FC Schalke 04

Fraisl hält Schalke-Sieg gegen Paderborn fest: S04 in der Einzelkritik

Yannik Möller
Schalke 04
Schalke 04 / Martin Rose/GettyImages
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Schalke kann sich durch den 2:0-Heimsieg gegen Paderborn zumindest zwischenzeitlich wieder an die Spitzengruppe der Liga heften. Schlussendlich geht der Dreier in Ordnung, auch in der Höhe. Von einem völlig verdienten Sieg zu sprechen, wäre allerdings ein bisschen zu viel.


Es war eine Partie, die den bisherigen Saisonverlauf von S04 ziemlich gut zusammengefasst hat. Das oftmals Träge und zähe Spiel in Ballbesitz war in der ersten Halbzeit schon wieder zu sehen. Von der seitens Dimitrios Grammozis versprochenen Reaktion als Wiedergutmachung für das grausige Auftreten in Düsseldorf war hingegen nichts zu sehen. Viel zu pomadig und ideenlos traten die Gastgeber in den ersten 45 Minuten auf.

Daran änderte auch der Führungstreffer nicht, den Marius Bülter - wie sollte es anders sein - durch einen von Thomas Ouwejan geschlagenen Freistoß erköpfte. Auch das von Simon Terodde dieser Tage geforderte überzeugende Auftreten, insbesondere bei den Heimspielen, ließ zu wünschen übrig. So blieb es bei einem einzigen Schuss auf das gegnerische Tor in Halbzeit eins.

Paderborn trat über die gesamten 90 Minuten als oftmals spielstärkere, zugleich aber sehr fehlerbehaftete Mannschaft auf. Es war die schwächste Auswärtspartie der Ostwestfalen in dieser Spielzeit. Auch deshalb geht die erste Auswärtsniederlage in Ordnung.

S04 steigerte sich in der zweiten Halbzeit spürbar. Vor allem über Darko Churlinov gab es immer wieder Druckphasen. In der zweiten Hälfte gab es hüben wie drüben gute Torchancen: Der SCP scheiterte mehrfach an einem starken Martin Fraisl, der seinem Team heute die Führung und auch den Sieg festhielt. Auch in Eins-gegen-Eins-Situationen blieb er standhaft. Schalke scheiterte zweimal am Aluminium.

In der 74. Minute belohnte sich Churlinov dann für eine engagierte Leistung. Nach einem Ballgewinn konnte Florian Flick den Raum gut bespielen, den der Aushilfs-Rechtsaußenverteidiger im Sprint anlief. Mit einem leicht zu weit vorgelegten Ball schob er dann aber zum 2:0 an. Paderborn blieb anschließend noch im Spiel, verpasste es aber weiterhin primär durch eigene Fehler, sich zumindest den Anschlusstreffer zu erzwingen. S04 muss nun auf Ausrutscher der direkten Konkurrenz hoffen.


Fraisl als königsblauer Matchwinner - S04 in der Einzelkritik

1. Tor & Abwehr

Martin Fraisl
Martin Fraisl / Martin Rose/GettyImages

Martin Fraisl: Die Kritik, er sichere Schalke zu selten Punkte, kann heute getrost vergessen werden. Erster Aspirant auf den 'Spieler des Spiels', weil er seiner Mannschaft nicht nur die Führung, sondern so auch überhaupt die Chance festhielt, das Spiel zu gewinnen. Ein Rückschlag wäre - gerade gegen Paderborn - enorm gefährlich geworden. 9/10

Ko Itakura: Immer wieder konnte Itakura wichtige Zuspiele in die Tiefe verhindern, die für Gefahr gesorgt hätten. Mit Abstand der beste Innenverteidiger bei Königsblau, u.a. mit 100 % gewonnenen Zweikämpfen. 8/10

Salif Sané: Solide und souverän, aber ohne größere Szenen oder nennenswerte Aktionen. In Zweikämpfen wenig gefordert, in seinen 53 Minuten Einsatzzeit auch wenig Ballaktionen. 5/10

