Bayern München

Lewandowski in der Kritik: Party statt Vorbereitung für Polen

Yannik Möller
Robert Lewandowski steht in Polen in der Kritik
Robert Lewandowski steht in Polen in der Kritik / Quality Sport Images/GettyImages
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Robert Lewandowski gilt normalerweise als absoluter Musterprofi. Doch in Polen steht er nun einer Welle an Kritik gegenüber. Im Dienste der polnischen Nationalmannschaft hat er sich nicht vorbildlich und professionell verhalten.


Keine Skandale, kaum Verletzungen und ein bodenständiges, familiäres Auftreten: Robert Lewandowski gilt sowohl auf, als auch abseits des Platzes als Musterprofi. Fit, erfolgreich und ohne große Starallüren - kein Wunder, dass es so wenig an ihm zu meckern gibt.

Das sieht in Polen zurzeit aber anders aus. Dort zeichnet sich das ungewöhnliche Bild einer ziemlich heftigen Welle an Kritik gegenüber dem Stürmer des FC Bayern. Der Grund: Lewandowski hat sich im Dienste der polnischen Nationalelf nicht professionell verhalten und die Länderspielpause eher für persönliche Interessen genutzt.

Eigenhändige Spiel-Absage, große Party und Posieren auf der Bank: Lewandowski in Polen in der Kritik

Die ersten Verstimmungen gab es, als der 33-Jährige das letzte WM-Qualifikationsspiel verpasste. Statt in der Startelf zu stehen, saß er auf der Bank - und das von sich aus. "Ich habe signalisiert, dass ich nicht in der optimalen Form für beide Spiele sein könnte, weil ich so viele Spiele mache und meinen Körper kenne", erklärte er in einer Entschuldigung (via Sport1).

Trainer Paulo Sousa stimmte ein und ließ den Rekordangreifer somit auf der Bank. Das Spiel gegen Ungarn ging daraufhin mit 1:2 verloren. Qualifiziert war Polen zwar bereits, doch durch die Niederlage rutschte Polen in den schwächeren Topf für die Playoffs - es drohen deutlich stärkere Gegner, als es hätten sein müssen. Der Unmut, der zunächst dem Polen-Coach galt, fokussierte sich daraufhin erstmals auf Lewandowski.

Damit jedoch nicht genug: die Vorbereitung für besagtes Spiel soll er ebenfalls nicht vernünftig durchgezogen haben. Statt zu trainieren oder seinen Körper von Physios behandeln zu lassen, war er in dieser Zeit lieber auf der Party eines Milliardärs. Das brachten Bilder seiner Frau ans Licht, die diese ins Netz gestellt hatte.

Robert Lewandowski
Nur gegen Andorra stand Robert Lewandowski auf dem Platz / Quality Sport Images/GettyImages

Auch private Dreharbeiten für eine Amazon-Doku soll er in diese Phase gelegt haben. Somit hat er nicht nur auch auf sein Drängen die Partie verpasst, sondern ist sie im Voraus gar nicht erst professionell angegangen. Kein gutes Zeichen an den Verband und an seine Teamkollegen aus der Nationalelf. Dort sollen diese Aktionen für ordentlich Frust gesorgt haben.

Zumal die Sportschau im Verweis auf polnische Medien obendrein davon spricht, dass er gegen Ungarn auch nur auf der Bank saß, damit das französische Magazin France Football Fotos schießen konnte. Ansonsten wäre er wohl auch gar nicht als potenzieller Einwechselspieler dabei gewesen.

Umstände, die für ordentlich Wirbel gesorgt haben. Der sonst so vorbildliche Lewandowski sieht sich dementsprechend einer Menge an Kritik gegenüber. Auch die polnische Fußball-Ikone Zbigniew Boniek äußerte sich mit deutlichen Worten (via Sport1): "Wäre ich noch Präsident und hätte mir Nationaltrainer Sousa gesagt, wie die Situation aussieht, hätte ich ihn und Robert zu einem Gespräch eingeladen und gesagt, dass dies nicht akzeptabel ist."

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