"Reiner Populismus": Oliver Bierhoff äußert sich zur Nike-Debatte

Der Nike-Deal des DFB bleibt ein kontroverses Thema. Seit Bekanntgabe der Entscheidung gab es sowohl von Fans als auch von der Politik viel Kritik. Dem stellt sich Oliver Bierhoff gegenüber.

Oliver Bierhoff
Oliver Bierhoff / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Als "reinen Populismus" tut der ehemalige DFB-Manager die Kritik von Vize-Kanzler Robert Habeck und Oppositionsführer Friedrich Merz im Interview mit dem Spiegel ab. Beide Politiker hatten Unverständnis für die Entscheidung des DFB geäußert, sich ab 2027 nicht mehr von Adidas, sondern von Nike ausstatten zu lassen.

Sowohl Habeck als auch Merz kritisierten, dass der DFB von einem deutschen Unternehmen zu einem amerikanischen wechselt. Habeck fehlte bei der Entscheidung der "Standortpatriotismus" und Merz bezeichnete die Entscheidung gänzlich als "unpatriotisch".

Für Bierhoff ist das nebensächlich. Das Finanzielle steht im Vordergrund und mit Blick darauf hat der DFB die richtige Entscheidung getroffen. "Davon gehe ich in jedem Fall aus. Auch wenn der Deal erst in drei Jahren stattfindet, kann man jetzt durchatmen und kann ganz anders planen. Das wird dem Verband eine Last von der Schulter nehmen", so Bierhoff.

Laut einem Bericht des Handelsblatt wird Nike dem DFB 100 Millionen Euro pro Jahr zahlen. Das Doppelte von dem, was Adidas aktuell zahlt. Adidas soll zudem nur bereit gewesen sein, den Vertrag nur zu geringeren Konditionen zu verlängern.

Zu Bierhoffs Zeit soll Nike wohl bereits eine noch größere Offerte gemacht haben. 2007 bot Nike "weitaus mehr als das Vierfache, was man von Adidas bekommen hat", erzählte Bierhoff. "Damals hat man den Sprung noch nicht gewagt." Wohl auch um eine ähnliche Kontroverse wie aktuell zu vermeiden.


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