Streich fühlt sich von VAR-Erklärung "ein Stück weit verarscht"

Christian Streich
Christian Streich / Alex Grimm/GettyImages
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Der SC Freiburg hatte sich bereits am letzten Wochenende über das dritte Gegentor seitens Borussia Dortmund geärgert. Die Erklärung bezüglich der VAR-Entscheidungen rund um die Aktion sorgen bei Christian Streich für erneuten Frust.


Die 1:3-Niederlage gegen den BVB hat man in Freiburg zerknirscht hinnehmen müssen. Ärger gab es dennoch: Beim dritten Gegentor lief Yousouffa Moukoko aus einer Abseitsstellung heraus aktiv zum Schuss und auf SC-Keeper Mark Flekken zu, griff somit aktiv in die Aktion ein. Dennoch wurde das Tor gegeben.

Zuletzt gab Jochen Drees, Projektleiter beim DFB, den Fehler zu: Der Treffer hätte nicht zählen dürfen. "Letztlich handelt es sich in diesem Fall um eine fachliche Fehlbeurteilung der Situation", erklärte er gegenüber dem kicker.

Drees hält VAR-Fehler klein - Streich fühlt sich "verarscht"

"Allerdings", betonte Drees auch eine andere Sicht, "hat das VAR-Team die Beeinflussung von Flekken durch Moukoko nicht als so deutlich wahrgenommen und auch die Frage nach der realistischen Abwehrchance von Flekken verneint." So hätte man zwar zum Schluss kommen müssen, dass das Tor nicht zählen darf. Doch etwas Verständnis für die Art der Entscheidung zeigte er dabei schon.

Das sorgte bei Christian Streich am Donnerstag, angesprochen auf die Szene und die Erklärung, für erneuten Frust. Zwar könne jeder mal Fehler machen, er habe aber keinerlei Verständnis dafür, wenn "man versucht, es noch hinzubiegen, dass es wirklich ganz kompliziert war" (Zitate via kicker).

Christian Streich
Streich wurde in seinem VAR-Frust deutlich / Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

"Da schwillt einem der Kamm", so der Trainer weiter, der noch deutlicher wurde: "Da fühlt man sich ein Stück weit auch verarscht."

Es sei ein Problem, dass man wegen derartiger Statements das Vertrauen "in diese Leute" verliert. Sein Torwart sei eindeutig behindert worden. "Und mehr Abseits geht nicht", bezog er sich auf Moukoko.

"Realistische Abwehrchancen" - hier Thema, dort aber nicht?

Ein weiteres Problem, was auf der Streich-Pressekonferenz aber kein erneutes Thema war: Der gegenüber Schalke 04 zurückgenommene Treffer am ersten Spieltag gegen den 1. FC Köln. Zwar stand Maya Yoshida im Abseits, doch war das Verdecken der Sicht bereits diskutabel, während der von Drees erwähnte Aspekt der generellen Handlungsfähigkeit des Torwarts gar nicht beachtet wurde.

Der Effzeh-Keeper hätte den Schuss von Rodrigo Zalazar auch ohne potenziell verdeckte Sicht nicht mehr abwehren, geschweige denn halten können. Dass einerseits gewisse Faktoren nur beim Erklären von offensichtlichen Fehlern wichtig werden, sie andererseits aber im Spiel nicht beachtet werden, ist ein weiteres Problem mit dem VAR im deutschen Profi-Fußball.


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