Marcin Kaminski: Etwas wichtiger als Sané, aber längst nicht auf Itakura-Niveau. Defensiv ohne größere Probleme, mit Ball aber trotz mancher Räume zu selten einflussreich als einer von drei Innenverteidigern. 6/10

2. Mittelfeld

Philipp Klement, Blendi Idrizi
Blendi Idrizi / Martin Rose/GettyImages

Florian Flick: Flick konnte den verletzten Victor Palsson zwar in seiner Defensivarbeit nicht genau ersetzen, dafür bereicherte er das Spiel mit Ball - vor allem in der zweiten Hälfte. So kamen beispielsweise alle drei seiner längeren Zuspiele an, dazu der wichtige Assist zum 2:0. 7/10

Darko Churlinov: Sehr aktiv, sehr engagiert. Als Notfall-Rechtsaußen deutlich besser als Bülter vor einer Woche. Wenig überraschend waren es vor allem die offensiven Vorstöße, die für Aufmerksamkeit sorgten. Mit dem 2:0 sicherte er Schalke den wichtigen Sieg. 8/10

Thomas Ouwejan: Ouwejan war mal wieder für die meisten Aktionen rund um den Strafraum zuständig. Nach zuletzt vermehrt gefahrlosen Standards wieder mit direkter Vorlage. Dazu vier Schlüsselpässe gespielt. 8/10

Blendi Idrizi: Verglichen mit den letzten, guten Partien (Ausnahme: Düsseldorf) mit ziemlich wenig Einfluss. Konnte somit für zu wenig Gefahr aus dem Ballbesitz heraus sorgen. Nach einer Stunde wurde er ausgewechselt. 6/10

Yaroslav Mikhailov: Seine Startelf-Berufung war sehr überraschend. Bis auf einzelne, aber doch wenige gute Szenen wurde erneut klar, dass es bei ihm für die 2. Liga noch nicht reicht. Wird demnächst wieder eine deutlich kleinere Rolle einnehmen. 4/10

3. Sturm & Einwechselspieler

Ron Schallenberg, Rodrigo Zalazar
Rodrigo Zalazar / Martin Rose/GettyImages

Marius Bülter: Seit einiger Zeit wieder im Startelf-Angriff - und direkt mit einem guten Comeback. Zwar blieb auch er in Halbzeit eins weitestgehend blass, doch gehörte er in Halbzeit zwei zu den Spielern, die sich am meisten für den Erfolg aufopferten. Dazu erzielte er den Führungstreffer. 7/10

Simon Terodde: Gefühlt lief die Partie größtenteils an Terodde vorbei, und das auch nicht zum ersten Mal. Als Anspielstation zwar immer mal wieder gefragt, aber ohne Durchschlagskraft und in Zweikämpfen zumeist unterlegen. Allerdings auch wieder ohne Großchance für ihn. 6/10

Malick Thiaw: Ersetzte den angeschlagenen Sané. Blieb in seinen etwa 40 Minuten unauffällig, aber häufig der Sieger in seinen Duellen. Ein solider Auftritt nach seiner Einwechslung - nicht mehr, nicht weniger. 6/10

Danny Latza: Zusammen mit Thiaw eingewechselt, kam für Mikhailov. Für den Spielverlauf in der zweiten Halbzeit aber mit viel zu wenig Ballaktionen und mehreren Ballverlusten. Erneut war sichtbar, dass er zurzeit kein Stammspieler ist. 4/10

Rodrigo Zalazar: Ersetzte Idrizi nach einer Stunde. Zwar sichtbarer als in mancher Partie zuletzt, aber vor allem in einigen Konteraktionen zu ungefährlich. Mit mehr Tempo und besseren Entscheidungen wären noch ein, zwei große Torchancen möglich gewesen. 5/10

Henning Matriciani &
Marvin Pieringer: Beide durften noch etwa eine Viertelstunde aufspielen. Da kurz nach dem 2:0 eingewechselt, lief das Spiel eher ruhig zu Ende. Somit ohne richtige Aktionen, ergo ohne Wertung.


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