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International

Salzburgs Haaland-Nachfolger Patson Daka im 90min-Gespräch: "Ich will nicht unbedingt in seine Fußstapfen treten"

Simon Zimmermann
Feb 18, 2021, 10:04 PM GMT+1
Patson Daka ist das nächste Sturm-Juwel aus Salzburg
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Nach Erling Haaland ist Patson Daka das neue Sturm-Juwel am Salzburger Fußballhimmel. Der 22-Jährige hat im Gespräch mit 90min über seine Zukunftspläne, sein Verhältnis zum Norweger und die Erfüllung eines großes Traums gesprochen.

Sadio Mané, Dayot Upamecano, Dominik Szoboszlai, Erling Haaland - die Liste von großen Talenten, die den Weg über RB Salzburg zu internationalen Topklubs gefunden haben, ist lang. Sehr lang sogar. Beim österreichischen Abo-Meister versteht man sich auf die Sichtung von Juwelen und gibt ihnen den richtigen Schliff, ehe sie für viel Geld verkauft werden.

Patson Daka könnte ebenfalls bald auf der Liste auftauchen. Der pfeilschnelle Angreifer aus Sambia wird insbesondere bei den großen Klubs der Premier League heiß gehandelt. 2017 wechselte der 22-Jährige aus seiner Heimat nach Österreich zum FC Liefering - dem Farmteam von RB Salzburg. Kurze Zeit später ging es weiter zum österreichischen Aushängeschild des RedBull-Fußballimperiums.

"Ich freue mich auf das, was die Zukunft bringt, aber es ist nichts, wovon ich besessen bin."

Daka über seine Zukunftspläne

"Ich habe mir Salzburg nicht ausgesucht, Salzburg hat mich ausgesucht", sagt Daka im Gespräch mit 90min. In Salzburg angekommen zeigte Daka früh, was ihn auszeichnet: ein unfassbarer Speed, mit dem er sowohl auf dem Flügel als auch im Sturmzentrum eingesetzt werden kann. Dort spielte er auch noch mit Erling Haaland zusammen, ehe sich der Norweger gen Dortmund verabschiedete.

Daka nahm dessen Rolle nahtlos ein - 24 Buden und acht Vorlagen in 31 Liga-Spielen aus der Vor-Saison sind der beeindruckende Beweis. Und auch in diesem Jahr macht Daka das, was er am besten kann: Tore schießen. 13 Treffer bei 13 Liga-Spielen sind es schon wieder, dazu fünf Torvorlagen.

Vor seinem Wechsel nach Österreich war der 22-Jährige im Weltfußball ein unbeschriebenes Blatt. Bei RB aber erkannte man früh dessen enormes Potenzial. "Ich habe schon für viele Vereine in Sambia gespielt, aber sie waren die ersten, die an mein Potenzial glaubten. Sie sahen Dinge in mir, von denen ich nichts wusste", blickt Daka zurück. Doch auch für den jungen Daka war aller Anfang schwer im fernen Österreich. Vor allem die Kälte machte ihm zu schaffen: "Ganz am Anfang war es wirklich schwierig. Ich kam im Winter an (Januar 2017) und es war einer der schlimmsten Winter, die Österreich je erlebt hat. Es lag überall Schnee. Zum Glück war ich in der Red Bull Academy gut aufgehoben. Sie sorgten dafür, dass ich mich trotz der Entfernung wie zu Hause fühlte und erleichterten mir die Anpassung."

Daka über Haaland: "Er ist ein großartiger Mensch"

Schritt für Schritt spielte sich Daka ins Rampenlicht. Zunächst mit Haaland zusammen, nun als dessen Nachfolger. Mit dem Norweger steht der 22-Jährige weiterhin in Kontakt, wie er gegenüber 90min verrät: "Ich habe immer noch ein gutes Verhältnis zu Erling und wir sind weiter in Kontakt. Er ist ein großartiger Mensch, sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Als er in Salzburg war, haben wir uns gegenseitig Mut gemacht und uns hochgezogen."

"Natürlich ist das schmeichelhaft. Es ist mein Job, der Aufgabe gewachsen zu sein."

Daka über den Vergleich mit Haaland

Ob er nun einen ähnlichen Weg wie der BVB-Torjäger einschlagen möchte? An Interesse mangelt es offenbar nicht. Aus England gelten Liverpool, Manchester United, Manchester City, Arsenal und Tottenham als interessiert. Auch in Italien scheint man ihn in Turin und Mailand auf dem Zettel zu haben. "Ich will nicht unbedingt in seine Fußstapfen treten", bleibt der sambische Nationalspieler angesichts des großen Interesses ruhig und bescheiden. "Jeder Spieler hat den Ehrgeiz, voranzukommen und das höchstmögliche Niveau zu erreichen. Ich freue mich auf das, was die Zukunft bringt, aber es ist nichts, wovon ich besessen bin. Der gegenwärtige Moment wird meine Zukunft bestimmen."

Daka und Haaland bejubeln einen Treffer des Norwegers
Daka und Haaland bejubeln einen Treffer des Norwegers / Michael Molzar/Getty Images

Dakas Wechsel zu einem Topklub ist vorgezeichnet

Dass Daka, dessen Vertrag in Salzburg noch bis 2024 gültig ist und dessen Marktwert aktuell auf 20 Millionen Euro geschätzt wird, früher oder später zu einem Topklub wechselt, scheint nur eine Frage der Zeit. Gut möglich, dass das schon im kommenden Sommer passieren wird. "Wenn ich an der Reihe bin, den Verein zu verlassen, wird ein neuer Spieler ins Rampenlicht treten und als mein Nachfolger betrachtet werden", ist er sich sicher, dass dann in Salzburg das nächste Juwel in den Fokus rückt.

Einen Traum hat sich Daka bereits erfüllt: In der Champions League aufzulaufen. "Die Champions League ist ein Traum, der wahr geworden ist. Als Kind habe ich sie im Fernsehen gesehen und ich habe nicht erwartet, dass ich so schnell in meiner Karriere mein Debüt in diesem Wettbewerb geben würde", schwärmt er und erinnert sich zurück. "Mein erstes Tor gegen Genk (4:1-Sieg am 27. November 2019, Anm. d. Red.), das Spiel in Neapel, das Spiel in Anfield... das sind unglaubliche Erinnerungen, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich war schon immer ein Fan von Liverpool und Barcelona. Als wir letzte Saison in der Champions League in Anfield gegen Liverpool gespielt haben, war das ein ganz besonderer Moment", so Daka.

"Der andere Traum war es, gegen Luis Suarez anzutreten. Er hat mich am meisten beeindruckt hat. Er war schon immer eine meiner Inspirationen, seit ich ein Kind war. Es war wirklich etwas Besonderes und ich konnte mit ihm die Trikots tauschen", erzählt Daka von der Begegnung mit Atletico-Stürmer Suarez in der Gruppenphase.

Dort reichte es im Duell mit dem FC Bayern und Atletico aber erneut nur zu Platz drei. Es geht also weiter in der Europa League. RB trifft am Donnerstagabend auf den FC Villarreal (21 Uhr). Für Daka die nächste Bühne, um auf sich aufmerksam zu machen. Und, um dann doch in die Fußstapfen von Kumpel Haaland zu treten.

Das Interview wurde von unseren Kollegen von 90minFR geführt. Hier gehts zum kompletten Interview.

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