Schalke 04: Diese Spieler müssen in der Rückrunde liefern

Yannik Möller
Danny Latza im Duell mit Kingsley Coman
Danny Latza im Duell mit Kingsley Coman / BSR Agency/GettyImages
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Der erste Teil der laufenden Saison verlief alles andere als gut für Schalke. Wenig überraschend musste man sich bereits von Frank Kramer trennen und mit neun Zählern aus 15 Spielen steht man völlig zurecht und verdient auf dem letzten Tabellenplatz. Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind entsprechend schlecht.

Ein wenig Hoffnung machte sich kurz vor der Winterpause durch Thomas Reis breit. Er forderte von der Mannschaft einen aktiveren, mutigeren Spielansatz. Das resultierte in spürbar verbesserten Auftritten, bei denen sich auch die allermeisten Spieler auf individueller Ebene verbessert zeigten.

Für eine erfolgreiche Rückserie wird es von großer Bedeutung sein, dass möglichst viele Spieler ein hohes Niveau halten - und dass andere ein hohes Niveau erreichen. 90min wirft einen Blick auf mehrere S04-Akteure, die sich im zweiten Teil der Saison steigern müssen oder zu wichtigen Leistungsträgern werden können.


Schalke braucht Leistungssteigerungen: Diese Spieler müssen in der Rückrunde besonders abliefern

1. Alexander Schwolow

Alexander Schwolow
Alexander Schwolow / Soccrates Images/GettyImages

Bislang zeigte sich Schwolow vermehrt unsicher. Hier und da patzte er, ließ Gegentore zu, die eigentlich keine hätten sein müssen und insbesondere in der Luft wirkte er nur sehr selten souverän.

In der Rückrunde braucht Schalke ihn als sicheren Rückhalt. Ein Keeper, der einem vom Abstieg bedrohten Klub den ein oder anderen Punkt festhält, kann im Abstiegskampf sehr viel wert sein.

Das dafür notwendige Vertrauen kriegt er von Reis und dem Trainerteam ausgesprochen: Er wird als Nummer eins in den Spielbetrieb zurückkehren und diesen Posten auch behalten, insofern er einen Torwart-Wechsel nicht doch noch nötig machen sollte. Das liegt nur an ihm selbst.

Königsblau wird ihn in seiner besten Form brauchen - dafür muss er abliefern.

2. Thomas Ouwejan

Thomas Ouwejan
Thomas Ouwejan / Simon Hofmann/GettyImages

War der Niederländer in der 2. Bundesliga noch mit der wichtigste Leistungsträger, war er in der Bundesliga bislang zumeist nur Mitläufer. Seinen Einfluss auf das Spiel konnte er an den ersten 15 Spieltagen so gut wie gar nicht wiederholen.

Das liegt natürlich auch an der veränderten Rolle: Lief er im Vorjahr als Schienenspieler auf links auf, muss er in dieser Saison als Linksverteidiger aufspielen. Doch wird es sehr wichtig sein für S04, dass er auch dort überzeugt.

Defensiv braucht es seine Stabilität und Zweikampfstärke. Offensiv sind seine Übersicht und seine Flanken gefragt. Um in der Abwehr sicherer und im Angriff flexibler zu werden, braucht es auch einen starken Ouwejan. Er möchte nicht zurück in Liga zwei - daran kann und muss er mitarbeiten.

3. Danny Latza

Marcus Thuram, Danny Latza
Danny Latza / BSR Agency/GettyImages

Der Schalker Bank-Kapitän. Eines ist klar: Solange Tom Krauß und Alex Kral nicht ausfallen oder sie in ein überraschendes Formtief absinken, wird Latza hinter den beiden stehen. Durch den Abgang von Florian Flick erhält er jedoch die Chance, sich sehr nah an die erste Elf heranzuarbeiten.

Er ist und bleibt ein wichtiger Führungsspieler für die Gelsenkirchener. Seine Leistungen waren zumeist eher schlecht als recht, was aber auch an den geringeren Einsatzzeiten liegen kann.

Er wird nicht nur als wichtiger Wortführer, sondern auch als leidenschaftlicher Spieler auf dem Platz auf ein höheres Level kommen müssen. Davon würde Schalke im Abstiegskampf zweifelsohne profitieren.

4. Rodrigo Zalazar

Rodrigo Zalazar
Rodrigo Zalazar / BSR Agency/GettyImages

Bei Zalazar ergibt sich ein etwas anderes Bild. Er konnte nur die Hälfte der bisherigen Partien absolvieren, weil er sich Anfang Oktober einen Mittelfußbruch zuzog. Zuvor wurde er von Ex-Coach Kramer auch eher spärlich eingesetzt.

Er wird voraussichtlich im Laufe des Februars wieder eingreifen können. Dann braucht Schalke ihn als engagierten Kreativspieler im Mittelfeldzentrum. Wenn er seine Normalform erreicht oder sogar darüber hinaus kommt, wird er einer der wichtigsten Spieler von Blau-Weiß.

Entsprechend bedeutsam ist seine Rückkehr. Entsprechend bedeutsam wäre seine schnelle Rückkehr zu seiner guten Form, die er in den meisten Fällen auf den Platz bringt. Ohne ihn wird es für die Knappen deutlich schwieriger, die Klasse zu halten.

5. Jordan Larsson

Jordan Larsson
Jordan Larsson / Soccrates Images/GettyImages

Von Larsson hat sich Schalke mehr erwartet - zurecht. Allerdings liegt das längst nicht nur an ihm selbst, sondern auch an den bisherigen Gegebenheiten. Unter Kramer kam er meistens erst dann ins Spiel, wenn Schalke bereits in Rückstand lag. Zudem gab es keinen strukturierten Plan, wie in Ballbesitz und in der Offensive allgemein verfahren wird.

So etwas ist nicht gerade hilfreich für einen Stürmer und Außenspieler, um es freundlich zu formulieren.

Dass er einer der (zurzeit) wenigen Spieler beim Aufsteiger ist, die ein überdurchschnittliches Tempo vorweisen können, muss er mehr ausnutzen können. Für ein durchdachtes Offensivspiel braucht es Spieler wie Larsson, um den Gegner vor Probleme zu stellen und sich mehrerer Waffen zu bedienen.

Der Schwede wird mehr in den positiven Fokus rücken müssen, um einerseits Schalke helfen zu können, und um andererseits auch sich selbst gut zu präsentieren.

6. Sebastian Polter & Simon Terodde

Simon Terodde
Simon Terodde / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

Schalke wird mit Terodde und Polter als die beiden primären Mittelstürmer in die Rückserie gehen. Der Transfer-Fokus liegt ganz klar auf den Flügeln und dem Mittelfeldzentrum. Entsprechend wird der Fokus im Angriff weiterhin auf den beiden liegen.

Zwar braucht es auf der einen Seite auch endlich die dringend notwendigen Hereingaben, Flanken und Vorlagen für sie. Doch müssen sie auf der anderen Seite auch noch effektiver und grundsätzlich einflussreicher werden, damit sie ihren Beitrag für den Klassenerhalt leisten.

Sie werden sowohl als Zielspieler gebraucht, die Bälle festmachen und so das Spiel nach vorne tragen können, als auch als treffsichere Abnehmer im Strafraum. Als Abstiegskandidat Nummer eins wird sich Königsblau keine Fülle an Großchancen erspielen können. Umso wichtiger wird es sein, dass die wenigen Chancen möglichst effektiv ausgenutzt werden.

Dahingehend sind die beiden Angreifer gefragt.


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