozis. "Wir versuchen, die Spieler so gut wie möglich auf die neue Saison vorzubereiten. Ich weiß selbst, wie die 2. Bundesliga läuft. Mit Blick auf die körperliche Fitness musst du zu 120 Prozent da sein."

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Auf Schalke wird viel an der Fitness gearbeitet werden müssen / Christof Koepsel/Getty Images

Um an diesem Aspekt zu arbeiten wurde auch das Kurztrainingslager in Billerbeck genutzt. Für zwei Tage fuhr die Mannschaft dorthin. Von außen wurde zunächst erwartet, dies sei neben dem Training eine angedachte Chance, dass sich die zu großen Teilen neue Mannschaft kennenlernen kann. Das durften sie offenbar bei vielen intensiven Läufen.

So berichtet die Bild, dass zahlreiche Kilometer gelaufen wurden - insgesamt sollen es 30 gewesen sein. Am Freitag sollen es vier und nochmals fünf Läufe je 2000 Meter gewesen sein, am Samstag zwölf je 1000 Meter. Der Beginn eines Aufholprogramms, schließlich gibt es auch in diesem Aspekt viel aufzuarbeiten.

Dem Bericht zufolge sollen Neuzugang und Kapitäns-Favorit Danny Latza und Youngster Florian Flick (zum Saisonende zu den Profis gestoßen) am besten abgeschnitten haben. Auch Timo Becker soll überzeugt haben, ebenso wie Ralf Fährmann, der das komplette Programm als Keeper geschafft habe. Salif Sané hingegen soll nach seinen Verletzungen noch Defizite haben.

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