Real Madrid

Real Madrid vor El Clásico: Vorne beeindruckend, doch hinten drückt der Schuh

Guido Müller
Sieht bei seinem Team in der Defensive noch Schwächen: Carlo Ancelotti
Sieht bei seinem Team in der Defensive noch Schwächen: Carlo Ancelotti / David Ramos/GettyImages
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Nach zuvor drei sieglosen Spielen, in Liga wie Königsklasse, hat Real Madrid gerade rechtzeitig vor dem mit Spannung erwarteten Clásico (So, 16.15 Uhr) mit dem 5:0 bei Schachtar Donezk die Leistungskurve nach oben gekriegt. Doch Trainer Carlo Ancelotti muss bis zum Treffen mit dem Erzrivalen noch ein kleines Problem lösen.


Und das liegt mit Sicherheit nicht im Sturm. Denn da treffen vor allem Altmeister Karim Benzema und sein Zauberlehrling Vinicius Jr zur Zeit wie sie wollen.

Auch wieder in Kiew (wohin das Auswärtsspiel bei Schachtar aus Sicherheitsgründen verlegt worden war): der Brasilianer (mit einem Doppelpack plus einer Torvorlage) und der Franzose (ein Tor, ein Assist) waren an vier der fünf Tore direkt beteiligt.

Lediglich der Führungstreffer der Blancos (durch ein Eigentor von Kryvtsov) entsprang nicht einem der beiden Angreifer. Wobei Benzema sich als gedachter Abnehmer der Vázquéz-Flanke in unmittelbarer Nähe zum unglücklichen Verteidiger befand und somit das Tor letztlich "provozierte".

Vorne also läuft es bei den Königlichen - wovon auch bereits 22 geschossene Liga-Tore (in acht Spielen) künden. Doch hinten plagen Ancelotti weiterhin leichte Kopfschmerzen. Was der Italiener auf der Pressekonferenz nach dem Donezk-Spiel auch unumwunden zugab.

Alaba/Militao noch nicht auf dem Level von Ramos/Varane

Denn für das vor der Saison Richtung Paris und Manchester abgewanderte Innenverteidiger-Paar Sergio Ramos und Raphael Varane hat der "Mister" noch keinen gleichwertigen Ersatz gefunden.

David Alaba, Eder Militao
Sind noch dabei, sich zu finden: David Alaba und Éder Militao / Denis Doyle/GettyImages

Zwar lässt das neuformierte Tandem um den Ex-Münchener David Alaba und Éder Militao schon jetzt Hoffnungen aufkeimen, irgendwann mal an das überragende Niveau ihrer Vorgänger anzuknüpfen, aber noch befindet sich dieses Duo in der (logischen) Findungsphase.

Dass die somit zu erwartenden Abstimmungsprobleme zwischen den Beiden nicht schon in Kiew für Gegentore gesorgt haben, war auch der wieder einmal starken Leistung ihres Keepers Thibaut Courtois zu verdanken, der einige gute Chancen der Ukrainer zunichte machte.

Thibaut Courtois
Und zur Not hat man ja auch noch ihn im Kasten: Thibaut Courtois / Quality Sport Images/GettyImages

Doch am Sonntagnachmittag, in einem sicherlich aufgeheizten Nou Camp und gegen Angreifer vom Format eines Memphis Depay, Ansu Fati, Sergio Agüero oder Philippe Coutinho wird man sich solche Defensivschwächen schwerlich leisten können, wenn man Zählbares in die Hauptstadt mitnehmen will.

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