Schalke 04: Kabak-Tausch mit Liverpools Origi? Auch Milan noch im Rennen

Yannik Möller
Ozan Kabaks S04-Abschied rückt offenbar immer näher
Ozan Kabaks S04-Abschied rückt offenbar immer näher / Lars Baron/Getty Images
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Je näher die Winter-Transferphase rückt, desto wahrscheinlicher wird eine Trennung zwischen Schalke und Ozan Kabak. Der junge Innenverteidiger gilt als Verkaufskandidat Nummer eins, damit der in verschiedener Hinsicht angeschlagene Klub selbst auf dem Markt aktiv werden kann. Während es aus England heißt, man könnte ihn zum Teil mit Liverpools Divock Origi verrechnen, soll aus Italien seitens Milan bereits ein festes Angebot stehen.

Die Faktenlage ist klar: Schalke 04 hat so gut wie kein Geld zur Verfügung, um im Januar auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Das müsste der Tabellenletzte der Bundesliga aber dringend, um sich mit punktuellen Kader-Verstärkungen die letzten Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren. Dementsprechend braucht es mindestens einen Abgang, der zumindest einen halbwegs ordentlichen Betrag einbringen könnte. Ozan Kabak gilt nach wie vor als der wahrscheinlichste Kandidat dafür.

Das Interesse einiger hochrangiger Vereine an dem jungen Abwehrspiele besteht seit einigen Jahren und ist seitdem nicht abgerissen. Die beiden Spitzenkandidaten, die im zu erwartenden Rennen um den 20-Jährigen seit Monaten immer als erstes genannt werden: Der FC Liverpool aus England und AC Milan aus Italien. Je näher die Transferphase kommt, desto genauer scheinen derweil die jeweiligen Berichte und Gerüchte zu werden.

Schalke erwartet Liverpool-Angebot für Kabak - Teil-Verrechnung mit Origi geplant?

Aus England berichtet der Telegraph, dass Schalke demnächst ein Angebot von Liverpool erwartet. Der Verein von Trainer Jürgen Klopp ist weiterhin auf der Suche nach ein oder zwei Innenverteidigern, nachdem Virgil van Dijk und Joe Gomez länger ausfallen werden. Kabak könnte dafür nicht nur ein zwischenzeitlicher Ersatz, sondern auch eine langfristige Investition sein. Durch die Krise bei Königsblau verblasst natürlich die Strahlraft eines jeden Spielers, doch ist das Talent und das Können weiterhin unbestritten. In einem gesunden Umfeld kann er sich aller Voraussicht nach sehr gut entwickeln und schon in wenigen Jahren einen großen Mehrwert bieten - sportlich wie finanziell.

Ozan Kabak wird seinen eigenen Weg definitiv gehen - auch ohne Schalke
Ozan Kabak wird seinen eigenen Weg definitiv gehen - auch ohne Schalke / Lars Baron/Getty Images

Sollte ein Angebot der Reds tatsächlich eintreffen, so der Bericht weiter, plane Schalke eine Teil-Verrechnung mit Divock Origi. Der 25-jährige Stürmer spielt seit dem Sommer 2018 wieder fest für Liverpool, nachdem er zuvor für ein Jahr an den VfL Wolfsburg verliehen war, wo er allerdings kaum überzeugen konnte. Ansonsten hat der Belgier regelmäßig bewiesen, dass er ein guter Stürmer und potenzieller Ersatz für die Offensive der Scousers sein kann.

Mit seinen Qualitäten würde er die Gelsenkirchener in einem einigermaßen funktionierendem Offensivspiel höchstwahrscheinlich unterstützen und sie verbessern können. Allerdings stellt sich die Frage, warum der bei transfermarkt mit 16 Millionen Euro Marktwert bezifferte Angreifer den Weg zum Wahrscheinlich-Absteiger gehen sollte. Vor anderthalb Jahren wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert - wenn er dennoch gehen wollen würde, gäbe es aus sportlicher Sicht sicherlich bessere Optionen für ihn. Derzeit bleibt es ohnehin ein klassischer und vor allem hypothetischer Wenn-Dann-Fall.

Schalke soll ein Auge auf Divock Origi als Sturm-Verstärkung geworfen haben
Schalke soll ein Auge auf Divock Origi als Sturm-Verstärkung geworfen haben / James Williamson - AMA/Getty Images

Schließlich ist es nicht einmal gesichert, dass Liverpool überhaupt das anvisierte Ziel Kabaks wird. Auch wenn er die Premier League schon einmal als sein großes Ziel ausgebeben hat, wenn auch erst für die Zukunft nach dem ein oder anderen weiteren Jahr, gilt auch Milan als großer Interessent. Anfang Dezember hieß es meistens, der Klub aus der Serie A plane, ihn für etwa 15 bis 20 Millionen Euro zu verpflichten. Auf spürbar mehr als 20 Millionen werden sich die Knappen vermutlich ohnehin nicht einstellen können. Zu groß ist der eigene Druck zu verkaufen.

Milan als Konkurrent im Werben um Kabak: Bis zu 25 Millionen Euro denkbar

Derweil schreibt das türkische Portal Fotomac, dass die Rossoneri ein Angebot von bis zu 25 Millionen Euro gemacht haben sollen. Dabei wird sich auch auf Aussagen aus einem seitens milannews.it geführten Interview mit dem Spielerberater Gaetano Di Caro bezogen. Er gilt als internationaler Spielervermittler und erklärt direkt zu Beginn, dass Schalke und Mailand bereits seit geraumer Zeit Gespräche bezüglich eines etwaigen Kabak-Transfers führen.

In dieser Saison spielt auch Ozan Kabak nicht auf seinem normalen Niveau
In dieser Saison spielt auch Ozan Kabak nicht auf seinem normalen Niveau / Lars Baron/Getty Images

Paolo Maldini, seit etwa anderthalb Jahren als Technischer Direktor tätig, sei dabei regelmäßig als starker Befürworter dieser geplanten Verpflichtung gewesen. Die Meinung der italienischen Innenverteidiger-Legende wird natürlich geschätzt. Zwar habe auch Juventus Turin versucht, ins Werben um den Youngster einzusteigen, so Di Caro weiter, doch sei ihm bewusst, dass er in Mailand die deutlich besseren Chancen auf einen wichtigen Stammplatz hätte.

Insgesamt könnte ein Transfer für ca. 23 bis 25 Millionen Euro über den Tisch gehen, so seine Vermutung. Es ist davon auszugehen, dass es eine erste feste Summe geben dürfte - unabhängig von tatsächlichen Wechsel-Ziel - und eine wahrscheinliche Zusatzzahlung durch Boni dazu.

Mailand oder Liverpool, Hauptsache Einnahmen, wird sich Schalke vermutlich denken. Der Bundesligist wird zwar versuchen, die größtmögliche Summe bei dem zu erwartenden Abschied herauszuholen - doch von Summen von mehr als 25 oder gar um die 30 Millionen Euro wird man sich verabschieden müssen. Für Kabak selbst sind beide Ligen und beide Vereine interessante und nachvollziehbare Optionen, bei denen er sich weiterentwickeln könnte.

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