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Paul Pogba

Hat Real Madrid das Interesse an Paul Pogba verloren?

Guido Müller
Spielt in den derzeitigen Zukunftsplänen von Real Madrid keine Rolle mehr: Paul Pogba
Spielt in den derzeitigen Zukunftsplänen von Real Madrid keine Rolle mehr: Paul Pogba / Eurasia Sport Images/GettyImages
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Schon seit einigen Jahren wird Paul Pogba mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht. Doch die Königlichen planen offenbar nicht mehr mit dem Weltmeister von 2018 - und setzen statt dessen auch zukünftig auf die bewährten Kräfte.


Zidane wollte Pogba zweimal nach Madrid holen

Als Zinédine Zidane noch Trainer bei den Blancos war, schien eine Verpflichtung von Paul Pogba nur eine Frage der Zeit zu sein. In seinen beiden Etappen beim spanischen Rekordmeister bat Zizou um diesen Transfer.

Im Sommer 2016 scheiterte der Deal an der hohen Ablöseforderung seitens der Alten Dame aus Turin. Was die Madrilenen nicht bereit waren zu zahlen, überwiesen einige Wochen später die Red Devils aus Manchester - und machten aus Pogba den zwischenzeitlich teuersten Spieler der Welt.

Manchester United v Middlesbrough - Premier League
Wurde im Sommer 2016 zum damals teuersten Spieler der Welt: Paul Pogba / James Baylis - AMA/GettyImages

Drei Jahre später, Zidane hatte nach einer neunmonatigen Auszeit wieder das Ruder am Bernabéu-Stadion übernommen, bat er seinen Präsidenten erneut, Geld für den mittlerweile zum Weltmeister gewordenen Mittelfeldspieler locker zu machen.

Diesmal jedoch waren es die Gehaltsvorstellungen des Spielers, der14 Millionen Euro jährlich einstreichen wollte, was wiederum den Real-Verantwortlichen zu hoch war.

Stattdessen vertrauten die Macher auf die damals schon bewährten Kräfte, und Pogba blieb im Old Trafford, wo er in der Folge (unter José Mourinho) seine wohl dunkelste Zeit seit seiner Ankunft drei Jahre zuvor erlebte.

Interesse der Königlichen an Pogba abgekühlt

Jetzt wäre der Weg für eine Verpflichtung eigentlich frei - doch einem Bericht der Real-affinen Marca zufolge soll das Interesse der Spanier am Franzosen stark abgekühlt sein. So sehr, dass er in den Planungen für den kommenden Sommer absolut keine Rolle mehr spielen soll.

Nur ein taktisches Manöver, um den Spieler, dessen Vertrag im Juni 2022 ausläuft, unter Druck zu setzen und ihn somit vielleicht zu Zugeständnissen bezüglich der Vergütung zu zwingen?

Oder doch ein Zeichen für die konservative Linie, die man zumindest im Mittelfeld gedenkt zu verfolgen? Immerhin ist bekannt, dass der Klub den Vertrag mit Oldie Luka Modric (36) um ein Jahr (bis 2023) verlängern möchte.

Zudem sollen auch Toni Kroos (Vertrag bis 2023), der sich nach seinen Verletzungsproblemen wieder in klar verbesserter Form präsentiert, und der brasilianische Abräumer Casemiro (noch bis 2025 an den Klub gebunden) in den kommenden Jahren weiterhin eine Führungsrolle einnehmen.

Zusammen mit Federico Valverde (23) und dem diesjährigen Neuzugang Eduardo Camavinga (19) sowie dem einen oder anderen Talent aus dem Nachwuchs (Antonio Blanco) sieht man sich an der Avenida de Concha Espina, was die Schaltzentrale im Spiel der Königlichen betrifft, gut aufgestellt.

Ancelotti spricht von "sehr ernsten Absichten" seitens seines Präsidenten

Ein anderer Grund für die planerische Zurückhaltung in Bezug auf das Mittelfeld könnte eine simple Verschiebung der Prioritäten sein: denn für den Sturm verfolgt Klub-Chef Florentino Pérez weiterhin höchst ambitionierte Pläne.

Vom Traum, sowohl Kylian Mbappé als auch Erling Haaland ab nächsten Sommer in Weiß spielen zu sehen, hat sich der milliardenschwere Bauunternehmer wohl immer noch nicht verabschiedet.

Kilian Mbappe, Erling Haaland
Real Madrid plant weiterhin, Mbappé und Haaland in einer Mannschaft zu vereinen / Alex Grimm/GettyImages

Die Gerüchte, dass Real im kommenden Sommer die ganz großen Geschütze auffahren könnte, erhielten vor einigen Tagen neue Nahrung. In einem Interview mit dem Corriere dello Sport, sagte Carletto, gefragt zu den Plänen seines Klub-Chefs: "Florentino verfolgt für den kommenden Sommer sehr ernste Absichten."

Ein Paul Pogba spielt in diesen Plänen aber offenbar keine Rolle mehr.

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